„Der Handball hat mich geprägt“ News: Verein, Topnews, OHC Ü40, OHC III

Foto (OHC/ Stefan Blumberg): OHC-Präsident Thomas Stahlberg (links) bei der Ehrung von Gordon Kühne.

Gordon Kühne erhält HVB-Ehrennadel in Bronze

Er hatte schon vermutet, dass der OHC danke sagen wollte für sein jahrelanges Engagement beim Oranienburger HC. Er sollte beim ersten Heimspiel des Drittliga-Teams vor Ort sein. „Dass ich aber solch eine Auszeichnung erhalten würde, damit hatte ich nicht gerechnet“, sagt Gordon Kühne. Auf der Urkunde, die ihm OHC-Präsident Thomas Stahlberg jüngst überreichte, steht: In Würdigung der besonderen Verdienste um den Handballsport wird Gordon Kühne die Ehrennadel des Handballverbandes Brandenburg verliehen. „Da hatte ich schon etwas Pippi in den Augen“, sagt der 53-jährige zum Moment der Verleihung.

Es können einige von sich behaupten, den Oranienburger Handball über fast fünf Jahrzehnte mitgeprägt zu haben. Aber nicht viele. Gordon Kühne schon. Seit September 1980 – dem Eintritt bei Dynamo Oranienburg – widmet er sich dem kleinen Ball. Erste Trainer waren seinerzeit Jürgen Hohensee und Albert Trupke. Thomas Sattler oder Thomas Spieckermann gehören zu den Spielern, mit denen er eine ziemlich große Wegstrecke des Handballs in Oranienburg ging. Auch Uwe Roßbach nennt er.

Das Talent von Gordon Kühne, der seine Position immer im Aufbau hatte, brachte ihn sogar zu Sichtungsturnieren und zur Aufnahmeprüfung für die Sportschule. Dieses Privileg teilte er mit Ricardo Protze, der an der Sportschule angenommen wurde, Kühne aber nicht. „In sportlicher Hinsicht habe ich die Aufnahmeprüfung bestanden, aber gesundheitliche Aspekte sprachen dagegen. Deshalb wurde ich aussortiert. Das war damals ein ziemlicher Schlag ins Genick.“

Im Nachhinein habe er sich damit arrangiert, er spielte in der Potsdamer Bezirksauswahl und da unter anderem gegen Berlin mit dem späteren Weltstar Stefan Kretzschmar. Auch Mario Müller, der gut ein Jahrzehnt als Trainer beim OHC agierte, lief ihm damals schon über den Weg. Er hatte einen Platz an der Sportschule (Berlin) abbekommen.

In der Wendezeit wurde aus Dynamo Oranienburg der PSV Oranienburg, der wesentlich von Klaus Bednorz geprägt war. Auch Gordon Kühne gehörte dem Verein an. 1993 gründete sich dann der Oranienburger Handball-Club – ein Neustart für den Handball in der Kreisstadt. Gordon Kühne fand beim OHC über einen langen Zeitraum seinen Platz in der zweiten Mannschaft, die unter anderem vom heutigen Präsidenten Thomas Stahlberg trainiert worden war. Später rutschte er zunächst in die dritte und schließlich in die vierte Mannschaft. Viele Spieler im Verein sieht er als Wegbegleiter an; zum Beispiel Jörg Strauchmann oder Heiko Fritz.

In den vergangenen zehn Jahren trug er als Trainer Verantwortung für die dritte Mannschaft. Ein Jahr davon als Co-Trainer. Rechtzeitig gab er bekannt, dass er nach der Saison 2025/26 sein Amt aus persönlichen Gründen niederlegen werde. Das tat er dann auch. „Das waren vor allem familiäre und persönliche Gründe“, so der kaufmännische Mitarbeiter eines Baustoffhandels aus Velten. Aber der Handball Ruhestand hielt nicht lange. „Ich habe die zwei, drei Monate handballfreie Zeit sehr genossen, merkte aber, dass ich zu sehr am Handball hänge und eine Aufgabe brauche.“ Die fand sich in der Ü 40. „Ich habe mich bereiterklärt, Daniel Kopiske, der sich aktuell um die Mannschaft kümmert und dort auch als Spieler aktiv ist, unter die Arme zu greifen. Der Aufwand ist nicht mehr so hoch wie bei der Dritten. Wir haben einmal Training in der Woche und insgesamt nur zehn Spiele. Das ist alles überschaubar. Ich habe lange mit Daniel Kopiske zusammen gespielt. Wir wissen, wie der andere tickt. Das passt.“

Gordon Kühne ist seit 46 Jahren Handballer in Oranienburg. „Wenn andere immer gesagt haben, der Sport ist ihre zweite Familie, war es bei mir jahrelang wirklich die erste Familie. Der Handball hat aus mir einen Teamplayer gemacht, das half mir in meinem Leben. Ich lernte, dass man gemeinsam stark ist und als Team einiges bewirken kann. Das beziehe ich auch auf Familie und Beruf. Ja, der Handball hat mich bis heute geprägt.“

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