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22.01.2009

„Junge, komm bald wieder ...“ 
Handball Hallensprecher Meider und Ambrosius heizen bei OHC-Spielen mit treffenden Musik-Einspielern

Sie sind ein eingespieltes Duo: Während Ralf Meider ins Mikrofon spricht, drückt Clemens Ambrosius gedanken- schnell auf die Knöpfe am Schaltpult. Heraus kommt eine kleine Show – immer dann, wenn der OHC spielt.

Ob der gute alte Freddy Quinn weiß, dass er beim Oranienburger HC eine Rolle spielt? Wohl nicht. Ist auch nicht tragisch. Sein einstiger großer Hit „Junge, komm bald wieder ...“ schallt bei jedem Heimspiel des Regionalliga-Teams durch die Louise-Henriette-Halle in Oranienburg. Just in dem Moment, wenn ein einheimischer Spieler mit einer Zwei-Minuten-Strafe belegt wurde. Das Knöpfchen am CD-Player drückt in der Regel Clemens Ambrosius. Gemeinsam mit Ralf Meider bildet er das Moderatoren-Duo beim OHC, das – wenn Not am Mann ist – von Thomas Stahlberg und Ralf Leiskau ersetzt wird.

Der Freddy-Quinn-Schlager ist nur einer von etwa 25Titeln, die in den entsprechenden Spielsituationen sekundengenau eingespielt werden. „Servus, good by ...“ zum Beispiel, wenn ein gegnerischer Spieler eine Zeitstrafe aufgebrummt bekommt. Oder wenn Tore gefallen sind, die ohrenbetäubende Dampfer-Sirene zum Beispiel. „Das ist ein wenig vom Eishockey abgeguckt“, sagt Torwart Gunnar Tredup.

„Intensiv entwickelt haben sich die akustischen Einlagen in der vergangenen Saison. Vor allem die Spieler Tim Fröhlich und Gunnar Tredup kamen an und sagten, dass die eingespielte Musik gut für die Stimmung in der Halle sei“, erzählt Ralf Meider. So steuerte zum Beispiel Riccardo Tourmos Frau Katrin diverse Titel bei, die Ralf Meider und Clemens Ambrosius am Spieltag „nur“ noch einzulegen brauchen. „Wir von der Mannschaft sind sehr dankbar, dass die beiden Sprecher das so machen, es pusht uns immer noch ein bisschen höher“, so Kapitän Tourmo.

Mittlerweile gibt es schon vier CDs mit Musik, von der sich die Spieler des Regionalliga-Aufsteigers berieseln oder motivieren lassen. Eine mit der Warm-up-Musik (von Tim Fröhlich zusammengestellt), eine mit der Einlaufmusik (Linkin Park), eine mit den diversen Einspielern und eine mit der Kabinenmucke (u.a. Beatsticks, Ärzte).

Bei den meisten, aber längst nicht allen Heimspielen lässt sich das OHC-Team von der Musik tragen, denn Meider und Ambrosius sind am Wochenende in erster Linie Schiedsrichter, nur im „Nebenjob“ Hallensprecher. Aber im Spiel gegen den BFC Preussen am Sonnabend, 18 Uhr, wird zumindest Ralf Meider wieder am Mikro sitzen.



Ralf Meider (links) und Clemens Ambrosius geben bei den Heimspielen des Oranienburger HC immer mächtig Gas. FOTO: ROBERT ROESKE

Einspielmusik beim Oranienburger HC

bei selbst erzielten Toren
•das dröhnende Airhorn (wie ein Schiffshorn)
•„Yeh, Baby“

bei eigenen Zeitstrafen
•„Junge, komm bald wieder...“
(Freddy Quinn)
•„Warum“ (Tick Tack Toe)
•„Gott weiß, ich will kein Engel sein“ (Rammstein)

bei Zeitstrafen des Gegners
•„Servus mach’s gut“ (Nicki)
•„Nun sag schon adieu“ (Ulli Bastian)
•„Geh, eh’ ich total den Kopf verlier“ (Bernhard Brink)

Pausenfüller bei Team-Time-Outs oder Siebenmetern
•„Live is live“ (Opus)
•„Das ist Wahnsinn“ (Wolfgang Petri)
•„Willst du mit mir geh’n“ (Nena)
•Hände zum Himmel (Kolibris)

Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 22.01.2009, Stefan Blumberg