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18.11.2008
Auch die Regionalliga-Reserve des
Oranienburger HC spielt in der Brandenburgliga plötzlich oben mit
Obenauf:Der Oranienburger HC II
Nicht nur die erste Männermannschaft des Oranienburger HC
sorgt in der Handball-Regionalliga Nordost für Furore. Auch die Reserve hat sich
mit konstant guten Leistungen klammheimlich ins obere Tabellendrittel der
Brandenburgliga gespielt. Der plötzliche Trainerwechsel kurz vor dem Saisonstart
scheint seine reinigende Wirkung nicht verfehlt zu haben.
Anfang September hatte sich der Club nach internen Differenzen von Reserve-Coach
Gerhard Wartenberg getrennt. Der Draht zu vielen Spielern war Wartenberg, der
nun die Oberliga-Frauen des HSC Potsdam coacht, im Laufe seiner zweijährigen
Amtszeit abhanden gekommen. Auch der sportliche Erfolg war ausgeblieben. Kurz
nach der Trennung präsentierte die Club-Führung dann mit dem Trainerduo Thomas
Stahlberg und Ronny Schmiedeke eine interne Lösung.
Viel Zeit blieb damals nicht, um aus den vielen Einzelspielern und dem neuen
Übungsleiter-Gespann eine konkurrenzfähige Truppe zu formen - zwei Wochen bis
zum ersten Pflichtspiel, um genau zu sein. "Die Spieler waren damals sehr
aufgeregt und aufgewühlt. Alle wollten sich einbringen und wir mussten uns und
die Mannschaft erst einmal sortieren", erinnert sich Schmiedeke an die
Anfangszeit vor gut zweieinhalb Monaten. Dementsprechend verkorkst war der Start
- 29:30 im Pokal gegen Teltow/Ruhlsdorf, 23:34 gegen Bad Liebenwerda und 31:36
gegen den Grünheider SV. Resultate, von denen sich die beiden Trainer aber nicht
irritieren ließen. "Eine neue Mannschaftsstruktur zu finden, geht ja nicht von
heute auf morgen. Das hat bei uns gut vier Wochen gedauert", so Schmiedeke. Sein
Trainerkollege Thomas Stahlberg ergänzt: "Das Team hat sich von Spiel zu Spiel
gesteigert, sich immer besser zurecht gefunden. Grundlage dafür war und ist die
hohe Trainingsbeteiligung."
Inzwischen ist es Stahlberg und Schmiedeke gelungen, aus jungen und hungrigen
Spielern (Broja, Frinker, Gießmann, Dittmer), Regionalliga-erfahrenen Akteuren (Steudtner,
Strauchmann, Schmidt) und langjährigen Wegbegleitern der Zweiten (Eismann,
Kopiske, G. Kühne, Düwert, Holzendorf und andere) eine Mannschaft zu formen, die
in der Brandenburgliga jeden schlagen kann. "Wir schielen auf Platz zwei",
verrät Stahlberg, dessen Team mit nunmehr 10:4-Zählern auf Rang drei vorgerückt
ist. Zuletzt gewannen die Oranienburger fünf Spiele in Folge - darunter auch die
richtungweisenden Partien gegen Brandenburg-West II (aktuell 5./36:27),
Rathenow-Milow (2./40:31) und zuletzt gegen Wusterwitz (6./25:22).
Ergebnisse, die zeigen, wohin die Reise gehen kann. Vielleicht irgendwann eine
Klasse höher? "Oberliga? Warum eigentlich nicht ...", sagt Thomas Stahlberg und
stimmt dabei mit Ronny Schmiedeke überein, der meint: "Irgendwann kann man ja
mal über das Thema Aufstieg nachdenken. Denn, sollte sich die Erste dauerhaft in
der Regionalliga etablieren, dann darf die Zweite nicht abreißen lassen." In
erster Linie sei das Team eben eine echte Reserve - der Sprung für Nachrücker in
die Regionalliga dürfe nicht zu groß werden.
Gleichwohl sind sich beide Trainer bewusst, dass der derzeitige dritte Platz nur
eine Momentaufnahme ist. "Wir stehen erst am Anfang. Noch reicht unsere Qualität
nicht, um ernsthaft die Oberliga ins Auge zu fassen."
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 19.11.2008
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