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OHC I | 1. VfL Potsdam - Oranienburger HC (Vorschau)

Foto (rr): Aaron Krai im Spiel gegen den VfL Potsdam, welches zwei Jahre zurückliegt.

Nils Müller sagte bereits vor einer Woche: „Gegen Potsdam können wir befreit aufspielen.“ Der Rechtsaußen des Oranienburger HC hat vor dem vermeintlichen Spitzenspiel der 3. Liga, Staffel A, völlig recht. Denn die Lage könnte trotz der pikanten Tabellenkonstellation – Potsdam ist Tabellenführer, Oranienburg Dritter – nicht verschiedener sein. „Zwischen beiden Mannschaften liegen Galaxien“, umschrieb OHC-Trainer Christian Pahl die Kräfteverhältnisse. Die neu zusammengestellte Potsdamer Mannschaft spiele unter den Trainern Bob Hanning/Daniel Deutsch ob ihrer Leistungsstärke in einer eigenen Liga. Acht Spiele, acht Siege, 282:188 Tore – deutlicher geht es nicht. Deshalb könne man nicht von einem Spitzenspiel reden. So erklärt sich die Aussage von Nils Müller: Alles andere als ein VfL-Sieg in der Potsdamer MBS-Arena wäre überraschend.

Wegen dieser Ausgangsposition wundert sich Christian Pahl darüber, dass dieses Spiel medial so hochstilisiert wird. „Der VfL bewegt sich in ganz anderen Sphären. Wir können mit unseren Möglichkeiten gar nicht der Prüfstein für Potsdam sein“, sagt der 40-Jährige, der selbst einst zehn Jahre für die Landeshauptstädter spielte. Er freut sich über die Entwicklung in Potsdam, „die einzig mit Bob Hanning zu tun hat“. Der VfL habe die Chance ergriffen, mit den Füchsen zu kooperieren, womit sich die Wahrscheinlichkeit auf einen Aufstieg in die 2. Bundesliga erhöht habe. „Potsdam in der 2. Liga – das kann nur gut für die Region sein.“

Vor dem letzten Hinrundenspiel für den OHC zieht der Coach – zugleich Sportlicher Leiter im Verein – ein Zwischenfazit: „Ich bin extrem stolz darauf, dass der Verein die Pandemie bisher so gut überstanden hat. Mit dem 3. Platz unseres ersten Männerteams hätte nach der Hälfte der Saison niemand gerechnet. Wir haben sicherlich nicht alles richtig gemacht, aber es läuft. Andere Vereine unserer Kategorie haben ganz andere Sorgen.“ Bei Betrachtung der Gesamtsituation bekomme das Spiel am Sonnabend in Potsdam (Anpfiff 19 Uhr) eine ganz andere Bedeutung.

Um dem VfL etwas entgegensetzen zu können, müsse alles passen. Aber da fangen die Probleme schon an. Die beiden Halblinken – Dorian Schnabel und Julius Heil – sowie Kreisläufer Alexander Pietsch fehlen. Damit fallen zugleich drei der fünf Mittelblocker aus. „Aber wir wollen uns wehren. Wichtig für mich ist, dass wir uns nach den 60 Minuten nicht vorwerfen, zu wenig getan zu haben, um das Spiel zu beeinflussen. Dazu müssen wir durchweg mutig auftreten, bereit sein, um den Kampf anzunehmen und nicht in Ehrfurcht zu erstarren.“ Vor Wochenfrist habe der DHK Flensborg gezeigt, dass man sich mit Willen gegen solch eine Mannschaft, die durchgängig doppelt bis dreifach gut besetzt ist, stemmen kann. Die Niederlage fiel – entgegen der bisherigen Kantersiege des VfL – mit 29:31 sehr knapp aus. OHC-Mittelmann Aaron Krai äußerte sich bereits vor ein paar Tagen zum Derby. Er meint: „Vielleicht können wir Potsdam ja ein wenig ärgern.“