01 Aug 2017

Neuer alter OHC-Kapitän (MAZ)

Robin Manderscheid (r.) zeigt als Kapitän weiter an, wo es für die OHC-Handballer lang geht. Dominic Kehl (l.) ist jetzt sein Stellvertreter. Robin Manderscheid (r.) zeigt als Kapitän weiter an, wo es für die OHC-Handballer lang geht. Dominic Kehl (l.) ist jetzt sein Stellvertreter. Robert Roeske

Manderscheid bleibt der Chef auf der Platte

Trainer Christian Pahl hat sich entschieden: Der alte Kapitän des Handball-Drittligisten Oranienburger HC ist auch der neue. Dabei fällt Robin Manderscheid noch auf unbestimmte Zeit aus. Auch deshalb soll der neue Ersatzkapitän mehr in die Pflicht genommen werden. Beweisen kann er sich gleich beim hochkarätig besetzten Matthäi-Cup in der heimischen Arena.

Diese Entscheidung ließ sich Christian Pahl nicht nehmen. Den Kapitän zu bestimmen, das ist beim Oranienburger Handball-Club Trainersache. Und beim gemeinsamen Grillabend am Wochenende verkündete Pahl: der neue Chef auf der Platte ist auch der alte. Robin Manderscheid hat weiter das Sagen, bekommt aber einen neuen Stellvertreter an seine Seite. Statt Torhüter Simon Herold ist nun Dominic Kehl der Vize-Kapitän beim OHC.

„Ich habe das jetzt so entschieden und noch kein negatives Feedback gehört“, sagt der Trainer. „Wir wollten ,Dom’ weiter in die Pflicht nehmen“, so Christian Pahl, der von einer „perspektivischen Entscheidung“ für die Rolle des Ersatzkapitäns spricht. Denn auf ihren Spielführer Robin Manderscheid müssen die Oranienburger wohl noch eine Weile verzichten. Er laboriert weiter an einer Schambeinentzündung. Seine Rückkehr vermag Pahl nicht zu prognostizieren. „Wir machen gar keinen Druck, werden ihn nicht in Spielsituationen zwingen.“

Auch deshalb will Dominic Kehl, Oberhavels Sportler des Jahres 2016 und Drittliga-Torschützenkönig der Spielzeit 2015/16, in seiner neuen Rolle künftig mehr Verantwortung übernehmen. „Die Aufgabe als Co-Kapitän wurde mir zum ersten Mal anvertraut. Ich war sehr positiv überrascht“, so der Shooter, der sich die Aufgabe aber zutraut. „Überrascht war ich, weil es so viele starke Charaktere in der Mannschaft gibt und ich nicht unbedingt damit gerechnet hätte, dass mich unser Trainer dazu ernennt.“ Kehl war eigentlich davon ausgegangen, dass die Posten vor dieser Saison gar nicht neu vergeben werden. Die Ernennung sei für ihn nun aber eine große Ehre. „Das will ich natürlich am liebsten mit entsprechender Leistung in dieser Saison bestätigen.“

Die angesprochenen „starken Charaktere“ werden aber künftig auch noch ein Wörtchen mitzureden haben. Die OHC-Akteure haben nämlich Dennis Schmöker (wurde vom Oranienburger Publikum zum Spieler der Vorsaison gewählt), Kehls Vorgänger Simon Herold und Stephan Kleinert in den neuen Mannschaftsrat gewählt.

Auf die Oranienburger Handballer und ihre Führungsspieler, die am vergangenen Wochenende ein Taktik-Trainingslager bestritten, aber auch gemeinsam Paintball spielten, wartet nun der erste richtige Härtetest vor der kommenden Saison, die in dreieinhalb Wochen gleich mit dem Brandenburg-Derby gegen den VfL Potsdam beginnt. Samstag und Sonntag geht es in der MBS-Arena erstmals um den Matthäi-Cup. Der Club hat für sein traditionelles Sommerturnier ein hochkarätiges Teilnehmerfeld zusammengestellt: sieben Drittligisten hat sich der OHC eingeladen – eben auch den Auftaktgegner aus der Landeshaupt.

„Wir wissen danach auf jeden Fall, woran wir noch arbeiten müssen“, ist sich Christian Pahl sicher. Das Turnier sei so offen wie nie, so der Coach, weil es keinen Überflieger gebe. So wie zuletzt den HC Elbflorenz oder ein Jahr davor den Dessau-Roßlauer HV – beide stiegen nach ihren Turniersiegen in Oranienburg in die 2. Bundesliga auf. „Es wird eine Standortbestimmung.“ Angst, den Gegnern zu viel zu verraten, hat Christian Pahl überhaupt nicht. „Wir kennen uns ohnehin sehr gut.“

Märkische Allgemeine Zeitung, Christoph Brandhorst, 01.08.2017

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