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10.01.2012
„Nicht vergessen: Es geht weiter um den
Klassenerhalt“
Jens Deffke, Trainer des
Oranienburger HC, vor dem Rückrundenstart
Die Männer des
Oranienburger HC haben in der 3. Liga eine solide Hinrunde gespielt. Sie stehen
im gesicherten Mittelfeld. Vor dem Rückrundenstart am Sonnabend in Freden- beck
stand Trainer Jens Deffke Stefan Blumberg Rede und Antwort.
MAZ:
Die Spieler hatten etwa 14 Tage Trainingspause – sieht man es ihnen an?
Jens Deffke: Nein. Ich stehe zwar nicht mit der Waage da und
kontrolliere, ob sie zugenommen haben. Ich sehe aber schon, wer nichts getan
hat. Spätestens bei den Läufen würden die, die sich nicht bewegt hätten, schlapp
machen. Es war aber keiner dabei.
MAZ: Ihr Team hat
16:14 Punkte geholt und liegt auf Platz 7. Entspricht dieses Abschneiden Ihren
Vorstellungen?
Deffke: Wir sollten nicht vergessen: Ziel
ist der Klassenerhalt. In der Tabelle liegen fast alle Mannschaften eng
beieinander. Ich trete schon bewusst auf die Bremse, denn wir sollten nicht
vergessen, wer wir sind und welche Möglichkeiten wir haben. Da sind uns andere
Vereine voraus. Wenn sich der Stralsunder Trainer Jörn Schläger darüber beklagt,
dass er nicht siebenmal in der Woche trainieren kann – was sollen wir da sagen,
die dreimal trainieren?
MAZ: Aber die 16 Punkte sind
okay?
Deffke: Die haben wir uns in der ausgeglichenen
Liga hart erarbeitet. Ich hätte zwar in Stralsund gern gewonnen, aber wir haben
so oder so ein fast ausgeglichenes Punktekonto. Das ist in Ordnung.
MAZ: Wo ließ Ihr Team Punkte liegen?
Deffke:
Ich denke, dass in Tarp, Magdeburg und Stralsund mehr drin war. Die Spiele
gingen verloren. Allerdings haben wir auch einige ansprechende Spiele
abgeliefert. Dazu zähle ich den Pokalsieg gegen Hamm sowie die Punktspiele gegen
Fredenbeck, Hannover, Großburgwedel und Tarp. Gegen Henstedt und Brandenburg
lief nur jeweils eine Halbzeit gut.
MAZ: Wo sehen Sie
Reserven im Spiel Ihrer Mannschaft?
Deffke: Sicherlich
im Abwehrverbund. Es macht sich mitunter schon bemerkbar, dass der eine oder
andere alte Hase aufgehört hat. Insgesamt denke ich aber, dass wir variabler
geworden sind. Zu nennen wäre da zum Beispiel das Zusammenspiel von Max Bachmann
mit den Kreisläufern. Die erzielten Tore verteilen sich auf mehr Spieler, sodass
wir von der Warte aus auch ausgeglichener besetzt sind.
MAZ:
Ihre Mannschaft kassierte 488 Gegentore – mehr schluckte nur Beckdorf. Bereitet
Ihnen das Kopfzerbrechen?
Deffke: Ich mache mir schon
meine Gedanken. Wir arbeiten daran, dass wir uns weiterentwickeln, stabiler
werden und uns in der Zusammenarbeit zwischen Abwehrzentrum und Torwart
steigern.
MAZ: Sie haben mit Carsten Ohle einen
Torwarttrainer mit nach Oranienburg gebracht. Einmal wöchentlich widmet er sich
den Torhütern. Mit Erfolg?
Deffke: Ganz klar: ja.
MAZ: Linksaußen Mike Schröder hat den Verein in der
vergangenen Woche Richtung Eberswalde verlassen. Gibt es weitere personelle
Veränderungen?
Deffke: Nein. Wir haben den Kader vor der
Saison so aufgestellt, dass wir damit gut durch die Saison kommen. Daran ändert
sich nichts.
MAZ: Wozu ist die Mannschaft in der
Rückrunde fähig?
Deffke: Es bleibt dabei: Der
Klassenerhalt zählt. Die Situation ist noch gefährlich. In der Liga gibt es kein
Team, das als Kanonenfutter gilt, bei dem man die Punkte einplanen kann. Aber
ich denke, dass wir in der ersten Hälfte der Rückrunde die Grundlage für den
Klassenerhalt schaffen können. Da haben wir solche Gegner wie Fredenbeck,
Beckdorf, Flensborg, Achim/Baden oder Brandenburg, gegen die wir Punkte holen
müssten.
MAZ: Ihr Vorgänger Peter Frank hat nach einem
Jahr Trainertätigkeit beim OHC gesagt, dass der Druck in Oranienburg ziemlich
groß sei. Geht Ihnen das auch so?
Deffke: Ich denke,
dass man immer Druck hat, wenn man Sport treibt. Denn jeder will gewinnen. Peter
Frank hatte ein sehr schwieriges Amt, er musste mit der Mannschaft Neunter von
15 Teams werden, um die Liga zu halten und hat es geschafft. In dieser Saison
ist es nicht so schwierig. Allerdings verspürt man schon ein großes
Zuschauerinteresse, auch die Medien begleiten uns intensiv.
Presseartikel, Märkische Allgemeine
Zeitung, 11.01.2012, Stefan Blumberg
Woche für Woche dabei: Familie Ramm,
treueste Fans
Ehepaar sah fast alle Spiele des
Oranienburger HC in der 3. Liga
Sie sitzen immer unter den
Zuschauern, wenn die Männer des OHC spielen. Bei 14 der 15 Punktspielpartien
waren sie dabei.

