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OHC I | 1. VfL Potsdam – Oranienburger HC 33:29 (17:16)

Foto (sb): Niklas Danowski stellt seinen Potsdamer Gegenspieler.

„Werbung für den Brandenburger Handball“ - Das Erwartete ist eingetreten: Tabellenführer Potsdam blieb Sieger im Landesderby. Das Unerwartete: Vor 912 Zuschauern - unter ihnen Brandenburgs Sportministerin Britta Ernst bot der OHC dem Gastgeber bis zur letzten Minute die Stirn. „Ich glaube, das war für den 1. VfL Potsdam 1990 e.V. ein richtiger Stresstest“, meinte OHC-Trainer Christian Pahl in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Sein Gegenüber Bob Hanning freute sich einerseits über die nächsten beiden Punkte, andererseits, „dass uns Oranienburg gezeigt hat, woran wir in den nächsten Wochen arbeiten müssen“.

Der OHC war im Vergleich zur Vorwoche (26:29-Niederlage gegen Füchse Berlin) nicht wiederzuerkennen. Das Team legte gegen den haushohen Favoriten eine Coolness, Feuer, Konzentration und einen Spielwitz an den Tag, die 60 Minuten anhielt. Die schnelle 2:0-Führung durch Tore von Aaron Krai und Nils Müller war eine klare Ansage dafür, dass es kein Spaziergang für die Landeshauptstädter werden sollte. Beim Stand von 3:1 gab es noch einen Dämpfer für den VfL: Spielmacher Maxim Orlov flog nach einer Unbeherrschtheit (er stieß Nils Müller mit beiden Händen vor die Brust) mit Rot vom Feld. „So kamen wir nur schwer ins Spiel“, konstatierte Bob Hanning. Beim 8:7, 9:8 und 10:9 (18.) lag der Brandenburg-Rivale in der Potsdamer MBS-Arena immer noch vorn.

Danach drehten die Potsdamer den Spielstand zu ihren Gunsten. Vor allem der pfeilschnelle und treffsichere Rechtsaußen David Cyrill Akakpo war nie zu stellen und darüber hinaus sehr effektiv. Schon in der ersten Hälfte traf er achtmal (insgesamt zwölfmal und 100 Prozent Trefferquote). Aber das brachte den OHC nicht aus der Ruhe. Einen ganz starken Tag erwischte Mittelmann Aaron Krai, der mit sehr durchdachten Spielzügen seine Nebenleute x-mal in beste Positionen brachte und selbst sechsmal traf. So stand es zur Pause „nur“ 17:16 für den VfL. Bob Hanning bezeichnete Krai auch als „Spieler des Spiels“.

Ohne Frage war am Sonnabendabend zu sehen, weshalb die Potsdamer an der Spitze der Drittliga-Staffel A stehen. Die blutjungen Spieler legten eine Zielstrebigkeit, ein Tempo, eine Aggressivität und eine Spielanlage an den Tag, gegen die man nur schwer ankommen kann. Kevin Struck schlüpfte als Ersatz früh in die Spielmacherrolle, machte dies solide, erhielt aber nach einer Dreiviertelstunde nach der dritten Zeitstrafe auch Rot. In dieser Phase führte sein Team mit vier Toren (24:20, wenig später mit 27:22/48.). Das hieß noch gar nichts. Sechs Minuten später verkürzte Julius Porath mit einem verwandelten Siebenmeter auf 28:26. „Ich bin enttäuscht, dass es in der Schlussphase zwei, drei Situationen gab, die ich anders gesehen habe“, bedauerte Christian Pahl den Verlauf in der Endphase. Danach stellte der VfL die Weichen auf Sieg. „Wir haben nie aufgegeben und immer an uns geglaubt“, resümierte OHC-Kapitän Dennis Schmöker. „Ärgerlich waren die kleinen Fehler, die uns unterliefen – bei mir angefangen. Potsdam gewann am Ende verdient.“

Die Punkte bleiben in Potsdam. Das Fazit von Christian Pahl fällt so aus: „Wir haben ein tolles Derby gesehen. Ich bin stolz auf mein Team und darüber, wie es aufgetreten ist. Auch in schwierigen Phasen ließen wir den Abstand nicht anwachsen. Wir haben uns super teuer verkauft und müssen uns gar nichts vorwerfen. Das Spiel war Werbung für den Brandenburger Handball.“

Oranienburg: Twarz, Ziebert – Danowski (3), Gerntke, Krai (6), Schmöker (3), Barten (4), Müller (4), Scharge (1), Reineck (1), Bauer (2), Belhadi, Hartung, J. Porath (5/3)

Potsdam: Ludwig, Ferjan – Heinis, Struck (3), Simic, Fuhrmann (1), Kaludjerovic (2), Freihöfer (4), Nowak, Akakpo (12), Siggelkow, Orlov, Urios Gonzales (1), Roosna (5/3) Haller (3), Schwark (2)