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Lasse Scharge düpiert die Magdeburger Deckung. Lasse Scharge düpiert die Magdeburger Deckung. Robert Roeske

SC Magdeburg II - Oranienburger HC 30:31 (MAZ)

  • Sonntag, 09 Dezember 2018 22:04

Siegtor durch den Schlangenarm

Lasse Scharge erzielt in der Schlusssekunde ein ganz spektakuläres Tor, das dem OHC den Sieg brachte. Diese Technik beherrscht nur er.

Nach einem hochdramatischen Finale sackte der Oranienburger HC am Sonnabendabend im Spiel der 3. Handballliga doch noch beide Punkte ein. Mit einem „Tor des Monats“ katapultierte Lasse Scharge seine Mannschaft für einige Minuten in den siebten Himmel. Ihm gelang das Kunststück, in der letzten Sekunde des Spiels einen Freiwurf direkt zu verwandeln – und das auf ganz spektakuläre Weise. Aus halbrechter Position wand sich der Linkshänder dermaßen extrem rechts um die SCM-Abwehr herum und jagte den Ball ins lange Eck. „Diesen Schlangenarm hat nur er, deshalb hat er auch geworfen“, sagte OHC-Coach Christian Pahl nach dem Spiel. Dieses Tor animierte das Team, in der altehrwürdigen Hermann-Gieseler-Halle einen emotionsgeladenen Freudentanz aufzuführen. Sogar Trainer Christian Pahl – sonst hält er sich aus diesen Jubelarien eher heraus – hüpfte mit.

Denn eigentlich hatte es Sekunden zuvor noch danach ausgesehen, dass sich die Oranienburger ein weiteres Mal um die Früchte ihrer Arbeit brachten. Sie hatten das Spiel spätestens nach zehn Minuten – als die Anfangsoffensive der Magdeburger vorbei war – unter Kontrolle. Bis zur 19. Minute (8:8) wechselten sich beide Teams mit der Führung ab. Dann versetzte der OHC dem jungen Magdeburger Team mit vier Toren (Eike Wertz, Nils Müller/2, Paul Otto) in gut zwei Minuten wirkungsvolle Treffer. Diesen Vorsprung verwalteten die Gäste bis in die zweite Halbzeit hinein (12:15/30., 15:18/35.). Dann legte das Team nochmals eine Schippe drauf. Weitere fünf Tore in vier Minuten bedeuteten einen 15:23-Zwischenstand (41.), wenig später stand es 19:27 (46.). Der SCM war chancenlos, auch, weil Torwart Paul Porath extrem stark agierte, unter anderem vier Siebenmeter hielt. Die 5:1-Deckung der Gastgeber, aber vor allem die anrüchige Schiedsrichterleistung – dem OHC wurden vier Siebenmeter versagt und zwei nicht erklärliche Zeitstrafen gegeben – ließen das Polster schrumpfen.

„So ein Spiel kann gar nicht mehr eng werden“, ärgerte sich Christian Pahl, dessen Team in den letzten zehn Minuten sicherlich nicht perfekt spielte, aber von den Referees keine reelle Chance bekam, den Sack zuzumachen. 30 Sekunden vorm Ende glichen die Magdeburger aus. „Die letzte Aktion, die zum Freiwurf für uns führte, war auch ein klarer Siebenmeter, wir bekamen aber nur einen Freiwurf“, so der Coach, der am Ende glücklich über den „verdienten Sieg“ ist. Sein Team habe fast immer eine Antwort auf die Taktiken der Gastgeber gehabt (unter anderem Spiel mit sechs oder sieben Feldspielern) und auch auf das Handicap, auf Spieler wie Dominic Kehl, Janis Bohle, Darius Krai, Per Kohnagel oder Dennis Schmöker verzichten zu müssen; und über weite Strecken auch auf Kapitän Robin Manderscheid, der frühzeitig angeschlagen war. Christoph Genilke führte dafür klug Regie. Auch Eike Wertz machte ein gutes Spiel.

Christian Pahl: „Wir haben in der Hinrunde jetzt 18 Punkte geholt. Darauf bin ich stolz.“

Porath, Herold, Szabo – Genilke (1), Frank, Dömeland (6/1), Wertz (4), Schindel (1), Manderscheid (1), Müller (4), Scharge (8), Spickers (3), Öksüz, Otto (1), Sauß (2).

Märkische Allgemeine Zeitung, Stefan Blumberg, 09.12.2018

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