„Der Klassenerhalt ist realistisch“ News: OHC Iw, Verein, Topnews

OHC-Trainer im Interview
Damir Eklić trainiert das erste Männerteam des Oranienburger HC seit Anfang Februar. Der 50-jährige Kroate belebte die abstiegsgefährdete Mannschaft. Nach dem sensationellen 24:20-Sieg beim HC Eintracht Hildesheim ergeben sich für das Team im Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga, Staffel Nord-Ost, ganz neue Möglichkeiten. Im Interview gewährt der Coach einen Einblick in seine Sicht auf die ersten Wochen.
Es war ein durchaus abenteuerlicher Start für dich in Oranienburg. Nachdem klar war, du übernimmst das Team bis zum Saisonende, bist du nicht noch einmal in deine Heimat nach Kroatien gefahren, sondern gleich hiergeblieben. Wie war deine erste Zeit in Oranienburg?
Mir geht es gut, wenn es nicht so wäre, würde ich nach Hause fahren. Ganz einfach. Oranienburg ist eine recht nette Stadt. Mir macht das hier Spaß. Ich mag die Ruhe, ich fahre aber auch mal nach Berlin. Ein Schock war für mich die Kälte, das Eis und der Schnee. Als der getaut war, war alles wieder gut.
Vermisst du deine Familie?
Oh ja! Aber wir sprechen täglich miteinander – und ich war jetzt für einige Tage zu Hause.
Ihr habt in deiner Zeit 5:9 Punkte geholt. Wie hat sich das Team entwickelt?
Ich hatte etwa zehn Spiele gesehen, bevor ich anfing, aber eben nur per Video. Vorbereitungsspiele gab es für mich nicht. Das erste, was ich versucht habe, war gute Stimmung zu erzeugen, denn die war nicht sehr gut, die Jungs glaubten nicht mehr an sich. Aber sie haben Talent. Wir haben aufgeholt.
Wie zuversichtlich bist du, das es weiter bergauf geht?
Wir werden den Weg fortsetzen. Ich sehe die Jungs jeden Tag im Training, sie lächeln, wir kommunizieren, sie singen im Bus. Es ist ein großer Unterschied zu sehen im Vergleich von Anfang Februar. Ich versuche, den Spielern beizubringen, dass sie das Spiel genießen sollen. Wir arbeiten Schritt für Schritt und stehen erst am Anfang, aber wir sind auf dem richtigen Weg.
Du sagst die Fans spielen eine große Rolle – würde die Mannschaft ohne die Fans gar nicht gewinnen?
Man merkt, wie groß die Unterstützung ist. Bayern München kann jeder unterstützen, weil sie ständig gewinnen. Bei uns ist das anders. Das Team braucht die Fans, wenn es schwierig wird, gerade dann, wenn man Woche für Woche verliert. Und dann dieser Druck. Ich versuche, ihn von den Spielern zu nehmen.
Du hast einige Spieler aus der zweiten Mannschaft und auch aus der A-Jugend eingebaut. Ist das deine Strategie?
Ein Trainer muss den Überblick haben, die Verbindung zu Trainern und anderen Mannschaften. Wenn nicht, bist du auf einer Insel. Ich muss wissen, wer im Verein ist, die Spieler können in zwei, drei oder fünf Jahren in der ersten Mannschaft spielen. Die dürfen uns nicht egal sein.
Das kommunizierst auf Englisch mit der Mannschaft, wie funktioniert das?
Es ist eine junge Generation, die kann Englisch. Die Spieler sehen Filme, hören Musik – alles auf Englisch. Klar ist aber auch, dass ich Deutsch lernen muss. Im Moment ist es nicht so einfach. Problematisch wird es mit der Verständigung außerhalb der Halle.
Wie würdest du dich als Trainer beschreiben?
Es ist am besten, wenn die Spieler darüber sprechen. Es fällt mir schwer, mich zu beschreiben. Ich sehe mich als gerechten Trainer an. Ich gebe jedem Spieler eine Chance, der sie verdient. Wenn du zum Training kommst, wenn du hart arbeitest, wenn du dich nicht beschwerst. Wenn sie eigene Ideen einbringen, gebe ich ihnen eine Chance. Kein Problem, wenn du einen Fehler machst, den kannst du korrigieren. Aber wenn du das Training auslässt oder denkst, du bist ein Superstar und gibst dem Team nichts, dann bin ich nicht der nette Kerl. Ich bin ehrlich und möchte den Spielern meine Philosophie darlegen. Sie sollen den modernen Handball verfolgen, von den großen Clubs lernen.
Noch ein Wort zum letzten Spiel in Hildesheim, das ihr sensationell gewonnen habt. Wie hast du ihn aufgefasst?
Zunächst mal gebührt den Spielern das ganze Lob. Sie haben gewonnen. Sie spielen. Mein Part ist es, die Emotionen zu managen. Ich möchte so arbeiten, dass wir maximal positiv in die Spiele gehen und sie bestreiten. Wir reagieren in jedem Spiel immer wieder anders, manchmal ändern wir unsere Spielweise aller fünf Minuten. Wenn wir dann im Spiel sind, kann uns keiner stoppen.
Wie realistisch ist es, dass die Mannschaft den Klassenerhalt in der 3. Liga schafft?
Das ist wirklich realistisch; nicht, weil ich das als Trainer sage, sondern weil ich sehe, wie die Jungs trainieren und wie sie jetzt spielen.
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