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18.02.2009
OHC wieder in der Reformmangel
Handball Oranienburger von Strukturveränderung direkt
betroffen / Statt fünf gibt es künftig nur noch vier Regionalligen
Die Reform der oberen Handballligen kommt – nur nicht in der ganz geballten
Form, sondern in zwei Schritten. Der Oranienburger HC ist davon unmittelbar
betroffen.
Die Reformsuppe im deutschen Handball wurde im vorigen Jahr angesetzt. Seit
Oktober ist sie richtig am Köcheln. Das heißt: In der Spitze wird alles
schlanker. Der seit Donnerstag gültige Plan besagt, dass die zweigleisige 2.
Bundesliga der Männer auf eine Staffel reduziert wird. Aus den fünf
Regionalligen werden vier gemacht. Ursprünglich sollte der Abspeckzeitraum in
der Saison 2009/10 komplett über die Bühne gehen. Das trifft jetzt nur für die
Regionalligen zu, die Zweitligisten spielen noch ein weiteres Jahr in zwei
Staffeln unter den jetzigen Begebenheiten.
Die Männer des Oranienburger Handball-Clubs sind nicht das erste Mal von einer
Änderung der Liga-Struktur betroffen. Bereits in der Saison 1998/99 schmeckte
ihnen die Suppe nicht, die ihnen der DHB eingebrockt hatte. Damals spielte das
Team zunächst in einer Elferrunde. In der anschließenden „Abstiegsrunde“ mit
zehn Mannschaften reichte es nicht für den Klassenerhalt.
„Ich kann mich nur noch dunkel daran erinnern“, sagt Martin Siegler. Der
30-Jährige stand damals wie heute im Aufgebot der OHC-Ersten. Er glaubt, dass
der Mannschaft dieses Unheil nicht mehr widerfahren wird. „Dafür, dass wir die
Reform ohne Abstieg überstehen, spricht zum Beispiel diese Saison. Wir sehen,
dass die Mannschaft Potenzial hat“, so der Rückraumspieler. „Ich glaube, wir
werden das auch im neuen Spieljahr zeigen, wenn wir mit dem gleichen Ernst an
die Sache gehen wie in dieser Saison.“ Dazu sieht Martin Siegler im Team
genügend erfahrene Spieler, die mit der Situation umgehen können. „Das war auch
in dieser Saison zu sehen, als wir schlecht aus den Startlöchern kamen –
allerdings gegen starke Mannschaften. Da haben wir die Ruhe behalten. Und
vielleicht ändert sich der Kader ja so, dass wir ein noch stärkeres Team haben.“
Das wäre dann das Salz in der Reformsuppe.
Die Fakten zur Strukturreform im deutschen Handball
Die Handball-Bundesliga der Männer (HBL) beschloss am Donnerstag, 5. Februar,
die Einführung der eingleisigen 2.Liga ab der Saison 2011/12 – ein Jahr später
als ursprünglich angedacht.
Die Ligareform der Amateurklassen von den Regionalligen abwärts wird wie geplant
ab der Saison 2009/10 beginnen – mit der Reduzierung von bis jetzt fünf auf vier
Staffeln, so Karl Friedrich Schwark, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Ligareform
beim DHB. Ab der Saison 2010/11 wird mit vier Staffeln gespielt.
Momentan gehören aus dem Berlin-Brandenburger Raum der Oranienburger HC, VfL
Potsdam, BFC Preussen, LHC-Cottbus und SV 63 Brandenburg-West zur Regionalliga
Nordost.
Die Einteilung der Mannschaften in der 3. Liga wird laut vorliegendem Konzept
nach geographischen Gesichtspunkten vorgenommen.
Unterhalb der Regionalligen wird es nur noch zwölf Oberligen geben. Eine neue
ist die Ostsee-Spreeliga, in denen Mannschaften aus Mecklenburg-Vorpommern,
Brandenburg und Berlin spielen.
Das Konzept zur Ligareform ist das Arbeitsergebnis einer Kommission, die eng mit
dem DHB zusammengearbeitet hat.
Der DHB, der zuständig ist für die Organisation des Spielbetriebs unterhalb der
Bundesligen der Frauen und Männer, will dabei Nachhaltigkeit in der 3.und 4.
Liga schaffen.
Es gibt noch Fragen, so zum Beispiel, wer in Zukunft für die vier Regionalligen
zuständig sein wird. Da sollen die bisherigen Regionalverbände ins Spiel kommen,
das ist aber Sache des DHB und seiner Organisationen, dies zu regeln.
Die bislang fünf Regionalligaverbände Nordost, Nord, West, Süd und Südwest wären
somit für die Spielorganisation von acht Staffeln zuständig. „Die 3.Liga soll
deckungsgleich spielen, das heißt, es gibt eine spielleitende Stelle für Männer
und Frauen, und es gibt gemeinsame einheitliche Durchführungsbestimmungen“,sagt
Karl Friedrich Schwark, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Ligareform. Ein Novum,
schließlich gibt es derzeit keine einheitliche Regelungen bezüglich solcher
Dinge wie Aufstieg oder Harzverbot in den Hallen.
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, Stefan Blumberg, 12.02.2009
„Wir arbeiten längst an der neuen Saison“
Die Strukturreform
des deutschen Handballs ist beschlossene Sache. Inwieweit der Oranienburger HC
mit seinem Männerteam davon betroffen ist – darüber gab Vereinspräsident Werner
Siegler MAZ-Redakteur Stefan Blumberg Auskunft.
MAZ: Welche Auswirkungen haben die Änderungen für Ihren Verein?
Werner Siegler: Ich gehe davon aus, dass wir in dieser Saison die Liga halten.
Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn es anders läuft. Dann ist die nächste
Saison eine spannende Sache. Ich denke, dass man mindestens den 8. Platz belegen
muss, um in der Liga zu bleiben.
Das wäre der erste Schritt, der zweite kommt mit der Reduzierung der
2.Bundesliga ein Jahr später...
Siegler: Dann heißt es, mit allen Mitteln versuchen, die Liga erneut zu halten.
Aber so weit ist es noch nicht.
Mit dem Beschluss der Deutschen Handballliga und der Arbeitsgruppe
Ligareform haben Sie eine Grundlage für Ihre Planungen. Gibt es schon Gedanken,
wie die aussehen?
Siegler: Wir haben jetzt ein deutliches Signal erhalten, arbeiten aber schon
längst mit Blick auf die neue Saison – wie immer im Stillen. Zum Beispiel
trainiert zurzeit ein Spieler zur Probe mit. Wir sehen uns aber auch im eigenen
Verein um und gucken, wer sich da anbietet. Klar ist uns, dass die nächste
Saison schwieriger werden wird als die aktuelle. Dann wird uns jeder Gegner
extrem ernst nehmen.
Mit der Reduzierung der Regionalligen wird es vermutlich einen finanziellen
Mehraufwand geben. Kann der OHC so ein Projekt stemmen?
Siegler: Kann ich noch nicht beantworten, weil noch nicht klar ist, woher die
Gegner kommen, gegen die wir spielen müssen. So weit ist man beim DHB noch
nicht.
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