SC DHfK Leipzig II – Oranienburger HC 25:21 (11:10) Auswärtsspiel: 01.02.2026 | 16:30 Uhr
Spielbericht

Der punktlose Tabellenletzte der 3. Liga, Staffel Nord-Ost, fuhr am Sonntag seine ersten Pluspunkte dieser Saison ein – und das ausgerechnet gegen den Oranienburger HC. Nach einem wilden Spielverlauf gab sich das Oberhavelteam mit 21:25 geschlagen.
Die Oranienburger waren zwischenzeitlich zweimal auf die Siegerstraße eingebogen, ließen das junge Leipziger Team aber jeweils zurück ins Spiel kommen. In der ersten Halbzeit führte der OHC nach 14 Minuten mit 9:3. Aufmerksame Abwehr, Ballgewinne, effektive Abschlüsse – es lief. Von Jetzt auf Gleich stockte der OHC-Motor. Nach vorn ging nichts mehr. Der Gastgeber arbeitete sich ins Spiel, erzwang Fehler beim OHC, der zudem selbst Hilfestellung bei der Aufholjagd leistete: Schrittfehler, Fehlpässe, Würfe neben das Tor oder an den Pfosten, vergebener Siebenmeter, gehaltene Bälle des DHfK-Keepers. Der Fehlerliste war lang. Mit einem 8:0-Lauf bis kurz vor dem Wechsel stellten die Leipziger Youngsters das bis dato einseitige Spiel auf den Kopf und gingen mit einer knappen Führung in die Pause (11:10). Der OHC traf 15 Minuten lang (!) nicht ins Tor. „Ich glaube, die Umstellung der Abwehr auf 3:2:1 brachte uns zurück“, sagte Leipzigs Trainer Matthias Albrecht.
Ein weiterer vergebener Siebenmeter und auch die rote Karte gegen Abwehrspezialist Kevin Lux (40. Minute, dritte Zeitstrafe) konnten den Gästen scheinbar nichts anhaben. In der 47. Minute führten sie 20:16. Der OHC agierte in der Phase sehr effektiv. Torwart Paul Porath machte nicht nur in jenen Minuten, sondern auch vorher und hinterher einen Bombenjob, parierte insgesamt 14 Bälle des SC DHfK Leipzig II.
Dieser Vier-Tore-Vorsprung sollte dem OHC aber nicht reichen. Inkonsequente Abwehrarbeit, fehlende Präzision bei den Abschlüssen und Paraden des Leipziger Keepers brachten den SC DHfK wieder ins Spiel zurück (20:20/51.). Nach der nochmaligen Führung der Oranienburger (21:20) war es vorbei mit deren Ambitionen. Dabei mussten sie dieses Kellerduell unbedingt gewinnen, um im Rennen um den Klassenerhalt zu bleiben. Das wird jetzt immer schwieriger. In den letzten acht Minuten gelang ihnen gar kein Tor mehr, der Gastgeber versenkte in den Schlussminuten so gut wie jeden Angriff zum ersten Saisonsieg.
„Die Enttäuschung ist groß“, sagt Patrick Lehmann über die Niederlage. Er kann sich das Comeback der Leipziger in der ersten Hälfte nicht erklären. Die zweite Aufholjagd der Leipziger begründete er damit, dass sein Team von der Linie abkam, unkonzentriert wirkte, zeitweise zu risikoreich agierte und die nötige Qualität im Torabschluss vermissen ließ. „Am Ende ist unser Matchplan nicht aufgegangen.“
Leipzig: Gauer (2), Häfner, Vollmert (5), Huber, Klecar (3), Zimmermann, Guretzky (1), Kremen (4), Brix (1), Voß (1), Schneider, Greilich (2), Grunow, Pietrusky (4), Börner (2), Kramm
Oranienburg: P. Porath, Mestrovic – Gerntke, Plaul, Miels, Damm (2), Wagner-Douglas (4), Lux, Fritz, Magalhaes (7/1), Hartung, J. Porath (5), Williams (3)
Vorbericht

„Wir werden maximal vorbereitet sein“
Zwei Pluspunkte – alles andere zählt nicht mehr für den Oranienburger HC. Obwohl es noch 13 Duelle bis zum Saisonende in der 3. Liga Nord-Ost sind, spricht Trainer Patrick Lehmann „vom ersten Endspiel“. Das wird am Sonntag ab 16.30 Uhr beim SC DHfK Leipzig II ausgetragen. „Ich habe den Jungs gesagt, dass wir uns nur mit einem Sieg die Möglichkeit erarbeiten, weitere Endspiele zu bestreiten zu dürfen. Mit einem Erfolg wahren wir unsere Chance auf den Klassenerhalt“, schildert der Coach die Situation klar und deutlich.
Die Sachsen sind Tabellenletzter, verloren in dieser Saison alle Begegnungen. Allerdings ist unverkennbar, dass sie sich in den zurückliegenden Wochen stabilisiert haben. Aufhorchen ließ ihr Nachholspiel am Mittwoch gegen den haushohen Favoriten SC Empor Rostock, welches nur mit 33:34 verloren wurde. „Sich dieses Duell auf dem Video anzusehen, ist in Vorbereitung auf den Sonntag für jeden unserer Spieler Pflicht“, so Patrick Lehmann. „Wir wussten auch schon vorher, dass die Leipziger mit ihrer Spielweise zu Recht in der 3. Liga sind. Das haben sie am Mittwoch eindrucksvoll bewiesen.“
Der OHC befindet sich in der Bredouille, ist jetzt schon seit elf Spielen ohne Sieg – zuletzt Ende September beim 37:34 in Plauen – und befindet sich in akuter Abstiegsgefahr (Platz 13). Voraussichtlich wird am Sonntag dieselbe Oranienburger Mannschaft bei der Leipziger Bundesliga-Reserve antreten wie vor einer Woche gegen die HG Hamburg-Barmbek. „Wir brauchen jeden einzelnen Spieler. Egal ob Routinier oder Youngster, jeder muss alles aus sich herausholen, auch wenn er nur fünf Minuten spielt oder 55“, so Patrick Lehmann. Dass die Stärken der Leipziger im Tempospiel liegen, ist allgemein bekannt; auch das Eins-gegen-Eins, die super Würfe und das Spiel in die Tiefe zeichnen sie aus. Am heutigen Freitag findet das letzte OHC-Training statt. Patrick Lehmann: „Wir werden maximal vorbereitet nach Leipzig fahren!“