Füchse Berlin II – Oranienburger HC 22:23 (12:11) Auswärts­spiel: 03.10.2026 | 18:30 Uhr

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Spielbericht

Foto (OHC/ Sebastian Bothe): Die OHC-Abwehr und Torwart Paul Porath waren bei den Füchsen Berlin Erfolgsgaranten.

OHC holt ersten Sieg

Endlich! Endlich! Endlich! Der langersehnte erste Saisonsieg ist da. Am Samstagabend gewann der Oranienburger HC das Berlin-Brandenburg-Derby bei den Füchsen Berlin II nach einem umkämpften und hochspannenden Spiel knapp mit 23:22. Grundlagen dafür war der extrem starke Wille der Gäste und on top der Sahnetag von Torwart Paul Porath. Der brachte die Berliner mit seinen Paraden zur Verzweiflung. „Weltklasse“, bezeichnete OHC-Trainer Alexander Thurm die Performance seines Keepers. „Er zeigte nicht nur etliche Paraden, sondern bestach mit seinen Konterpässen.“ Mit der aggressiven und unbequemen Abwehr kamen die Füchse nicht zurecht.

Von Anfang an hatte der OHC das Spiel unter Kontrolle. In der Abwehr stellte die Mannschaft die angriffsstarken Berliner vor große Rätsel. Im Angriff verspielte das Team aber dieses Plus, weil die Füchse so ihre Stärken – das Konterspiel – bei jedem Fehler nutzten. So stand es ständig Spitz auf Knopf (2:2, 4:4, 9:9). Zum Ende der ersten Hälfte gelang es den spielintelligenten Füchsen, eine Zwei-Tore-Führung zu erzielen (12:10).

Zwölf Gegentore in 30 Minuten gegen dieses Team waren eine echte Hausnummer. Paul Porath hatte eine große Aktie daran. Alle vier Siebenmeter der Füchse in Abschnitt 1 gingen nicht ins Tor (Malte Tredup parierte in der zweiten Halbzeit einen weiteren). Dazu kamen weitere sensationelle Paraden. Er brachte immer eine Hand, einen Fuß oder irgendein anderes Körperteil zwischen Tor und Ball. Und er hielt dieses extrem hohe Level nach der Pause (12:11).

Das schafften auch seine Teamkollegen. Hellwach, hochkonzentriert und gierig nach dem ersten Sieg machten sie weiter. Die starken Füchse-Rückraumspieler Felix Bernkop-Schnürch (sonst beim Zweitligisten 1. VfL Potsdam im Kader) und Julien Kusche (zu den Füchse-Profis gehörig) prallten permanent an der Gästeabwehr ab. Von ausgehenden Kräften beim OHC wie in den ersten Spielen keine Spur. Im Angriff fanden die Oranienburger in der Berliner Deckung Lücken. Mitte der zweiten Halbzeit baute sich das Team sogar eine Drei-Tore-Führung auf (19:16/42. Minute). Als Füchse-Coach Per Oke Kohnagel – als Spieler von 2017 bis 2019 beim OHC – ab dem 21:18 für den Gast mit einer offenen Manndeckung spielen ließ, spitzte sich der Spielverlauf zu. Die Füchse holten auf, glichen 56 Sekunden vorm Ende aus (22:22). Nach der OHC-Auszeit hatten die Gastgeber dem unwiderstehlichen Antritt von Anton Wagner-Douglas bei seiner Offensivaktion nichts entgegenzusetzen: Er wuchtete den Ball ins Netz zum 23:22-Sieg. Den letzten Angriff setzten die Berliner in den Sand. Grenzenloser Jubel bei den Spielern und den Fans, die das Auswärtsspiel zu einem Heimspiel machten.

„Der OHC hat alles in die Abwehr gepackt, was ging. Uns fehlten die Lösungen. Unsere Erwartungshaltung ist aber die, dass wir solche Spiele dann mit unseren individuellen Möglichkeiten entscheiden. Aber selbst mit Spielern wie Felix und Julien ist uns das nicht gelungen. Wenn wir zudem noch fünf Siebenmeter nicht reinmachen, fällt das bei einer so knappen Niederlage natürlich ins Gewicht. Insgesamt hat der OHC clever gespielt“, sagt Per Oke Kohnagel nach dem Spiel. Und OHC-Coach Alexander Thurm freute sich, dass sein Team das schnelle Umschaltverhalten der Berliner bremsen konnte. „Das ist uns bis zum Ende geglückt.“   

Ein starkes Debüt feierte Jona Fröhlich bei den Gästen. Der 17-jährige Linksaußen musste wegen des kurzfristigen Ausfalls von Julius Porath auf der ungewohnten Rechtsaußenposition spielen. Der Ex-Fuchs erzielte nicht nur zwei Tore, sondern erwies sich in der Abwehr als echtes Bollwerk.

