15 Jan 2018

1. VfL Potsdam - Oranienburger HC 26:25 (MAZ)

Matti Spengler (M.) vom VfL Potsdam setzt sich gegen die Abwehr des Oranienburger HC durch. Matti Spengler (M.) vom VfL Potsdam setzt sich gegen die Abwehr des Oranienburger HC durch. Sylvia Göres

VfL Potsdam gewinnt Derby gegen Oranienburg

Der 1. VfL Potsdam hat in der 3. Handball-Liga Nord gegen den Oranienburger HC mit 26:25 knapp die Oberhand behalten und Revanche für die Hinrunden-Niederlage genommen. Das Brandenburg-Derby hatte am Sonntagnachmittag die Massen mobilisiert und für eine imposante Kulisse in der Potsdamer MBS-Arena am Luftschiffhafen gesorgt.

Handball-Drittligist VfL Potsdam kam am Sonntag im der MBS-Arena in einem umkämpften Derby zum 26:25 (13:12)-Sieg gegen den Oranienburger HC. Damit revanchierte sich der Gastgeber zum Auftakt der Rückrunde vor 1500 Zuschauern für die 26:32-Niederlage im Hinspiel.

Ausschlaggebend für den Ausgang war der größere Mumm, den die Hausherren an den Tag legten. „Wir haben voll gekämpft, mit viel Beinarbeit eine starke Abwehr aufgebaut und uns immer wieder gegenseitig gepusht“, sagte VfL-Torhüter Fabian Pellegrini. Auf der anderen Seite nörgelte Janis-Michael Bohle herum: „Wir haben unsere Leistung nicht abgerufen, zu viele Fehler begangen, und zu wenig Durchschlagskraft besessen“, sagte der OHC-Akteur. Aus den Worten spricht der größer gewordene Anspruch der Gäste. 20:20 stand es nach 50 Minuten, als OHC-Keeper Ivan Szabo den Wurf von Christian Schwarz toll hielt und die Arme Richtung der 150 Oranienburger Fans hochriss. Szabo bekam wegen „Unsportlichkeit“ zwei Minuten Strafe. Eine seltsame Entscheidung. Die Schiedsrichter hatten den Torwart bereits auf dem Kieker. Er hatte einen Siebenmeter von VfL-Spielmacher Yannik Münchberger und auch den Nachwurf pariert (9.). Münchberger fing den folgenden Angriff des Kontrahenten ab, lief durch und scheiterte erneut zweimal. Der Schlussmann stellte sich anschließend mit verschränkten Armen hin, als wollte er sagen: „Was wollt ihr von mir?“ Eine herrliche Emotion, die aber immer öfter von den Referees geahndet wird.

Nach Szabos Strafe zehn Minuten vor Schluss zeigten die OHC-Akteure Nerven und trafen die Kiste nicht mehr. Auch der zuvor herausregende Rechtsaußen Nils Müller, der acht Treffer erzielte, verwarf. Der VfL drehte kämpferisch noch einmal auf, kam zum 25:22 (58.) und brachte den Aufreger knapp ins Ziel.

VfL-Trainer Daniel Deutsch vermerkte den Sieg zufrieden. „Wir haben die Ruhe bewahrt, auch wenn mal die Bälle verworfen worden sind. Das Team bestand erneut in Stresssituationen.“ OHC-Trainer Christian Pahl schüttelte sich. „Wir haben eine unterirdische erste Halbzeit gespielt“, sagte er. Trotzdem hätten die 25 Tore in einem Auswärtsspiel reichen müssen. Der 36-jährige Pahl, der bis 2010 Torwart beim VfL Potsdam war, brachte es auf den Punkt. „Die Potsdamer wollten von Anfang an mehr den Sieg als wir.“

Märkische Allgemeine Zeitung, Detlef Braune, 15.01.2018

[top]
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten