29 Jan 2018

Oranienburger HC - HC Empor Rostock 21:20 (OGA)

Bester Werfer des OHC: Linus Dömeland erzielte neun Treffer, davon fünf vom Siebenmeterpunkt. Bester Werfer des OHC: Linus Dömeland erzielte neun Treffer, davon fünf vom Siebenmeterpunkt. Karsten Schirmer

Zitterpartie statt Kantersieg

OHC muss nach 17:10-Führung gegen Empor Rostock noch bangen

Wechselbad der Gefühle in der Oranienburger MBS-Arena: Die Drittliga-Handballer des OranienburgerHC schienen am Sonnabend auf dem Weg zu einem Kantersieg zu sein. Beim 17:10 schien die Partie gegen Empor Rostock gelaufen. Am Ende musste gezittert werden, um mit dem 21:20 den ersten Sieg des Jahres feiern zu können.

"Ich bin tausend Tode gestorben", räumte Co-Trainer Matthias Lessig nach dem Spiel ein. Seine Spieler konnten nicht so recht erklären, was im ersten Heimspiel des Jahres vor ausverkauften Rängen passiert war. Schier ungläubig blickten sie immer wieder auf die Anzeigetafel, wo "nur" ein knapper Sieg dargestellt war.

"Am Ende müssen wir glücklich sein, aber wir haben verdient gewonnen", bemerkte Trainer Christian Pahl. Über 45 Minuten habe seine Mannschaft ziemlich souverän gespielt. "Da haben wir eigentlich alles im Griff gehabt. Wir haben die ganze Zeit geführt." Über 6:2 (13.) und 11:5 (22.) erspielte sich der OHC eine 14:8-Pausenführung, die durchaus höher hätte ausfallen können. Die Oranienburger hielten das Tempo hoch, machten einige einfache Tore. "Wir haben viele Emotionen investiert und hohen Aufwand betrieben haben. In der Abwehr standen wir sicher und Ivan hat hervorragend gehalten", lobte der Coach. Es sei wahrscheinlich die beste erste Halbzeit in diesem Jahr gewesen.

Nach dem Wechsel blieb aus Sicht von Pahl zunächst "alles im Lot, wobei wir das Tempospielen schon einstellen". Das sei schon das erste Problem gewesen. "Wir brachten kein Tempo mehr auf den Ball, machten alles im Stand und mussten jedes Mal in den Positionsangriff." Dennoch: In der 37. Minute hieß es 17:10. In der Folge taten sich die Hausherren schwer, Chancen zu kreieren. Folglich gelang binnen 15 Minuten nur ein Treffer. Der Gegner holte auf und kam auf 18:17 heran (53.). Drei Minuten später führte der OHC mit 21:17, brachte aber keine Ruhe in das eigene Spiel. Pahl: "Die Jungs wurden zittrig, keiner wollte in den letzten zehn Minuten eine Entscheidung treffen. Dann wir das Spiel unglaublich eng." Das sei auch der Verunsicherung nach den beiden jüngsten Auswärtspleiten geschuldet.

Die letzte Viertelstunde sei aus Sicht von Pahl schlecht. "Da müssen wir anpacken." Für ihn waren die Szenen in der letzten Minute symptomatisch: Bei eigener Zwei-Tore-Führung hatte sein Team 40 Sekunden vor Schluss den Ball, schenkte diesen nach fünf Sekunden aber her und kassierte den Anschlusstreffer. "Die Jungs haben das Handballspiel nicht verlernt, aber das passiert dann einfach." Rostock kam aber nicht noch einmal an den Ball. Der Sieg war perfekt.

"Zum Glück haben wir das Spiel nicht aus der Hand gegeben. Über 60 Minuten betrachtet haben wir verdient gewonnen", betonte Linus Dömeland. Der 24-Jährige war mit neun Treffern der beste Werfer seines Teams. Fünf Tore erzielte er vom Siebenmeterpunkt - nachdem er gleich beim ersten Versuch gescheitert war. "Wenn man den ersten Siebenmeter verworfen hat, muss man dennoch mit Selbstbewusstsein wieder und ohne nachzudenken an den Punkt gehen." Der Linksaußen sagt: "Wir haben stark angefangen. Dann sind uns ein paar technische Fehler unterlaufen, es kam auch zu Fehlwürfen. Rostock kam ran und hat wieder ein bisschen dran geglaubt. Daran waren wir selber schuld."

Oranienburger Generalanzeiger, Stefan Zwahr, 29.01.2018

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