16 Apr 2018

Oranienburger HC - VfL Fredenbeck 28:24 (MAZ)

Obenauf agierte nicht nur in dieser Szene der Oranienburger HC, hier setzt David Sauß zum Wurf an. Obenauf agierte nicht nur in dieser Szene der Oranienburger HC, hier setzt David Sauß zum Wurf an. Robert Roeske

Viel Tempo, viel Druck, zu wenig Tore

Oranienburger Handball-Club schlägt in der 3. Liga Nord den VfL Fredenbeck. Mehr als 50 Minuten demonstrierte das Oberhavelteam seine Stärke. Der Sieg fällt allerdings zu niedrig aus.

Die Männer des Oranienburger Handball-Clubs sind in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Nach den beiden Niederlagen gegen die Top-Teams der Liga – Altenholz und Hamburg – holte sich die Mannschaft gegen den stark abstiegsbedrohten VfL Fredenbeck vor 841 Zuschauern beim 28:24 (17:14)-Sieg wieder zwei Punkte. Nach 42 Minuten hatte es sogar den Anschein, dass die Gastgeber den VfL mit Pauken und Trompeten aus der Halle schießen würden. Da führte der OHC nach einem 6:0-Lauf plötzlich mit 23:16. Doch dann gab es in der Endphase einen Knick im bis dato erfolgreichen Tempospiel des OHC. Rückraumspieler Christoph Genilke: „Es ist schon ärgerlich, dass wir nicht auf dem Niveau weitergespielt haben. Es waren aus meiner Sicht einfach zehn Tore zu wenig, die wir erzielt haben. Es fehlt uns mal so ein Spiel, in dem wir 38, 39 Tore werfen.“

Die Fredenbecker stehen eigentlich schon mit einem Bein in Liga 4. Dennoch begannen sie hochmotiviert: Stimmung bei den Spielern, Stimmung auf der Bank, Stimmung bei den Fans. Die Körpersprache war eindeutig: Wir wehren uns gegen den Abstieg. Nicht nur der kämpferische Einsatz stimmte, sondern auch spielerisch setzte der VfL dem OHC insofern zu, dass er eine Viertelstunde lang in Führung lag.

Aber das reichte gegen den OHC und seinen treffsicheren Rechtsaußen Christian Riedel (sechs Tore) nicht. Nach 17 Minuten netzte der erfolgreichste Oranienburger, Linus Dömeland (sieben Tore), beim 9:8 zur ersten Führung für den OHC ein. Nach dem 12:11 von Yannick Schindel geriet der OHC nie mehr in Rückstand. Mit einem Endspurt vor der Pause lag der OHC mit 17:14 in Front. „Wir hatten anfangs Probleme, ins Spiel zu kommen. Das wundert mich nicht, denn für Fredenbeck war das Spiel fast die letzte Chance auf den Klassenerhalt. Aber mir war klar, dass sie das nicht über 60 Minuten durchhalten können. Wir steigerten uns und waren schließlich klar überlegen“, so Oranienburgs Coach Christian Pahl.

Der OHC um die starken Ivan Szabo, Christian Riedel, Christoph Genilke oder Yannick Schindel legte in der zweiten Hälfte nach. Frische Spieler kamen rein und knüpften an die Leistung ihrer Teamkollegen an (Pahl: „Da merkt man auch die Klasse des Kaders.“). Fredenbeck hielt nicht mehr mit. Vom 17:16 zum 23:16 dauerte es nur wenige Minuten. 24:17, 25:18, 26:19 waren die nächsten Zwischenstände, ehe es zum Bruch kam. Die gelöste Stimmung im OHC-Team schwand, weil der Gast auf 22:26 herankam. „Das ärgert mich maßlos. Wir vergeben etwa zehn hundertprozentige Chancen, das war im Hinspiel schon so“, zeigte sich Pahl unzufrieden.

Märkische Allgemeine Zeitung, Stefan Blumberg, 16.04.2018

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