Berlin II: Joppich, Pajaziti (2/1), Yatawarage, Fiedler (4), Bernkop-Schnürch (5), D’Incecco, Steltner (3), Höllein, Thiel (1), Kofler (2), Mohr, Kusche (5/2), Paulicks, Lahuis

Oranienburg: P. Porath, Tredup, Schulz – Plaul (2), Weiß, Jantzen (5/1), Fröhlich (2), Damm (5), Sauer, Vakhotskyi, Wagner-Douglas (3), Petrowa (3), Lux, F. Fritz (3), Williams

Vorbericht

Foto (OHC/ Sebastian Bothe): Szene aus dem Duell der vergangenen Saison, das die Füchse 31:23 gewannen.

Derby: OHC bei den Füchsen Berlin

Es ist das erste Berlin-Brandenburg-Derby in dieser Dritt-Liga-Saison: Am Samstag tritt der Oranienburger HC bei den Füchsen Berlin II an. Es ist das Duell zweier Mannschaften, die sich bis zum jetzigen Zeitpunkt mehr vom Saisonstart erhofft hatten. Die vom Ex-OHCer Per Oke Kohnagel gecoachten Füchse stehen mit 4:6 Punkten im Tabellenmittelfeld. Der OHC rangiert mit 1:9 Punkten tief im Tabellenkeller.

Der OHC nimmt sich für das Spiel beim Ortsnachbarn einiges vor. Nach dem ersten Punktgewinn vor Wochenfrist gegen den HC Hamburg II will die Mannschaft nachlegen. „Uns ist schon klar, dass die Favoritenrolle ganz klar bei den Füchsen liegt; nicht nur wegen der aktuellen Tabellensituation, sondern auch wegen des guten Abschneidens im Spieljahr 2025/26“, so Trainer Alexander Thurm über den Vorjahresvierten. Der OHC trifft mittlerweile auf die dritte Reserve-Mannschaft von Proficlubs. Alle Jungs pflegen eine ähnliche Spielanlage, die vom Tempo geprägt ist. „Die Füchse beherrschen das Umschaltspiel exzellent, sind vermutlich sogar das schnellste Team der Liga.“ Die jungen Burschen seien alle sehr flexibel im Kopf, könnten sich auf viele Situationen im Nu sehr gut einstellen. Bestes Beispiel sei die variable Abwehr. Die Berliner Jungs seien nicht so robust wie die OHC-Spieler, „aber wir wissen, dass sie mit Tempo viel wettmachen können“, so Alexander Thurm.

Der Oranienburg-Coach wird am Samstag (Spielbeginn ist um 18 Uhr in der Lilli-Henoch-Halle in der Fritz-Lesch-Straße 32) auf einen Spieler, den er vor ein paar Monaten noch selbst trainierte: auf Linksaußen Suad Pajaziti. „Ein hochtalentierter Spieler, der es bereits bis in die Nationalmannschaft des Kosovo geschafft hat“, sagt Alexander Thurm. Mit Leon Novak, Julian Kusche und Emil Fiedler hat der Oranienburger Trainer weitere Juwelen bei den Füchsen ausgemacht. „Dennoch halte ich die Berliner für schlagbar. Wir müssen dafür zweifellos an das Hamburg-Spiel vom vergangenen Wochenende anknüpfen. Die Körpersprache und der kämpferische Einsatz – das sind die Dinge, mit denen wir uns pushen müssen, um etwas Zählbares aus Berlin mitzubringen. Wir haben gezeigt, was wir können. Wenn wir das abrufen, ist alles drin. Ich behaupte, dass nicht alle Mannschaften diese Mentalität, wie wir sie auf die Platte bringen können, haben. Wenn wir die richtige Einstellung haben, bin ich zuversichtlich“, so Alexander Thurm.

Sein Debüt im Team der ersten Oranienburger Mannschaft wird Linksaußen Jona Fröhlich geben.