07 Mai 2018

Oranienburger HC - MTV Braunschweig 23:27 (MAZ)

Sichtlich gerührt präsentiert Robert Herz seinen Pokal für den Spieler der Saison 2017/2018. Sichtlich gerührt präsentiert Robert Herz seinen Pokal für den Spieler der Saison 2017/2018. Robert Roeske

Abschied mit Herz

Routinier Robert Herz wird zum Spieler der Saison gekürt und verabschiedet sich vom OHC. Er hört noch nicht ganz auf mit dem Handball und hat auch schon einen neuen Verein.

Mit einer 23:27-Niederlage gegen den MTV Braunschweig verabschiedeten sich die Drittliga-Handballer des Oranienburger HC aus der Drittligasaison 2017/18. Für einen Spieler bedeutete der Abpfiff zugleich das Ende einer Ära: Robert Herz lief gegen Braunschweig nach zehn Jahren zum letzten Mal im Oranienburger Trikot auf und war der gefeierte Mann des Abends. Noch lange nach Spielschluss stand der 31-Jährige in der Halle, schrieb fleißig Autogramme, machte viele Selfies und genoss sichtlich seinen letzten Arbeitstag in Oranienburg.

„Die vergangenen zehn Jahre gingen wahnsinnig schnell vorbei. Die Entwicklung des OHC ist großartig und ich freue mich über eine super schöne Zeit, bei der ich auch unter anderem meine Frau kennengelernt habe“, zeigte sich der dienstälteste Spieler des OHC noch lange nach Spielende gerührt. Seine Zukunft ist schon geregelt und auf diese freut sich der Kreisläufer jetzt: „Vor allem steht meine Familie im Vordergrund, mein Sohn wird diesen Monat ein Jahr alt. Darauf freue ich mich sehr, seine Entwicklung hautnah mitzuerleben.“

Sportlich wird Herz, der als Robert Stelzig in Oranienburg vor zehn Jahren anfing und 2017 nach der Heirat mit seiner jetzigen Frau Sarah deren Nachnamen annahm, nach Berlin-Spandau in die vierte Liga wechseln. „Das ist der Heimatverein meiner Frau, ich hätte sicherlich noch ein, zwei Jahre auf Drittliganiveau spielen können, bin nun aber auch sehr froh, nicht mehr drei, vier Stunden irgendwo mit dem Bus hinfahren zu müssen.“ Wie groß die Wertschätzung von Robert Herz in Oranienburg ist und welche Spuren er hinterlässt, zeigte sich ein letztes mal am Samstagabend in der voll besetzten MBS-Arena.

Schon während des Spieles gegen die Braunschweiger Gäste wurden besonders die Aktionen von Herz mit frenetischem Beifall bedacht, nach Spielende wurde der 31-Jährige dann lange von seinen Fans belagert. Als krönender Abschluss einer langen Reise wurde Herz  von den Fans noch zum Spieler der Saison gekürt.  Im Programmheft des OHC und per Online-Abstimmung beim Medienpartner Märkische Allgemeine Zeitung hatten die Fans sich für den Kreisläufer entschieden, Torhüter Ivan Szabo landete auf Platz zwei vor Janis Bohle. „Ich glaube, in diesem Spieljahr war es recht schwer, einen bestimmten Spieler zu wählen, da alle nicht auf allerhöchstem Level gespielt haben. Dass am Ende ich  die Auszeichnung erhalten habe freut mich natürlich, ist aber wahrscheinlich eher ein Gesamtergebnis der vergangenen zehn Jahre“,  so der scheidende Routinier.

Einen Platz für die Trophäe sei aber vorhanden – die heimische Wohnwand im Wohnzimmer ist schon auserkoren. Mit dem Abschneiden in dieser Saison zeigte sich Herz dagegen nicht zufrieden. „Es gibt keinen bei uns, der damit zufrieden ist, wir können deutlich mehr. Wir haben weit unter unseren Möglichkeiten gespielt. Das ist echt schade.“

Dennoch wird für den 31-Jährigen das Positive überwiegen, wenn er an die Zeit beim Oranienburger HC zurückdenkt. „Alleine schon bei Heimspielen vor gut und gerne tausend Menschen zu spielen, war genial. Sie haben uns und immer wieder gepusht, das werde ich stets in Gedanken halten.“ Nachdem auch der letzte Fotowunsch erfüllt war, verschwand Robert Herz ein letztes Mal in die Katakomben. Ein Mann mit Herz sagt tschüss.

Märkische Allgemeine Zeitung, Knut Hagedorn, 07.05.2018

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