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Zu teuer

Handball: OHC entlässt Reserve-Coach Gerhard Wartenberg

ORANIENBURG Gerhard Wartenberg ist nicht mehr Trainer des Handball-Brandenburgligisten Oranienburger HC II. Der Verein hat ihn am Dienstagabend auf Grundlage eines einstimmigen Präsidiumsbeschlusses aus "wirtschaftlichen Gründen" entlassen.

Nicht mehr Trainer des OHC II: Gerhard Wartenberg muss die Kreisstädter aus wirtschaftlichen Gründen verlassen. Der Verein kann ihn nicht mehr bezahlen. Scharmer

"Schmerzhafte Entscheidungen gehören zum Geschäft. Ich hätte mir eine andere Lösung gewünscht. Aber es ging nicht anders", bedauerte OHC-Präsident Werner Siegler gestern die Freistellung des Trainers. Ein namhafter Sponsor entscheide erst im Oktober über sein Engagement bei den Kreisstädtern. "Wir können kein Geld verplanen, das wir noch nicht eingenommen haben." Und Wartenberg, der in Brandenburg/Havel wohnt, sei schon allein wegen seiner weiten Anfahrt "der teuerste Mann des Vereins" gewesen. Der Zeitpunkt der Trennung sei zwar sicherlich ungünstig. Doch die betriebswirtschaftliche Vernunft zwinge den Verein zu diesem Schritt.

Für Wartenberg kam seine Entlassung nach eigener Aussage "völlig überraschend". Die Kündigung so kurz vor Beginn der Meisterschaft sei für ihn und seine Mannschaft ein Schlag ins Gesicht. "Das ist unsportlich und nicht korrekt. Es geht dabei nicht um mich, sondern um das Wie", kritisierte Wartenberg. Die Begründung für seine Entlassung müsse er zwar akzeptieren. "Aber wirtschaftliche Probleme als Grund anzugeben, kommt doch einem Offenbarungseid gleich. Man muss sich ja fragen, wie lange es dauert, bis die auf die Regionalliga-Mannschaft übergreifen." Er selbst sei auf den Trainerposten in Oranienburg aus finanzieller Sicht nicht unbedingt angewiesen. "Ich bin ja beim Landessportbund angestellt." Allerdings habe er im Sommer Angebote anderer Vereine abgelehnt und sich für ein weiteres Engagement in Oranienburg entschieden, wo er nach einer positiven Vorbereitung und guten Zugängen einen Platz unter den besten fünf Teams der Brandenburgliga angepeilt hatte. Im Nachhinein bereut er es nun, anderen Klubs abgesagt zu haben. "Bald beginnt die Saison und die Sache ist erst einmal gegessen. Ich hätte schon gerne weitergemacht mit dem Handball", so Wartenberg.

Siegler hat den Coach und die Mannschaft am Dienstagabend kurz vor Beginn des Testspiels der Reserve gegen TS Berlin (36:30) von der Entscheidung des obersten Vereinsgremiums informiert. Gleichzeitig bat er den 52-jährigen Brandenburger, die Mannschaft bis zum Testspiel am kommenden Dienstag gegen Hermsdorf zu betreuen. Wartenberg sagte zu. Dann soll ein Nachfolger präsentiert werden, wobei der OHC eine "vereinsinterne Lösung" anstrebt.

Wartenberg hatte die Oranienburger Reserve im Sommer 2006 übernommen. "Er hat die Mannschaft voran gebracht", bedankte sich Siegler für die geleistete Arbeit des Trainers, dessen größter Erfolg die Teilnahme am Landespokal-Finale 2007 gegen die eigene Erste war. Bei der Saisoneröffnung am 20. September soll Wartenberg offiziell verabschiedet werden.

Presseartikel Oranienburger Generalanzeiger 04.09.2008, Dirk Nierhaus