22 Apr 2018

SG Flensburg-Handewitt II - Oranienburger HC 34:33 (MAZ)

Linus Dömeland traf in Flensburg zehnmal. Linus Dömeland traf in Flensburg zehnmal. Robert Roeske

OHC kassiert in letzter Sekunde Tor zum 33:34

Die Männer des Oranienburger HC stehen am Ende mit leeren Händen da: Wie bereits in den vergangenen Jahren, so sollte es auch dieses Mal nicht mit einer Punktausbeute klappen. Zudem gibt einen Verletzten.

Viel bitterer kann so eine Niederlage nicht sein. 60 Minuten lang gibt man sein letztes Hemd, legt einen sehr ordentlichen Auftritt aufs Parkett, schnuppert an einem oder sogar an zwei Punkten – und dann fängt man unmittelbar vor der Schlusssirene das alles entscheidende Gegentor. Den Männern des Oranienburger HC ging das so am Sonnabendabend bei der SG Flensburg-Handewitt II. 34:33 (16:15) lautete das Endergebnis für die Bundesligareserve. Oranienburgs Trainer Christian Pahl resümierte nüchtern: „Jede Niederlage tut weh.“

Es kommen aber noch weitere Tatsachen hinzu, die das Endergebnis in einem anderen Licht erscheinen lassen. Nach fünf Minuten verletzte sich Rechtsaußen Nils Müller am Sprunggelenk, womit nicht nur im Angriff, sondern auch in der Abwehr eine Kostante fehlte. Er wurde vermisst. Trotz der 33 geworfenen Tore besaß der OHC weitere klarste Chancen. Aber da die Oranienburger das Torwart-Duell verloren, half das wenig.

„Wir haben ein ziemlich gutes Auswärtsspiel hingelegt. Überhaupt war es ein gutes Spiel“, sagt Christian Pahl, der in der Vorwärtsbewegung viele erfreuliche Momente gesehen hat. Der OHC zog das eigene Spiel diszipliniert auf. Er führte zunächst 4:2 ehe Flensburg den Spieß umdrehte und selbst 6:4 (11.) und 10:7 (17.) vorn lag. Aber vier Minuten später war der OHC dran (11:11). Insgesamt liefen die Oranienburger fast durchweg einem Rückstand hinterher (13:12, 19:17 ...). „Uns ist es leider nicht gelungen, die nötige Robustheit und Kompaktheit in unser Spiel zu bekommen“, bedauert Christian Pahl. Das war ausschlaggebend für die Partie, denn so ziemlich jeder Wurf aufs Gehäuse ging auch als Tor ins Protokoll. Zwei Minuten vorm Ende brachte Yannick Schindel den OHC mit seinem Tor sogar in Front (33:32). Auch beim Ausgleich 50 Sekunden vorm Ende hatte der OHC alle Trümpfe in der Hand. „Da begingen wir einen taktischen Fehler. Anstatt den Ball ’herunter zu nehmen’, wollten wir den Siegtreffer erzielen“, so der OHC-Coach. Sein Team kreierte noch eine Chance, doch die wurde zur Überraschung abgepfiffen (fragwürdiges Stürmerfoul). Es folgte ein zweiter Fauxpas. Der exzellente holländische Nationalspieler Danny Baijens, der am Sonnabend quasi jeden Angriff einleitete und zehn Tore erzielte, marschierte nach dem Ballgewinn vorwärts und verwandelte zum 34:33. Christian Pahl: „Wir wussten, dass er so was kann, haben es aber nicht verhindert. Ärgerlich. Ein Drama.“

Märkische Allgemeine Zeitung, Stefan Blumberg, 20.04.2018

[top]
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten