Oranienburger HC – HSG Eider Harde 27:28 (15:13) Heimspiel: 25.04.2026 | 18:30 Uhr
Spielbericht

Zittrige Hand beim OHC
Der Oranienburger HC hat es verpasst, einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt zu gehen. Am Samstag verlor die Mannschaft in eigener Halle gegen die HSG Eider Harde mit 27:28 Toren. Da die Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt – allen voran die HSG Ostsee N/G (32:34-Niederlage beim Tabellenführer MTV Braunschweig) – zeitgleich verloren, wird die Entscheidung um den Ligaverbleib vermutlich erst am letzten Spieltag fallen.
Der OHC hat am Samstag vor 876 Zuschauern sehr gut angefangen, stand in der Abwehr kompakt. „Eine geile 6:0-Deckung“, lobte der Sportliche Leiter Patrick Lehmann. Sie machte es den Gästen schwer, sich erfolgreich in Szene zu setzen. „Wir erzielten mit den Ballgewinnen einfache Tore über Tempogegenstöße und kreierten auch im Positionsangriff gute Lösungen“, so Patrick Lehmann. Mit 6:3 führte der Gastgeber nach neun Minuten. Und den Einheimischen gelang es, den Vorsprung bis zur Pause zu halten (8:6, 11:8). Immer, wenn die Gäste drauf und dran waren, den Ausgleich zu markieren, antwortete der OHC mit eigenen Toren. So ging der Gastgeber mit einer 15:13-Führung in die Pause.
Dieses Niveau hielt der OHC nicht ganz. Schnell war der Ausgleich erzielt (16:16). Dennoch legten die Einheimischen, bei denen Kapitän Sebastian Damm nicht nur wegen seiner acht Tore eine Glanzleistung bot, gegen die unangenehme und wechselnde Abwehr immer ein Tor vor. Schwer tat sich der OHC mit der 5:1-Deckung der Gäste. Kipppunkt war Phase zwischen der 41. und 44. Minute. Statt beim 22:20 auf drei Tore wegzuziehen, schlug die HSG dreimal in Folge zu. Nun agierten die Norddeutschen aus der Poleposition heraus (24:23, 25:24, 27:25). „Ich denke, in der Crunchtime konnten wir aufgrund der Tabellensituation etwas ruhiger spielen und sogar noch etwas Probieren. Der OHC hatte eine zittrige Hand“, sagte Gäste-Trainer Matthias Hinrichsen. Er räumte ein, dass das Spiel auch andersherum hätte ausgehen können. Der OHC muss in den verbleibenden Spielen versuchen, den Klassenerhalt zu schaffen.
Oranienburg: Mestrovic, P. Porath – Gerntke (2), Petreowa (3), Plaul (4), Jantzen (4/1), Damm (8), Wagner-Douglas (4), Lux, F. Fritz, Magalhaes (2), Hartung, Williams, M. Fritz
Eider Harde: Schmidt, Haack – Frahm (1), Glumm, Oettershagen (1), Hamann, Hartwich (2), Dau, Schneider (5), Kock (2), Mumm, Blies (7), Abelmann-Brockmann (3/3), Heckel (7), Rohwer, Jonas
Vorbericht

Schnell und oft punkten
Sechs Punkte sind in dieser Saison noch zu vergeben. Der OHC wird noch einige davon brauchen, um die 3. Liga zu halten. „Wir werden alles reinhauen, um am Samstag damit anzufangen“, sagt Co-Trainer Mario Strich vor dem Heimspiel gegen die HSG Eider Harde, dem noch Begegnungen beim HC Empor Rostock (2. Mai/auswärts) und gegen den Stralsunder HV (9. Mai/Heimspiel) folgen. Schnell und oft wolle der OHC noch punkten.
Die Norddeutschen sind aller Abstiegssorgen ledig, sie können sich voll und ganz auf ihr eigenes Spiel konzentrieren und müssen sich dabei nicht mit irgendwelchen Eventualitäten beschäftigen. Das kann sich der OHC in Anbetracht der Lage allerdings auch nicht erlauben. Die volle Konzentration gilt den 60 Minuten.
Die Stimmung innerhalb der Mannschaft war in dieser Woche etwas gelöster. Kein Wunder, holte sie doch am vergangenen Samstag durchaus überraschend zwei Punkte bei der HSG Ostsee (27:25-Sieg). „Allerdings gibt es diese großen Gemütsschwankungen innerhalb der Mannschaft seit Wochen nicht. Ich finde, die Spieler gehen sehr abgeklärt mit den Ergebnissen um“, sagt Mario Strich. Bei den Fans sieht das schon etwas anders aus; sie leiden im Kampf um den Klassenerhalt mit.
Die Oranienburger Mannschaft ist schon gewillt, das gute Gefühl aus der Vorwoche mit hinüberzunehmen ins Spiel gegen Eider Harde, wohlwissend, dass die HSG ein dickes Brett ist, welches es zu bohren gilt. Die Spieler wissen das am besten. Im Hinspiel schickte Harde den OHC mit einer 37:27-Packung nach Hause. Daran aufhängen wird sich aber niemand. „Wenn wir es schaffen, wieder so eine tolle Abwehr zu stellen wie bei der HSG Ostsee, muss sich Eider Harde für Samstag etwas einfallen lassen, wenn sie Punkte mitnehmen wollen. Diese Defensive müsse dem Gegner richtig wehtun, so der Co, der dies vor allem in mentaler Hinsicht meint.
Beim OHC wird voraussichtlich Rechtsaußen Julius Porath mit einer Muskelverletzung ausfallen. Das tut insofern weh, weil er in den vergangenen Wochen auf einem hohen Niveau gespielt hat. Mit Jim Sauer und Johannes Petrowa sind allerdings zwei weitere Alternativen auf dieser Position zu Hause. Mit einem Sieg am Samstag, 18.30 Uhr (MBS-Arena), kann die Mannschaft von Trainer Damir Eklic einen sehr großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Mannschaft und Trainerteam werden versuchen, dieses große Ziel so früh wie möglich umsetzen.