26 Jan 2018

Oranienburger HC - HC Empor Rostock (MAZ)

Stephan Kleinert und Trainer Christian Pahl. Stephan Kleinert und Trainer Christian Pahl. Robert Roeske

Stephan Kleinert: Der Anker in der Abwehr

Er gilt eher als der Unauffällige: Stephan Kleinert, Kreisspieler des Oranienburger HC in der dritthöchsten Spielkasse. Aber er arbeitet in der Abwehr wie ein Terrier, ein Vorbeikommen ist schwer. Vor dem Spiel am Sonnabend gegen Empor Rostock sagt er, wie der Gegner bezwingbar sein könnte.

Die Erinnerung an das Hinspiel ist noch klar: „Ich bekam ziemlich schnell zwei Zeitstrafen und war dann die meiste Zeit nicht mehr auf dem Spielfeld“, sagt Stephan Kleinert. Es war die Partie am 10. September, die auch noch mit 19:22 verlorenging. Am Sonnabend besteht die Möglichkeit, sich beim HC Empor Rostock zu revanchieren. Und das in einer Phase, in der wir an einem schwierigen Punkt sind“, so der Kreisspieler. Er bezieht das insbesondere auf den Rückrundenauftakt der 3. Liga Nord mit zwei Niederlagen, „bei denen wir unter unseren Möglichkeiten blieben“. Sein Trainer Christian Pahl bezeichnet die Begegnung in der Oranienburger MBS-Arena als wegweisendes Spiel. Denn mit einer weiteren Niederlage wäre das Team (jetzt 14:18 Punkte) den Abstiegsplätzen bedrohlich nah. Rostock (10:20) – zwischenzeitlich mit elf Niederlagen in Folge – hätte den Anschluss geschafft.

Ein gewisser Druck sei spürbar, „aber es war nicht alles schlecht, was wir zuletzt gemacht haben“, so der Coach. Er wertete die letzten Auftritte im Training mit Videosequenzen aus, die Mannschaft traf sich deshalb extra früher. Am Donnerstagabend wurden sich mit Blick auf Sonnabend Szenen der Rostocker angesehen. „Die spielen 60 Minuten lang ihren Stiefel herunter, haben gute Außen und zwei dynamische Rückraumspieler“, weiß Christian Pahl, der den Rostocker Sieg gegen Fredenbeck vor zwei Wochen registriert hat. „Das war souverän.“

Wenn Empor am Sonnabend in Oranienburg antritt, wird auch Stephan Kleinert besonders in der Abwehr seine Rolle spielen. „Er ist in einem Alter, in dem er seine Nebenleute dirigiert. Im Mittelblock leistet er einen Riesenjob“, so Christian Pahl. Er sei die Konstante in dem Mannschaftsteil. „Er ist ein richtiger Anker in der Abwehr und insgesamt ein wichtiger Bestandteil des Teams“, lobt ihn Christian Pahl, der seit sechs Jahren mit dem Mann mit der Nummer 23 zusammenarbeitet.

Beim Eingestiegen in den Handball ist Stephan Kleinert als Mini beim VfL Potsdam. „Meine Mutter suchte einen Hallensport, weil sie im Winter nicht in der Kälte draußen stehen wollte“, erinnert sich 26-Jährige. Sein Vater spielte in jungen Jahren auch Handball. Beim VfL durchlief Stephan die Jugend-Altersklassen. „Bis Herr Döring (ehemaliger Lehrer, Anm. d. Red.) damals sagte, ich solle mich für die Sportschule bewerben.“ Das tat er. Acht Kanidaten gab es, sieben wurden genommen, darunter Matthias Frank, Nils Jürschke und Marvin Sommer (heute VfL Gummersbach). Sie gewannen Norddeutsche Meisterschaften und das Bundesfinale Jugend trainiert für Olympia. Im Erwachsenenbereich spielte „Peffi“, wie er von seinen Mitspielern genannt wird, beim VfL II und später beim HV Grün-Weiß Werder, mit dem er in die Ostseespreeliga aufstieg. „Das war schon ein großer Erfolg. Damals dachte ich gar nicht, dass es für mich noch weiter hoch gehen könnte – und jetzt ist es die 3. Liga“, so der Student, der gerade seinen Master macht, bereits in der Restrukturierungs- und Insolvenzberatung arbeitet und dort künftig auch gern tätig sein würde. Aktuell steht für ihn aber eine andere Aufgabe an: Am Sonnabend sollen mit dem OHC die ersten zwei Punkte des Jahres eingefahren werden. „Wenn wir kompakt stehen und jeder für jeden mitläuft, schaffen wir das.“

Märkische Allgemeine Zeitung, Stefan Blumberg, 26.01.2018

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