04 Feb 2018

Oranienburger HC - HSV Hannover 30:27 (MAZ)

Robin Manderscheid stand gegen den HSV Hannover nach neunmonatiger Verletzungspause wieder auf dem Hallenparkett. Robin Manderscheid stand gegen den HSV Hannover nach neunmonatiger Verletzungspause wieder auf dem Hallenparkett. Robert Roeske

Comeback des Kapitäns beim OHC-Sieg

Mit Anführer Robin Manderscheid, der nach neunmonatiger Verletzungspause erstmals wieder auf dem Parkett der MBS-Arena stand, fährt Handball-Drittligist Oranienburger HC gegen den HSV Hannover seinen zweiten Sieg in Folge ein.

Der Oranienburger Handball-Club findet in die Erfolgsspur zurück. Die Mannschaft gewann das zweite Heimspiel in Folge. Am Sonnabend lieferte das Team – wie schon über weite Strecken gegen Empor Rostock – auch gegen den HSV Hannover eine sehr solide Leistung ab. Am Ende stand es 30:27 für den Gastgeber, der erneut vor ausverkauftem Haus spielte (875 Zuschauer). „Vielen Dank für die Unterstützung, die haben wir auch gebraucht“, sagte OHC-Trainer Christian Pahl.

Einen zusätzlichen Schub gab dem Team das Comeback von Kapitän Robin Manderscheid. Neun Monate war er aus Verletzungsgründen in die Zuschauerrolle verbannt, am Sonnabend feierte er einen gelungenen Einstand. „Ich bin froh, dass die Zeit jetzt vorbei ist. Ich konnte monatelang überhaupt nicht trainieren, nur ein paar Dehnungsübungen machen. Das war schon nervig, umso schöner ist es, dass ich jetzt wieder dabei bin, auch wenn es gegen Hannover zunächst erst mal für mich sehr anstrengend war“, sagte der oftmals schmerzlich vermisste Spielmacher. Neben ihm fassen auch die beiden anderen Langzeitverletzten Christoph Genilke und Yannick Schindel so langsam Fuß, sie waren vor einer Woche zurückgekehrt. „Für uns sind diese Personalien enorm wichtig. Es ist das erste Mal in den viereinhalb Jahren, in denen ich hier bin, dass wir solch eine komfortable Situation haben“, freute sich der Coach. Und er warnte für übergroßen Erwartungen an alle: „Es braucht seine Zeit, ehe sie wieder bei 100 Prozent sind.“

Die Hannoveraner kamen nur anfangs in den Genuss einer mehrfachen Führung (1:3, 2:4), aber nach acht Minuten neigte sich die Waage zu Gunsten der Hausherren (4:4), die fortan in Front lagen und den Vorsprung gegen Ende der ersten Halbzeit deutlich auf 16:11 ausbauten. „Es war von Anfang an die Geilheit in unserem Spiel zu spüren. Es hat richtig Spaß gemacht. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass wir das Spiel verlieren können“, sagte Dennis Schmöker. Der Linksaußen des OHC musste noch vor Wochenfrist aus gesundheitlichen Gründen aussetzen, war am Sonnabend aber wieder voll auf der Höhe. Er allein traf neunmal das Tor (fünfmal vom Siebenmeterpunkt), womit er fast ein Drittel aller OHC-Treffer markierte. Die Oranienburger Abwehr agierte sehr aggressiv und aufmerksam. Der OHC erarbeitete sich regelmäßig Ballgewinne und erzielte daraus einfache Treffer. In welcher Konstellation der Gastgeber in der Defensive auch auftrat – ein Durchkommen war schwer für die Gäste um ihren quirligen Kreisspieler Milan Mazic. Mehrere Bälle aus dem Rückraum wurden sogar geblockt. Und im Angriff gelang dem OHC ziemlich viel – trotz einiger leichter Ballverluste. Der 16:11-Halbzeitstand spricht Bände.

Ganz in dem Stil ging es nach der Pause nicht weiter, denn die nicht in Bestbesetzung angetretenen Hannoveraner ergaben sich zu keinem Zeitpunkt. Knapp 40 Minuten lang hielten sie die Partie offen (19:17). „Aber wir konnten das Spiel heute nicht gewinnen“, resümierte ein niedergeschlagener Trainer Stephan Lux (Hannover). „Durch verschiedene Einflüsse.“ Einer davon seien die Schiedsrichter gewesen ...

Oranienburg konnte einen Mindestabstand von drei Toren halten (21:18, 24:21, 28:25). In Gefahr geriet der Oranienburger Sieg nicht. Stephan Lux machte seiner Mannschaft keinen Vorwurf, die Spieler hätten sich richtig reingehängt. Dennis Schmöker bedauerte trotz des Sieges, „dass wir den Deckel nicht früher draufgemacht haben“. Insgesamt aber, so der 24-Jährige, sieht die Tendenz gut aus, wir müssen in den nächsten Wochen nur nachlegen. Christian Pahl brachte das Spiel so auf den Punkt: „Wir haben gut verteidigt, brachten in den Angriff ein ordentliches Tempo. Ich bin nicht unzufrieden.“

Märkische Allgemeine Zeitung, Stefan Blumberg, 04.02.2018

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