05 Apr 2018

Oranienburger HC - HSV Hamburg (MAZ)

Janis Bohle lebt den Handball-Sport mit vollster Leidenschaft aus. Janis Bohle lebt den Handball-Sport mit vollster Leidenschaft aus. Robert Roeske

Vorfreude beim Abwehrstrategen

Am Samstag empfängt Handball-Drittligist Oranienburger HC in der heimischen MBS-Arena den Spitzenreiter HSV Hamburg, ein ehemaliger Deutscher Meister und Europapokalsieger. Nicht nur OHC-Abwehrstratege Jannis Bohle freut sich auf den klangvollen Kontrahenten.

Deutscher Handballmeister 2011, zweifacher DHB-Pokalsieger (2006 und 2010), Europapokalsieger der Pokalsieger (2007) und EHF-Champions-League-Sieger 2013. Diese beeindruckende und klangvolle Titelsammlung kann in der 3. Handball-Liga nur ein Verein aufweisen: der HSV Hamburg. Nach dem finanziellen Kollaps wurde die Mannschaft im Januar 2016 aus der Bundesliga zurückgezogen und spielt seit der Saison 2016/2017 in der 3. Liga. Als souveräner Spitzenreiter gastieren die Norddeutschen am Samstag nun in der Oranienburger MBS-Arena – für viele Handballfans das „Highlight-Spiel“ des Jahres. Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Teams in Oranienburg endete am 17. September 2016 mit einem 33:21-Kantersieg für die Gastgeber.

„Ich glaube, gerade nach diesem Spiel wissen die Hamburger, dass man in Oranienburg nicht mal eben so Spiele gewinnt. Sie werden gewarnt sein“, blickt auch Janis Bohle, der 25-jährige Abwehrstratege des OHC, auf den kommenden Spieltag. Bohle selbst konnte bei diesem Spiel aus beruflichen Gründen nicht mitmischen, freut sich daher auf das Duell gegen die Hanseaten. „Es ist schon eine besondere Partie. Bekannter Name, große Erfolge, gute Spieler“, so Bohle. Allerdings fügt der Kreisläufer auch hinzu: „Vor Spielen gegen Potsdam bin ich aber angespannter. Das ist halt unser Derby. Jetzt ist einfach nur Vorfreude da, sich gegen solch einen Gegner zu messen und natürlich hoffen wir auch insgeheim, sie wieder zu ärgern.“

Janis Bohle begann mit sechs Jahren in Spandau mit den Handballspielen. „Ich habe zwar auch mal Fußball gespielt, aber Handball hat mir von Beginn an sehr viel Spaß gemacht. Damals habe ich auch mit Robin Manderscheid schon zusammengespielt, das war cool.“ Bis ins Jahr 2014 blieb der Abwehrstratege seiner Heimatstadt treu, spielte nach der Fusion 2006 der Vereine Reinickendorfer Füchse, ASC Spandau und VfV Spandau fortan für die Füchse Berlin – bis zum Wechsel in die Oberhavel-Kreisstadt.

„Nach drei Spielzeiten in der zweiten Mannschaft kam ich an einem Punkt, wo ich überlegte, den großen Aufwand weiter zu betreiben. Da mit Robin einer meiner besten und engsten Freunde bereits in Oranienburg spielte, kam der Kontakt zu Stande und schlussendlich auch der Wechsel.“ Bis zum Sommer 2019 läuft sein Vertrag beim OHC noch. Ob es dann allerdings weiter geht, steht noch nicht fest. „Ich wollte eigentlich schon nach der jetzt laufenden Spielzeit Schluss machen, habe mich dann aber dazu entschlossen, noch ein Jahr dranzuhängen. Was dann im nächsten Jahr ist, weiß ich jetzt noch nicht“, erklärt der Polizist, der in seinem Job zeitlich sehr stark eingebunden ist und daher auch ab und an Spiele seines Teams verpasst. Für viele gilt Janis Bohle als so genannter „Kanten“ im Deckungsverbund des OHC, der in seinem Spiel weder sich noch den Gegner schont. „Mein Spiel kam schon immer über die Abwehr. Klar macht es schon eine Menge Spaß, sich mit den gegnerischen Kreisläufern zu messen, die teilweise einen Kopf größer sind als du“, grinst Bohle.

Mit 24:24 Punkten rangiert der Oranienburger HC aktuell auf Platz sieben, Platz vier wie im Vorjahr ist kaum noch zu erreichen. Daher ist Bohle auch nicht komplett zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf: „Wir haben zu viele Punkte abgegeben, die einfach unnötig waren. Erst in den letzten Wochen haben wir mal konstant das abgerufen, was wir können. Sicherlich auch, weil viele verletzte Spieler wieder mit an Bord sind. Vom Potenzial her müssten wir weiter oben stehen in der Tabelle. Ich fand, dass wir sehr lange gebraucht haben, um in die Saison zu finden, der Prozess war deutlich länger als noch in der Vorsaison.“ Nun gilt es, in den abschließenden vier Saisonspielen noch zu punkten, am besten schon am Samstag gegen den HSV Hamburg. Die vielen Fans in der dann wieder ausverkauften MBS-Arena würde es freuen.

Märkische Allgemeine Zeitung, Knut Hagedorn, 05.04.2018

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