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Martin Quente beendet Stippvisite beim Oranienburger HC
"Ich kam leider zu spät"
ORANIENBURG Er ist ein etwas anderer Torwart. Mit seinem Auge,
seiner eigenwilligen Drehung des Hinterns beim Bälleparieren, der flachen Hand,
die die Flugbahn des Balls durchkreuzt und seinen provozierenden Blicken – er
brachte die gegnerischen Spieler reihenweise zur Weißglut, weil sie an dem
rundlichen Körper immer wieder scheiterten.
Sein Gastspiel dauerte nur ein Jahr. Martin Quente, Torwart des Oranienburger
HC, wurde am Sonnabend vorm letzten Saisonspiel gegen TMBW Berlin (30:30) etwas
überraschend verabschiedet. Eigentlich wollte der 34-Jährige mindestens zwei
Jahre bleiben. Die familiäre Situation hat sich bei dem Berliner geändert,
deshalb läuft er künftig nicht mehr für die Oranienburger auf. "Wir haben vier
Kinder und jetzt ein fünftes Kind in Pflege genommen", sagt Martin Quente. "Den
Aufwand kann und will ich meiner Frau nicht allein zumuten."
Quente bedauert es, erst so spät zu den Oranienburgern gekommen zu sein,
"sozusagen im Spätherbst meiner Laufbahn". Er habe sehr viel Spaß in Oranienburg
gehabt. Als das schönste Erlebnis bezeichnet er den Sieg über den HC Neuruppin
(28:26), der Wermutstropfen sei der verpasste Regionalliga-Aufstieg gewesen.
"Für mich war dieses Jahr auch noch einmal die Bestätigung, dass ich in dieser
Liga mithalten kann, auch wenn man das im Spiel gegen TMBW nicht sehen konnte.
Martin Quente, im normalen Leben Leiter einer Kita für aidskranke Kinder in
Kreuzberg, bekam vom Oranienburger HC eine Freigabe. Noch möchte der Keeper das
Handballspielen weiter betreiben. "Ich gehe zurück zu meinem Heimatverein VfL
Lichtenrade. Die spielen in der fünften Liga." Der zeitliche Aufwand hält sich
für den Torwart dann in Grenzen. Nach Oranienburg fuhr er immer 70 Kilometer zum
Training, "jetzt sind es fünf Minuten mit dem Fahrrad".
Märkische Allgemeine
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