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„Die Spieler sind gereift!“
Interview mit Trainer Holger Winselmann

Er ist der Spiritus Rector des Regionalliga-Aufsteigers Oranienburger HC. Drei Jahre amtiert Hol- ger Winselmann als Trainer des Männerteams. Mit dem 44-Jährigen, der übrigens die nebenstehenden Kritiken der Spieler vornahm, sprach vorm Saisonstart am Sonnabend auf Usedom MAZ-Redakteur Stefan Blumberg.

Mit welchem Gefühl gehen Sie in die Saison?
Holger Winselmann: Ich freue mich darauf: Wir treffen auf andere Teams, spielen in anderen Hallen und sehen uns anderen sportlichen Anforderungen gegenüber.

Es überwiegt bei Ihnen der Optimismus?
Winselmann: Ja, weil wir ein gutes Team sind. Wir werden in der Liga eine gute Rolle spielen.

Was spricht dafür?
Winselmann: Die Mannschaft, die fast komplett zusammengeblieben ist, schätze ich stärker ein als in der Vorsaison. Die Spieler sind gereift, die Mannschaft auch.

Wer hat einen Sprung nach vorn gemacht?
Winselmann: Ich sehe da zum Beispiel Christian Riedel, Tim Fröhlich, der eh schon Leistungsträger war, oder auch Sascha Klimczak.

Verlief die Vorbereitung nach Ihrem Geschmack?
Winselmann: Sie war ganz okay, aber man muss immer Abstriche machen. Urlaub, Prüfungen, Schule – dadurch fallen Spieler ständig aus. Die Trainingsintensität war ziemlich hoch, die Trainingseinheiten wurden durch Turniere und Spiele ergänzt. Der Turniersieg in Banzkow, die Siege gegen die Füchse II, Rudow oder TMBW Berlin – es lief alles ganz gut für uns.

Mit Erik Pommerening und Robert Stelzig sind zwei neue Spieler im Team. Wie ist Ihr Eindruck?
Winselmann: Ich glaube, wir haben für ihre Positionen auf Rechtsaußen und am Kreis die richtige Wahl getroffen. Marco Schönfisch gehört aus beruflichen Gründen nicht mehr zum Kader. Vielleicht kommt mit Matthias Passarge noch ein Torhüter aus Berlin dazu. Er will nach Oranienburg.

Wen halten Sie in der Liga für die stärksten Konkurrenten?
Winselmann: Ich gehe mal davon aus, dass Potsdam, Flensborg und Flensburg II eine sehr gute Rolle spielen werden. Vielleicht gehören auch noch Usedom oder Tarp-Wanderup dazu.

Mit welchen Teams könnte Ihre Mannschaft auf Augenhöhe sein?
Winselmann: Ich hoffe, dass wir schon bald nach den Spitzenteams kommen. BFC Preußen, Bramstedt, Norderstedt, Neubrandenburg oder Brandenburg – diese Mannschaften bereiten mir zumindest keine Bauschmerzen.

Worauf freuen Sie sich besonders?
Winselmann: Auf die Derbys gegen Brandenburg, Potsdam und Preußen sowie auf die Duelle gegen Usedom oder Bad Doberan. Mit Matthias Hahn werde ich einen ehemaligen Nationalmannschaftskollegen wiedersehen. Er trainiert die SG Flensburg/Handewitt II. Wir haben damals auch gegeneinander gespielt – er in Flensburg, ich in Magdeburg.

Dachten Sie während der vergangenen Saison mal daran, Ihr Traineramt beim OHC aufzugeben?
Winselmann: Ich habe mir schon meine Gedanken gemacht. Gerade in der Phase, als wir den Aufstieg eigentlich nicht mehr aus eigener Kraft schaffen konnten, fragte ich mich, ob ein anderer das nicht besser könnte. Aber der Verein wollte mit mir weitermachen und ich eigentlich auch mit dem Team.

Hat Ihre Mannschaft die Substanz, längere Zeit in der Regionalliga zu bestehen?
Winselmann: Da bin ich mir ganz sicher. Mit Gunnar Tredup, Heiner Throl, Martin Siegler, Heiko Fritz und Riccardo Tourmo stehen nur fünf Spieler im Kader, die älter als 30 Jahre alt sind. Die meisten sind noch nicht einmal 25 Jahre und noch entwicklungsfähig.


Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 11.0
9.2008
, Stefan Blumberg

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