09 Okt 2017

HF Springe - Oranienburger HC 30:22 (MAZ)

Die vier sicher verwandelten Siebenmeter von Linus Dömeland nutzten in Springe leider nur zur Ergebniskosmetik. Die vier sicher verwandelten Siebenmeter von Linus Dömeland nutzten in Springe leider nur zur Ergebniskosmetik. Robert Roeske (Archiv)

"Da bist du ratlos!"

Der Oranienburger HC verlor am Sonnabend sein zweites Saisonspiel. Das Ergebnis bei den ambitionierten Niedersachsen fiel eindeutig aus. Es gibt jedoch ein Aber: Das OHC-Team übertraf sich zum wiederholten Male im Auslassen bester Gelegenheiten und begünstigte damit den Spielverlauf immens.

„Ich dachte eigentlich, dass man nicht mehr Chancen liegen lassen kann wie wir eine Woche zuvor im Heimspiel gegen Schwerin“, sagte Trainer Christian Pahl in der Pressekonferenz nach der Pleite in Springe. „Aber wie ich leider feststellen musste: Es geht doch!“

Somit hatten die Springer relativ leichtes Spiel mit dem Tabellenzweiten. Schon nach zwölf Minuten zeichnete sich ab, wohin die Reise gehen würde. Da hatten sich die Gastgeber ihren ersten Drei-Tore-Vorsprung erarbeitet (7:4). Oder anders gesagt: Die Gäste machten den Handballfreunden Platz, damit diese auf die Überholspur fahren konnten. „Das Ärgerliche ist: Wenn du von den klaren‚ freien Chancen nur zwei, drei machst, dann gestaltet sich das Spiel anders. Zumindest nimmt es dann nicht so einen einseitigen und deutlichen Verlauf“, bedauerte der Oranienburger Coach.
Der Vorsprung wuchs noch in der ersten Hälfte auf fünf, sechs Tore an. Dieses Spielchen zog sich durch die gesamten 60 Minuten: Vorn wurden beste Tormöglichkeiten nicht genutzt, hinten klingelte es im Kasten. Die Abwehr hatte an den insgesamt 30 Gegentoren auch eine Aktie, weil das temporeiche und druckvolle Spiel der Hausherren dauerhaft nicht unterbunden werden konnte. Auf das Angriffsspiel der Mannschaft von Trainer Oleg Kuleschow, der von 2012 bis 2015 noch die russische Nationalmannschaft trainierte, bekam der OHC keinen Zugriff.

Der 10:15-Pausenrückstand war erst ein Vorgeschmack, was vor den 326 Zuschauern – darunter auch einige OHC-Fans – noch kommen würde. Wenn Springes Keeper Mustafa Wendland nicht eine Hand oder ein Bein zwischen Ball und Tor bekam, zielten die Oranienburger neben oder über das Tor. Es war zum Kopfschütteln. Schon nach 41 Minuten lagen die Handballfreunde mit zehn Toren vorn (21:11). In der Situation – nach dem Tor von Maximilian Schüttemeyer – kassierte OHC-Kreisspieler Robert Herz bereits seine dritte Zeitstrafe und verabschiedete sich vom Spiel. „Ich habe noch nie ein Spiel erlebt, das so einen Verlauf nahm. 15 Großchancen waren es mit Sicherheit, die wir nicht genutzt haben. Springe hingegen traf ständig.“ Christin Pahl stellte unmissverständlich klar, „dass die Springer sehr gut gespielt und völlig verdient gewonnen haben“. Ihn wurmt jedoch das deutliche Ergebnis. „Ich kann meinen Jungs nicht mal große Vorwürfe machen, weil auch wir ein ordentliches Spiel gemacht haben. Nur nicht die Tore. Man steht da draußen an der Linie und ist ratlos.“ Es hätte sich auch niemand hängen lassen, alle zogen bis zum Ende durch, ansonsten hätte es eine richtige Abreibung gegeben, da die Gastgeber schon mit 30:19 geführt hatten. Aber die Tore von Eike Wertz, Linus Dömeland (er verwandelte alle vier Siebenmeter im Spiel) und Dennis Schmöker sorgten in der Schlussphase für Ergebniskosmetik.

Herold, Szabo – Bohle (1), Herz (1), Schmöker (2), Dömeland (5/4), Wertz (2), Müller (1), Kehl (2), Riedel (2), Kleinert, Öksüz, Sauß (4), Kohnagel (2)

Märkische Allgemeine Zeitung, Stefan Blumberg, 09.10.2017

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