HSG Ostsee N/G – Oranienburger HC 25:27 (11:13) Auswärtsspiel: 18.04.2026 | 18:30 Uhr
Spielbericht

OHC gewinnt das Spiel der Spiele
Die Männer des Oranienburger HC kreieren gerade ein herzinfarktgefährliches Saisonfinale: Am Samstagabend hievten sie sich in einem spektakulären Duell bei der HSG Ostsee N/G wieder auf einen Nicht-Abstiegsplatz, nachdem sie eine Woche zuvor genau dorthin abgerutscht waren. Mit 27:25 siegten sie im Abstiegsduell und verbesserten damit ihre Chancen auf den Klassenerhalt. „Ich bin um zehn Jahre gealtert“, sagte Co-Trainer Mario Strich nach dem Spiel und ließ seinen Gefühlen freien Lauf: „Geil, einfach nur geil!“
Der OHC brauchte in Grömitz etwa eine Viertelstunde, um im Spiel zu sein. Der Rückstand von 3:6 wurde gegen Ende der ersten Halbzeit beim 9:9 egalisiert. Und durch das Tor von Julius Porath ging das Team von Trainer Damir Eklic kurz vor der Pause sogar mit 13:11 in Führung. „Wir haben in der ersten Halbzeit einige Sachen ausprobiert, so im Angriffsspiel die Sieben-zu-sechs-Variante, die allerdings noch nicht sehr effektiv war“, sagt der Mario Strich. Aber wesentlich wirkungsvoller war die Abwehr. Fabian Plaul und Kevin Lux hätten über die gesamten 60 Minuten super abgeräumt und seien ein wesentlicher Faktor für den Erfolg gewesen, so Mario Strich.
Weil die Oranienburger in der Abwehr permanent stabil blieben, bereitete es den zuletzt so erfolgreichen Männern von der Ostsee (7:3 Punkte) Schwierigkeiten, das Abwehrbollwerk zu durchdringen. In der 53. Minute bot sich für den Gastgeber die Chance, das Spiel zu kippen. Fast durchweg hatte die HSG hinten gelegen, doch plötzlich führte er vor den knapp 400 Zuschauern mit 23:22. Aber der OHC behielt die Nerven und schlug zurück. Spätestens nach dem 24:24 (57. Minute) und den beiden Treffern von Julius Porath und Sebastian Damm war klar, der OHC würde dieses eminent wichtige Spiel um den Klassenerhalt nach Hause schaukeln.
Zwar verkürzte die HSG 36 Sekunden vorm Ende noch einmal auf ein Tor, doch nach der Auszeit und dem Tor von Erik Gerntke drei Sekunden vorm Ende hatten die Oranienburger beide Punkte im Sack. „Auch in dieser Phase des Spiels haben wir mit unserer Abwehr den Gegner gezwungen, schwierige Würfe zu nehmen. Wir ließen der HSG Ostsee kaum Luft zum Atmen“, sagte ein überglücklicher Mario Strich. Er lobte die Leistung des gesamten Teams. Insgesamt elf Siebenmeter bekam der OHC zugesprochen. Allein fünf holte Kapitän Sebastian Damm heraus. Nicolai Jantzen, dessen Einsatz vor dem Spiel fraglich war, verwandelte allein acht seiner neun Würfe. Zu seinem ersten Treffer in der ersten Mannschaft kam OHC-Youngster Moritz Fritz.
Nach dem Triumph bei den gastfreundlichen Ostseestädtern verbleiben der Mannschaft noch drei Spiele, um die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen. Am Samstag treffen die Oranienburger auf die HSG Eider Harde (18.30 Uhr, MBS-Arena Oranienburg).
HSG Ostsee: Minning, Nagorsen (2), Barthel (1), Farschchi (3), Harms (5/1), Mendle (3), Skroce, Moussa (1), Kilias (1), Schramm, Geiger Gajate (2), Claasen (3/3), Deleske (2/1), M. Bruhn, J. Bruhn (2)
Oranienburger HC: P. Porath (1), Mestrovic – Gerntke (1), Petrowa (1), Plaul (1), Jantzen (11/8), Damm (4), Sauer, M. Fritz (1), Wagner-Douglas (1), Lux (1), F. Fritz, Magalháes (2), Hartung, J. Porath (3/1), Williams
Vorbericht

OHC vorm Spiel der Spiele
Dem Oranienburger HC gehen so langsam die Spiele aus. Noch vier Möglichkeiten bestehen in diesem Spieljahr, um die 3. Liga zu halten. Co-Trainer Mario Strich redet nicht um den heißen Brei herum: „Für mich ist das Spiel am Samstag bei der HSG Ostsee das Endspiel schlechthin!“ Und er fügt an: „Wenn wir nicht gewinnen, dann wird es ganz, ganz schwer, in der Liga zu bleiben.“ Die Situation würde sich in den letzten Spielen in die Köpfe und Beine der Spieler setzen. „Schließlich müsste ein kleines Wunder passieren, damit wir in der 3. Liga bleiben.“
Der OHC steht mit der HSG Ostsee im direkten Kampf um den Klassenerhalt. Die Mannschaft aus Neustadt/Grömitz zog am vergangenen Wochenende mit einem überraschenden 32:31-Sieg beim Stralsunder HV in der Tabelle am OHC vorbei und tauschte mit ihm die Tabellenplätze. Das Team aus Schleswig-Holstein (15:37 Punkte) rangiert jetzt mit einem Zähler vor dem OHC (14:38), der den Abstieg bedeuten würde. Die Rechnung ist einfach: Bei einem Sieg der Gastgeber wären sie auf drei Punkte weg. Dieser Rückstand wäre für die Oranienburger in den dann noch verbleibenden drei Spielen kaum aufzuholen.
„Die Einstellung unserer Jungs ist da, sie reißen sich alle den Allerwertesten auf und sind bereit für die entscheidenden Spiele in dieser Saison“, so Mario Strich. Trainer Damir Eklic probierte in dieser Woche wieder einige Neuerungen aus, damit seine Mannschaft noch flexibler sein kann. Das ist auch nötig, denn die HSG hat – trotz der misslichen Tabellensituation – eine hohe Qualität im Kader. Der Aufwärtstrend in den vergangenen Wochen ist unverkennbar. Aus den letzten fünf Spielen holte die Mannschaft 7:3 Punkte und hat alle Trümpfe in der Hand, den Klassenerhalt zu schaffen. Der OHC könnte mit einem doppelten Punktgewinn den Spieß umdrehen.
Beim OHC stehen voraussichtlich alle Spieler zur Verfügung. Physiotherapeutin und Medical Athletik-Coach Anna Krause leistete in den vergangenen Tagen wieder ganze Arbeit und zauberte die Blessuren einiger Spieler weg. Das einzige Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Linksaußen Nicolai Jantzen. Mario Strich macht eine klare Ansage: „Wir müssen in den verbleibenden Spielen versuchen, irgendwie die nötigen Punkte zusammenzukratzen, um die Liga zu halten.“