Vorbericht

Foto (OHC/ Luise Müller): Chris Lamp setzt sich gegen die Rostocker Abwehr durch.

Leidenschaftlich gespielt, aber verloren

In der MBS-Arena zeichnete sich am Samstagabend recht früh ab, dass die Oranienburger Handballer die Erfolgsserie des seit sechs Spielen ungeschlagenen HC Empor Rostock nicht beenden würden. Dennoch gab es nach der 30:37 (16:20)-Niederlage gegen die Hansestädter viele lobende Worte und von den Zuschauern viel Applaus.

Auch diese wussten die Situation beim OHC einzuordnen. Interimstrainer Patrick Lehmann blickte auf „eine bescheidene Woche“ zurück, in der aufgrund der personellen Situation kein normales Training möglich gewesen sei. Im letzten Heimspiel des Jahres hätten ihm dann fünf Spieler gefehlt, die potenziell der Startaufstellung angehören würden. So fehlten auch die beiden Kapitäne Sebastian Damm und Kevin Lux. „Daher bin ich im Fazit gar nicht unzufrieden“, betonte Lehmann. Seine Mannschaft habe Kampfmoral bewiesen, wusste in gewissen Phasen das Tempo anzuziehen, setzte kleine Nadelstiche. Folge: Nach einem 1:3-Start gelang bis zum 7:7 (13. Minute) immer wieder der Ausgleich. Danach sei es nicht gelungen, die Rückraum-Gewalt von Rostock frühzeitig zu unterbinden. Folge: In der 22. Minute hieß es 11:17.

Doch der Gastgeber brach nicht ein und verkürzte bis zur Pause den Rückstand. „Oranienburg hat das sehr, sehr gut gemacht mit sehr, sehr viel Tempo“, bemerkte denn auch Gästetrainer Michael Jacobsen. So seien seine Schützlinge („Wir haben im Angriffsspiel zu unruhig gewirkt“) immer wieder vor neue Aufgaben gestellt worden. Der OHC habe es geschafft, „uns zu vielen einfachen Fehlern zu provozieren“. Die Konter des Gegners hätten weh getan.

Fehlerfrei war das Oranienburger Spiel dabei nicht. „Wir machen leider vermehrt technische Regelfehler. Wir schmeißen den Ball zu früh weg“, monierte Lehmann. „Wir wollen in unserem System bleiben. Das ist uns nicht gut gelungen.“ Was aber jederzeit stimmte, war die Moral. Bei Zwischenständen von 18:25 (38.), 21:29 (45.) und 22:33 (49.) zeichnete sich ein Debakel ab. Dazu kam es nicht – auch, weil die Zuschauer (abzüglich der knapp 30 lautstarken Empor-Anhänger) ihr Team antrieben.

Patrick Lehmann nahm die Leidenschaft seiner Mannschaft wohlwollend zur Kenntnis. Man könne den Jungs nur wenige Vorwürfe machen. „Die Mannschaft, wenn sie komplett ist, hat wieder Spaß am Handball. Alle arbeiten gut, hauen alles rein.“ Trotz der am Sonnabend aussichtslosen Situation zeigten die Grün-Weißen positive Emotionen. „Wenn jeder seine Qualitäten einbringt, wir im System bleiben und die Fehler im Zaum halten, werden wir auch wieder punkten.“

P. Porath, Mestrovic – Plaul (1), Miels, Jantzen (9/1), Sauer, Pastor (1), Wagner-Douglas (5), Lamp (1), Magalhaes (5/1), Hartung (2), J. Porath (5/3), Williams (1)

Wetzel, Kominek – Dias (5), Mamporia, Mehler (2), Siegler (6), Schütze (2), Uhl (1), Reichardt (1), Funke (3/1), Pratschner (4), Gansau (8), Pechstein (3), Lößner (2)