Spielbericht

Foto(OHC/ Blumberg):Fynn-Ole Fritz (OHC/r.) attackiert Sebastian Bialas.

„Neun Gallier, die in Magdeburg unglücklich verlieren“

3. Liga Nord-Ost: Oranienburger HC gingen die Spieler aus und verliert 35:36

SC Magdeburg II – Oranienburger HC 36:35 (16:18). Es war eines jener Handballspiele, die für den Oranienburger HC in die Kategorie „bitterer Ausgang“ eingehen wird. In einer wahren Handballschlacht verpasste es die Mannschaft, wenigstens einen Punkt mitzunehmen

Die wesentlich formverbesserten Gäste lieferten den jungen Magdeburgern einen famosen Fight, obwohl ihnen die Spieler reihenweise ausgingen. OHC-Interimstrainer Patrick Lehmann sprach nach dem Spiel von „den neun Galliern, die in Magdeburg unglücklich verlieren“. Erik Gerntke und Kevin Lux waren von Anfang aus Verletzungsgründen nicht dabei. Nach sieben Minuten bekam Kapitän Sebastian Damm einen Ellenbogen ins Gesicht. Nach dem ungeahndeten Foul musste er im Krankenhaus behandelt werden. Wenige Minuten später verließ Rechtsaußen Julius Porath verletzt das Feld und konnte ebenso nicht weitermachen. Und der Halbrechte Christoph Lamp hatte nach seiner Einwechslung richtig gut ins Spiel gefunden, bekam aber nach einer Abwehraktion die rote Karte (27. Minute). 

Trotz dieser widrigen Umstände schaffte es der OHC, den anfänglichen 2:4-Rückstand auszugleichen und der äußerst jungen Mannschaft der Magdeburger Bundesliga-Reserve einen harten Kampf zu liefern. Die Abwehr inklusive Torwart Teo Mestrovic leistete genauso ihren Anteil wie der Angriff. Dort funktionierte das Spiel über den Kreis auffallend gut. Fabian Plaul (11 Tore) und Lukas Hartung (2) verwandelten viele der geschickten Anspiele. Aber auch aus dem Positionsangriff heraus war der OHC gefährlich, fand und nutzte Lücken. 

Von der ersten bis zur letzten Minute legten beide Mannschaften ein mörderisch hohes Tempo an den Tag. Die aufmerksamen, flinken, zweikampfstarken und spielintelligenten Gastgeber bestachen mit ihrer Präzision und ihrer Zielstrebigkeit. Die Youngsters vom SCM bestraften so manchen Fehler in der OHC-Offensive, auch wenn die sich im Vergleich zu den vergangenen Begegnungen in Grenzen hielten.  

Es blieb bis zum Ende ein Hauen und Stechen um die Punkte. Die Führung wechselte ständig, zum Ende der ersten Halbzeit legte Oranienburg sogar auf 18:16, kurz danach auf 19:16 vor. Die Gäste konnten ihren in der Endphase knappen Vorsprung von 32:30 nicht halten, dennoch blieb das Duell hochspannend. 39 Sekunden vor dem Ende verwandelte der Magdeburger Linksaußen Pablo Lange den achten seiner neun Siebenmeter. Elf Sekunden vorm Ende erhielt der OHC ebenfalls einen Siebenmeter. Nicolai Jantzen setzte den Ball gegen den Pfosten. Das war’s.

„Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Auf das, was sie heute geleistet hat“, sagte Patrick Lehmann nach dem Spiel. Er lobte die Leidenschaft, mit der sein Team die 60 Minuten in der Abwehr und im Angriff bestritt, und das hohe Tempo, welches seine Jungs mitgingen. „Leider haben wir uns für diese tolle Leistung nicht belohnt. Aber es hat Spaß gemacht. Ich habe den Jungs gesagt: Mit solch einem Engagement werden wir unsere Punkte holen.“ 

Der Magdeburger Trainer Christoph Theuerkauf äußerte sich so: „Es war eigentlich ein Unentschieden-Spiel. Wir hatten Glück, dass der Siebenmeter zum Schluss an den Pfosten gegangen ist. Es war ein geiles Spiel der Oranienburger – und das bei deren Personalsituation. Respekt! Meine Jungs hatten den Kopf an. Aber das passiert, wenn man so jung ist. Wir hatten vier, fünf A-Jugendspieler dabei. Alle zusammen haben – genau wie die Oranienburger – eine unglaubliche Intensität und ein sehr hohes Tempo an den Tag gelegt. Toll!“

Magdeburg:   Lücke, Stieglitz – Pakebusch, Brigzinsky (1), Bahr (4), Hensen, Welsch (1), Elze, Meyer, Heiß (3), Daniel, Lange (13/8), Schöbe, Bialas (9), Hammer (5)

Oranienburg: Mestrovic, P. Porath – Plaul (11), Miels, Jantzen (5), Damm, Sauer (1), Wagner-Douglas (6), Lamp (2), Fritz (2), Magalháes (5/2), Hartung (2), Porath (1), Williams

Vorbericht

Foto(OHC/Stefan Blumberg):Christoph Lamp (grün-weißes Trikot) im April dieses Jahres beim 35:32-Sieg des OHC in Magdeburg.

Patrick Lehmann: “Das wird ein richtiges Brett“

3. Liga Nord-Ost: Oranienburger HC ist am Samstag zu Gast beim SC Magdeburg II

Der Oranienburger HC macht sich am Samstag auf den Weg nach Magdeburg und versucht dort, seine aktuelle Position in der Tabelle der 3. Liga Nord-Ost zu verbessern. Derzeit rangiert die Mannschaft auf dem 12. Platz. Oberstes Ziel ist es, dem gastgebenden Tabellensechsten die Punkte zu entführen. „Die Magdeburger verfügen in dieser Saison über eine ganz andere Mannschaft als noch im Vorjahr. Derzeit kann man den SCM II tatsächlich als die Reserve des Bundesligateams bezeichnen und nicht nur als Youngsters“, sagt Interimstrainer und Sportlicher Leiter Patrick Lehmann vor der Begegnung. 

Die Magdeburger seien stark im Eins-gegen-eins, im Abschluss und im Tempospiel, was in der 3. Liga ohnehin ziemlich hoch sei. „Der SCM II legt da aber noch eins drauf“, so der Coach. 

Die Trainingswoche begann beim OHC etwas anders als sonst. Die Mannschaft habe sich noch mal mit den vergangenen Spielen beschäftigt und miteinander versucht, sie zu analysieren. Dazu zählten unter anderem die mangelhafte Chancenverwertung und Auslösehandlungen. „Ich bin der Meinung, die Spieler haben sich ziemlich gut reflektiert“, so Patrick Lehmann. „Jetzt gilt es natürlich, diese Erkenntnisse auf der Platte umzusetzen.“ Im April dieses Jahres legte der OHC bei seinem Premierenspiel in der Wolfgang-Lakenmacher-Halle eine tadelsfreie Premiere hin. Mit dem 35:32-Sieg beim Team von Ex-Nationalspieler Christoph Theuerkauf sicherte sich der OHC den Klassenerhalt. 

Die Oranienburger Spieler seien vor dem Duell optimistisch gestimmt. „Wenn die meisten Spieler im Gegensatz zur letzten Woche ihre Normalform erreichen und die Abwehr voll konzentriert bei der Sache ist, dann können wir in Magdeburg was reißen. Etwas anderes steht in unserer Situation auch nicht zur Debatte. Aber es ist uns bewusst: Dieses Spiel wird ein richtiges Brett!“ 

Beginn ist am Samstag um 19 Uhr in der Wolfgang-Lakenmacher Halle (An der Steinkuhle 4) in Magdeburg.