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Porträt - Geschäftsführer

Michael Freund

Er ist einer derjenigen, der immer an vorderster OHC-Front kämpfte. Das war schon als Spieler – als Torwart – so: Er hütete in den 90er-Jahren und bis nach der Jahrtausendwende das Tor der ersten Mannschaft. Bis ihn sein zweiter Kreuzbandriss zusetzte. Sein letztes Regionalligaspiel bestritt er an seinem 30. Geburtstag. „Es war in Herzhorn“, erinnert sich Michael Freund (45). Der OHC verlor an jenen Tag im Oktober 2003 mit 19:30.

Zu der Zeit war er aber schon in die Vorstandsarbeit des Vereins involviert. Bereits zwei Jahre zuvor hatte der damalige Vereinspräsident Werner Siegler einen Nachfolger für Ronny Parchert gesucht, der bis dato den Bereich Sponsorengewinnung betreute, beruflich aber nach Frankfurt/Main ging. Seine erste Gastrolle bei einer Vorstandssitzung  ist Michael Freund gut im Gedächtnis geblieben – es gab warmes Lübzer Bier…

Offenbar hat das nicht geschadet, der Bankkaufmann übernahm das Amt von Ronny Parchert. Parallel hatte er wechselnde Aufgaben bei der ersten Mannschaft inne: Co-Betreuer unter den Trainern Volkmar Stumpf und Holger Winselmann, später Teammanager. Die Gewinnung von neuen Wirtschaftspartnern lag – im Zusammenspiel mit Werner Siegler und Gunnar Tredup – ab 2001 in den Händen von Michael Freund. Er spricht aus seiner Anfangszeit eher von einem Förderkreis, zu dem Unternehmen wie die Mittelbrandenburgische Sparkasse, die Abfallwirtschaftsunion, die Stadtwerke Oranienburg oder die Lübzer Brauerei und einige mehr gehörten. Heute ist die Rede von einem Sponsorenpool. Etwa 85 Unternehmen unterstützen den größten Handballverein Brandenburgs (knapp 600 Mitglieder).

„Die Unternehmer sind zu recht anspruchsvoller geworden“, sagt Michael Freund. Früher genügte es, ein Werbebanner aufzuhängen oder mit der Werbung auf Trikots vertreten zu sein. Heute werde schon deutlich gefragt: „Was bietet der OHC?“ Die Bandbreite der Produktpalette sei größer geworden: Es gehe es um solche Dinge wie Abbildung auf der Pressewand, Bekanntgabe der Partnerschaft in den Tageszeitungen, Verlinkungen auf der Vereinshomepage oder Facebook, Fußboden-Werbeaufkleber in der Sporthalle, VIP-Bereich … Und beide Seiten interagierten mehr miteinander, man gebe sich gegenseitig Impulse. „Wenn eine Firma einen Gabelstaplerfahrer sucht, versuchen wir, in unserem Netzwerk zu helfen.“ In dem Punkt spiele Vorstandskollegin Anja Hagedorn eine wesentliche Rolle, die sie exzellent, akribisch sowie mit viel Herz und Verantwortung mit Leben füllt. Sie bringe immer wieder tolle Ideen ein! „Ihre Qualitätsarbeit sehen leider viele erst am Ende des Produktionsprozesses. Anja ist inhaltlich und menschlich unverzichtbar“, sagt Michael Freund.

Anders als noch vor einigen Jahren sei die Fluktuation bei der Unterstützung der Unternehmen größer geworden. „Nichts ist beständiger als der Wandel“, sagt Michael Freund über das Kommen und Gehen von Sponsoren; die seien übrigens nicht nur in Oberhavel ansässig, sondern in der erweiterten Region. Manche – wie Matthäi oder UTS – hätten ihre Firmensitze in anderen Bundesländern.

Sie alle würden zum Erfolg des Oranienburger Handball-Clubs beigetragen. Des Vereins, dessen Aushängeschild die erste Männermannschaft – in Brandenburg derzeit die Nummer 1 – ist. Über lange Zeit drehte sich bei der Vereinsarbeit von Michael Freund, der seit zehn Jahren Geschäftsführer des OHC ist – viel um dieses Team. Der Schwerpunkt sei in den vergangenen Jahren etwas verschoben worden, „weil wir mit Christian Pahl einen Sportlichen Leiter haben, der sich sehr stark einbringt“. Nicht anders verhalte sich das mit dem mittlerweile installierten erweiterten Vorstand. Für den 45-Jährige eine wichtige Situation, da er beruflich noch intensiver gefordert sei und als zweifacher Vater auch eine familiäre Verantwortung habe.

Bei einem Blick zurück macht ihn stolz, dass aus der einst häufig zitierten „Fahrstuhlmannschaft“ (zu Regionalligazeiten) heute gern vom „Drittliga-Dino“ gesprochen wird, was einem Lob in Sachen konstanter Arbeit gleichkommt. „Für viele ist das selbstverständlich geworden, aber ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als wir vor 199 Zuschauern in der Bahnhofshalle gespielt haben. Heute ist es die moderne MBS-Arena.“ Die Entwicklung soll weitergehen. Im Februar hat der Verein das Ziel vom Aufstieg in die 2. Bundesliga verkündet. „Ich möchte noch einmal sehr deutlich machen, was wir gesagt haben: Wir würden die Herausforderung Aufstieg gern annehmen. Aber das können wir nur, WENN wir Unternehmen finden, die für die finanziellen Rahmenbedingungen sorgen und diesen Weg bewusst mitgehen. Schaffen wir das nicht, geht es genau so weiter wie bisher. Wir können nur das Geld ausgeben, welches wir einnehmen.“

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  • Letzte Änderung am Dienstag, 30 Juli 2019 08:09
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