Inzwischen sind sie auch mit
Fan-Utensilien ausgestattet. So, wie es sich gehört. „Wir müssen doch erkennbar
sein als Fans des OHC“, hatte Bodo Ramm im Herbst gesagt. Er staubte einen Schal
aus einer früheren Kollektion ab. OHC-Hallensprecher Clemens Ambrosius hatte ihn
noch im Schrank.
Bodo Ramm und seine Frau Heike sind die Fans des
Oranienburger Handball-Clubs, die in dieser Saison die meisten Spiele der
Drittliga-Mannschaft gesehen haben. Bei den Vorbereitungsspielen waren sie schon
so oft es ging dabei. Von den Punktspielen sahen sie 14 der 15 Partien. „Nur das
Spiel in Beckdorf haben wir ausgelassen“, so der Vater von OHC-Spieler Christian
Ramm. Der Linksaußen, der gestern 21 Jahre alt wurde, spielt seit dem Sommer in
Oranienburg. Ihm reisen seine Eltern hinterher.
„Das machen wir
eigentlich schon seit der E-Jugend. Wir haben ihn genau so begleitet wie unseren
großen Sohn Sebastian, der in der Berliner Landesliga bei Ajax Köpenick spielt“,
so Bodo Ramm. „Auch Christian hat dort angefangen.“ Später besuchte er die
Sportschulen Berlin und Potsdam, spielte beim VfL Potsdam in der Jugend und ein
Jahr in der 2. Bundesliga (sieben Einsätze, elf Tore) und in der vorigen Saison
parallel beim BFC Preußen.
Immer mit dabei: die Eltern. „Das macht uns
Spaß. Und so lange wir niemandem zur Last fallen, wollen wir uns auch weiterhin
Spiele ansehen.“ Als ehemalige Leistungssportler sind Bodo Ramm (Radsport) und
Heike Ramm (Turnen) das Reisen gewohnt. Seit September waren sie unter anderem
schon in Springe (bei Hannover), Tarp (bei Flensburg) oder in Stralsund.
„Zweimal sind wir mitgefahren, ansonsten fahren wir selber“, sagt Bodo Ramm, der
in Berlin ein Fahrradgeschäft betreibt. Mehrfach kam es auch vor, dass die „Edelfans“
als Taxifahrer fungierten. Nach Springe und Stralsund zum Beispiel nahmen sie
Rückraumspieler Sascha Klimczak mit, der zugleich als Handball-Nachwuchstrainer
arbeitet und deshalb nicht pünktlich zum Bus kam. Ähnlich war es mit Kapitän Tim
Fröhlich, der aus beruflichen Gründen den Bus nach Tarp verpasste.
Die
anfangs ruhigen Zugucker Ramm verwandelten sich im Laufe der Hinrunde als
lautstarke Anfeuerer. „Ich habe eine große Trommel gekauft. In Tarp unterstützte
ich die Mannschaft das erste Mal damit. Da musste ich gegen einen ganzen
Spielmannszug ankommen. Dabei gingen beide Trommelstöcker zu Bruch.“ Auch in
Stralsund kam die Trommel noch einmal zum Einsatz. „Aber ich habe gemerkt, das
Ganze ist zu aufwändig. Der Verein kann die Trommel haben und sie bei den
Spielen gern nutzen.“ Sportlich gesehen bescheinigt Bodo Ramm der
OHC-Mannschaft, dass sie besser werde. „Sie spielt disziplinierter, auch wenn es
da noch Steigerungsmöglichkeiten gibt. In der 2. Liga sagt man: Die Angriffe so
lange ausspielen, bis die Lücke da ist. Das fehlt mir beim OHC-Team manchmal.
Aber ich weiß, dass die Jungs bei Jens Deffke in guten Händen sind.“
Der
derzeit 7. Platz entspreche dem Leistungsvermögen der Mannschaft absolut. „Ein
Platz zwischen 5 und 8 ist reell – mit Luft nach oben.“ Solche Mannschaften wie
Tarp oder Altenholz, wo der OHC verloren hat, seien zu knacken. „Gegen die haben
wir noch eine Rechnung offen.“ Rückrundenauftakt ist am 14. Januar beim VfL
Fredenbeck. Bodo Ramm: „Den Termin haben wir auch schon wieder eingeplant.“
Mike Schröder zurück nach Eberswalde
Mike
Schröder wechselt zur Rückrunde vom Oranienburger Handball-Club zurück zum 1. SV
Eberswalde. Darauf verständigten sich das Oranienburger Urgestein und der
Verein. Der Linksaußen des OHC (3. Liga) hatte um seine Freigabe gebeten. Da er
in der 3.Liga auf Grund der hohen Leistungsdichte im Kader kaum zum Zuge
gekommen war, erhofft er sich mehr Einsatzzeiten beim Ostsee-Spree-Oberligisten
Eberswalde. „Ich hatte andere Erwartungen, als ich im Sommer aus Eberswalde
nach Oranienburg zurückgekommen war“, sagte der 26-Jährige. „Ich erkenne die
Stärke von Christian Ramm klar an. Er ist ein richtig guter Linksaußen. Trotzdem
hätte ich mir mehr Einsatzzeiten gewünscht.“ Am Dienstag absolvierte er bereits
das erste Training in Eberswalde. Dort spielt er mit den ehemaligen
Oranienburgern Stephan Schroedter und Oliver Frinker zusammen und hat Volkmar
Stumpf als Trainer, unter dem er beim OHC auch schon zwei Jahre gespielt hatte.
„Auf ihn freue ich mich besonders, aber auch auf die Herausforderung, mit der
Mannschaft in der Liga zu bestehen.“
Presseartikel, Märkische Allgemeine
Zeitung, 09.01.2012, Stefan Blumberg
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