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OHC I | Oranienburger HC - VfL Fredenbeck 34:15 (15:8)

60 Minuten unter Strom

(Stefan Blumberg) Mit einem fulminanten Sieg hat sich der Oranienburger HC am 1. Spieltag der 3. Liga Gehör verschafft. Am Samstag gelang den Oranienburgern gegen den VfL Fredenbeck ein 34:15-Kantersieg. Die Niedersachsen waren unterm Strich ohne jegliche Siegchance. Allerdings war der Aufsteiger auch nicht um 19 Tore schlechter.

In der ersten Halbzeit lieferten sich beide Mannschaften zunächst ein ausgeglichenes Spiel (3:3/9. Minute, 7:6/18.). „Wir haben in der Abwehr ganz gut gestanden und uns ordentlich bewegt“, sagte der Fredenbecker Trainer Andreas Ott. Was seiner Mannschaft zum Verhängnis wurde, war der grandiose Auftritt von OHC-Torwart Paul Twarz. Der 23-Jährige stand wie eine Wand. Er parierte in der ersten Halbzeit allein vier Siebenmeter. „Dann war es jedesmal so, dass wir im Gegenzug ein Tor kassierten. Das machte in der ersten Halbzeit weitestgehend den Unterschied aus“, so Andreas Ott, dessen nachträgliche theoretische Rechnung zur Pause auch ein 13:12 oder 14:12 hätte ergeben können. Aber der Gastgeber lag stattdessen nach 30 Minuten mit 15:8 vorn. Auch Oranienburgs Trainer Christian Pahl sah keine totale Dominanz. „Der Unterschied war nicht so groß. Wir gingen in den ersten 20 Minuten nicht konsequent auf die gegnerische Abwehr, agierten aber mit zunehmender Spielzeit auch wegen der gehaltenen Bälle von Paul insgesamt sicherer.“

Der OHC hielt in der zweiten Hälfte das Tempo mir einer leicht veränderten Formation hoch und spielte konsequent weiter. „Die Mannschaft zeigte die nötige Gier nach Erfolg“, so der Coach. So schraubten die Spieler das Ergebnis sukzessive in die Höhe. Die Marke von 20 Toren war nach 38 Minuten geknackt, die von 30 Toren nach 56 Minuten. Der Gastgeber nutzte die ganze Breite des Kaders. Und dann raubte immer wieder Paul Twarz den Fredenbeckern den Nerv. Auch in der zweiten Hälfte parierte er noch einen Siebenmeter und darüber hinaus viele andere Bälle. „Ja, ich bereitete mich auf den Gegner vor und habe einige Videos gesehen; auch Siebenmeter. Das hat am Ende etwas genutzt“, so der Keeper, der bis auf die Momente im Unterzahlspiel von der ersten bis zur letzten Minute im Tor stand. So war es der Mannschaft ein Leichtes, das Ergebnis nach oben zu katapultieren (18:9, 23:13). Je länger das Spiel dauerte, umso mehr ließen die Gäste um ihren bemitleidenswerten Torwart-Youngster Jona Paulsen zu. Der OHC marschierte gnadenlos weiter. In den letzten zehn Minuten schoss er den früheren Erstligisten mit einem 10:1-Lauf regelrecht ab. „Man nimmt sich ja nicht vor, so hoch zu gewinnen. Um so schöner, dass es mit solch einem deutlichen Erfolg geklappt hat.“

Aufsteiger Fredenbeck ist bereits am 1. Spieltag hart auf dem Boden aufgeschlagen. Trainer Andreas Ott wusste, dass der Aufstieg ein heikles Unterfangen wird, weil einige Akteure das Team nach der späten Qualifikation verließen und der Verein zu dem Zeitpunkt (Juni) kaum noch neue Spieler verpflichten konnte. Christian Pahl bewertet den Sieg aus genau diesen Gründen nicht über. „Wir werden das Ergebnis richtig einordnen.“ Für ihn war der starke Tag von Paul Twarz bezeichnend für das Spiel: „Wir gewannen das Torwartduell nicht nur, sondern auch noch haushoch.“ Der Coach setzte bis auf Torwart Patrick Ziebert alle Spieler ein, so auch A-Junior Lukas Hartung, der auf der Linksaußen-Position sein Debüt in der ersten Männermannschaft feierte und auch gleich sein erstes Tor erzielte. Apropos Tore: Alle Spieler trugen sich in die Torschützenliste ein. In der Endphase traf der Mann des Tages, Paul Twarz, über das ganze Spielfeld zweimal ins verwaiste Gehäuse.

Twarz (2), Ziebert – Danowski (3), Hartung (1), Krai (2), Schmöker (5/3), Barten (1), Müller (1), Pietsch (2), Scharge (5), Heil (3), Reineck (2), Bauer (2), Schnabel (2), J. Porath (3)