05 Aug 2018

2. Matthäi-Cup (MAZ)

Da ist das Ding – Robin Manderscheid stemmte gestern den Siegerpokal in die Luft. Da ist das Ding – Robin Manderscheid stemmte gestern den Siegerpokal in die Luft. Björn Bethe

Endlich mal Sieger im eigenen Haus

Der OHC hat das sehr gut besetzte Turnier um den Matthäi-Cup gewonnen. Im Finale setzte sich das Team gegen den HC Empor Rostock mit 19:15 durch.

Ein „Flitzer“ sorgte beim gestrigen Finalspiel der zweiten Auflage des Matthäi-Cups des Oranienburger Handballclubs für eine kurze Unterbrechung. Präsidententochter Nika war ihrer Mutter auf der Zuschauerseite entwischt und steuerte ihren Vater Thomas Stahlberg an, der sich auf der anderen Hallenseite aufhielt.

Die Zuschauer quittierten die Einlage mit vergnügtem Gelächter. Gebraucht hätte des Finale diese Abwechslung nicht. Beide Teams boten temporeichen Handball, wobei die Rostocker in den ersten zehn Minuten die erfolgreichere Mannschaft waren. Es dauerte bis Minute zwölf, ehe den Gastgebern erstmals der Ausgleich gelang. Langsam bekam auch Torhüter Ivan Szabo immer mehr Hände und Füße an die Bälle, die auf seinen Kasten flogen. 7:9 hieß es zur Pause. Mitte der zweiten Hälfte – gespielt wurden 2x20 Minuten – stellte der HC Empor die Abwehr auf ein 4:2-System um und stellte den OHC damit kurzzeitig vor erhebliche Probleme. Beim Stand von 18:15 für die Gastgeber hielt Szabo wieder stark, kurz darauf rettete der Posten den Vorsprung. Als im Gegenzug das 19:15 aus OHC-Sicht fiel, war die Partie entschieden.

„Verdient“, wie HC Empor-Trainer Till Wiechers befand. Am Sonnabend in der Vorrunde hatten die Rostocker die Begegnung mit den Oranienburgern noch für sich entscheiden können. 14:18 hieß es nach diesem Aufeinandertreffen für die Hanseaten. „Heute hat uns im fünften Spiel dann etwas die Kraft gefehlt“, bemerkte er mit Blick auf die breite Bank der Gastgeber.

Deren Trainer Christian Pahl konnte auf 22 Spieler zurück greifen. Und tat das auch. Er wechselte im Turnierverlauf kräftig durch, was die Kräfte einzelner Akteure schonte. Mit dem Ergebnis war er natürlich sehr zufrieden, hatte aber auch einige Defizite ausgemacht. „Die Chancenverwertung etwa im Halbfinale gegen die Reinickendorfer Füchse II hat mir nicht gefallen“. Ansonsten lobte der Coach die Qualität der Partie gegen die Hauptstädter. „Für mich war es das beste Turnierspiel. Beide Mannschaften haben sich in fairer Weise alles abverlangt.“ Die Berliner bezeichnet Christian Pahl „als keinen normalen Aufsteiger, die haben richtig Qualität“.

In den letzten sechs Jahren stand der Gastgeber viermal im Finale. Am Sonntag war es der erste Sieg in dieser Zeit.

Gelobt wurde allseits die Organisation und Qualität des Turniers, auch wenn die Temperaturen in den Hallen, besonders am Sonnabend, für die Spieler nicht unbedingt angenehm waren. Besonders gelitten haben darunter die selbst ernannten Mecklenburger Stiere aus Schwerin. Sie hatten gestern nicht mehr genug einsatzbereite Spieler, um gegen Potsdam beim Spiel um Platz fünf anzutreten. Der einzige Wehrmutstropfen eines ansonsten sehr fairen und interessanten Turnieres, wie OHC-Vize Ralf Nickel betonte.

Märkische Allgemeine Zeitung, Björn Bethe, 05.08.2018

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