Oranienburger HC – SV Plauen-Oberlosa 33:27 (16:13) Heimspiel: 21.02.2026 | 18:30 Uhr

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Spielbericht

Foto (OHC/ Birgit Stelse): OHC-Kreisläufer Fabian Plaul beim Torwurf.

Der Oranienburger Handball-Club hat nach einer langen Durststrecke seinen Negativlauf in der 3. Liga Nord-Ost gestoppt. Am Samstag fuhr die Mannschaft den ersten Sieg seit Ende September ein. Im Herbst 2025 war es ebenfalls der SV 04 Plauen-Oberlosa, gegen den der OHC beide Punkte holte (37:34-Sieg). Am Samstag hieß es 33:27 für den Gastgeber.

Auffallend bei den Oranienburger Spielern war wie schon eine Woche zuvor das Feuer, mit dem sie bis zur letzten Minute an ihre Aufgabe gingen. Die hieß klipp und klar, zwei Punkte einzufahren. Es war die Abwehr, die den Grundstein für den Sieg legte. Schnelle Beine, resolutes Zupacken und geschicktes Stellungsspiel machten es den Gästen sehr schwer. Vor allem aber entzauberte Torwart Teo Mestrovic den Vogtländer Angriff mit seinen Paraden. Nicht nur das: Er leitete mit punktgenauen Pässen etliche Gegenstöße ein, die die Außen Nicolai Jantzen/ acht Tore und Johannes Petrowa/ vier Tore (fast) alle verwandelten.  

Der OHC baute nach dem 6:6-Zwischenstand Mitte der ersten Halbzeit einen kleinen Vorsprung auf (10:6) und gab den nie mehr ab. Mal betrug die Führung vier Tore, dann arbeiteten sich die Gäste wieder bis auf einen Treffer heran. Das ging mehrmals so – vom 11:10 auf 14:10, vom 18:17 auf 23:19. Über eine lange Phase funktionierte das Zusammenspiel zwischen Ricardo da Silva Magalhaes und Kreisläufer Fabian Plaul exzellent. Letzterer nutzte viele tolle Anspiele zu sechs Toren. Insgesamt legte der OHC ein hohes Tempo an den Tag. Der SV 04 Plauen-Oberlosa ließ sich aber nie abschütteln. Gäste-Trainer Ladislav Brykner beklagte in dem umkämpften Spiel („Es war kein Zuckerschlecken!“) die hohe Fehlerquote bei seinem Team. „So viele Fehler darf man in solch einem Spiel nicht produzieren.“

Besonders fiel dies in der Crunchtime ins Gewicht. Bis zur 53. Minute stand es nur 25:24 für Oranienburg. Beim SV 04, der von einem großen Fanblock unterstützt wurde, häuften sich die Fehler. Der OHC, der gänzlich ohne Zeitstrafe blieb, nutzte sie gnadenlos mit eigenen Treffern. Anton Luis Wagner-Douglas traf in den letzten Minuten allein dreimal. Der Sportliche Leiter des OHC, Patrick Lehmann, beschreib die Endphase so: „Ich habe den unbändigen Willen gesehen, mit dem die Spieler besonders in den letzten Minuten auftraten. Das stimmt mich zuversichtlich für die nächsten Spiele.“ Ein weiterer Pluspunkt für den Sieger: seine geringe Fehlerquote (sieben technische Regelfehler, 13 Fehlwürfe). Lehmann: „Mit solch einer Quote gewinnst du Spiele.“ Die OHC-Fans unter den 854 Zuschauern hatten mit der starken Unterstützung ihren Anteil an dem Erfolg.

Oranienburg: Mestrovic, Tredup – Gerntke (1), Petrowa (4), Plaul (6), Jantzen (8/3),  Miels, Damm (5), Wagner-Douglas (6), Sauer, Lux (2), Fritz, Magalhaes (1), Hartung, Williams

Plauen-Oberlosa: Foluszny, Ebert – Stäglich, Kunst (6), Hanisch (2), Jezernik (3), Chobot (1), Schauer (4), Meckel (1), Becvar (2), Olkowski, Malta, Puljic (1), Naumann (7/3)

Vorbericht

Foto (OHC/ Birgit Stelse): Die OHC-Defensive zeigte zuletzt steigende Form.

„Die Hütte muss brennen“

Der Oranienburger HC muss nach dem couragierten Spiel gegen den EHV Aue den nächsten Schritt gehen: „Wir reden ausnahmslos von einem Sieg“, sagt Co-Trainer Mario Strich vor dem Duell gegen den SV 04 Plauen-Oberlosa. Es sei zuletzt viel über Wenns und Abers geredet worden. Da sei sicherlich viel Wunschdenken dabei gewesen. Er sieht eine echte Chance auf eine Trendwende. Am Samstag um 18.30 Uhr empfangen die Oranienburger das Team aus dem Vogtland in der MBS-Arena.

Bei dem Gedanken an den Kontrahenten werden angenehme Erinnerungen wach, denn im Hinspiel stibitzte der OHC beide Punkte (37:34-Sieg). In Anbetracht der Tabellensituation – der OHC ist Drittletzter und abstiegsgefährdet – kann es nur darum gehen, den Gästen noch einmal beide Zähler abzuknöpfen. Die Entschlossenheit und der willensstarke Auftritt vor einer Woche gegen den Favoriten aus Aue weckt die Hoffnung, dass der OHC weiter gefestigt in das Spiel geht. Mario Strich bescheinigt dem Team trotz der vielen Negativerlebnisse der vergangenen Monate ein intaktes Innenleben. Keine Spur von Differenzen oder gegenseitigen Vorwürfen. „Die Jungs reißen sich seit Wochen den A… auf – jetzt ist es an der Zeit, sich von der Torte ein Stück zu holen.“

Die Plauener haderten zuletzt mit sich. „Wir müssen uns alle hinterfragen“, äußerte sich Trainer Ladislav Brykner nach der Klatsche in Rostock (25:41-Niederlage). Mit 2:10 Punkten in Folge sieht die Bilanz der Samstag-Gäste auch nicht gerade rosig aus, aber sie haben in der bisherigen Saison immerhin 14 Punkte geholt (der OHC neun).

Aufgabe des Oranienburger Trainerteams um den neuen Coach Damir Eklic ist es, dafür zu sorgen, dass der Aufwärtstrend fortgesetzt wird, auch wenn nicht alle Spieler zur Verfügung stehen. Aber zugleich, so Mario Strich, müssten alle aufpassen, dass niemand nach dem Aue-Spiel übermütig wird. Die Fans sieht der „Co“ als wesentlichen Baustein für ein engagiertes und bestenfalls erfolgreiches Spiel an. „Die Hütte muss brennen!“