05 Mai 2017

Oranienburger HC - MTV Braunschweig (MAZ)

Josip Perkovic gehörte ein Jahr zum Oranienburger HC – heute wird er verabschiedet. Josip Perkovic gehörte ein Jahr zum Oranienburger HC – heute wird er verabschiedet. A.M.

Die 40 Punkte locken

Die Männer des Oranienburger HC müssen noch einmal ran, dann ist die Sommerpause da. Am Samstag gastiert Aufsteiger MTV Braunschweig in Oranienburg. Für Oranienburgs Rückraumspieler David Sauß ist es ein besonderes Kräftemessen.

Der Kitzel ist da, die Schallmauer von 40 Punkten zu durchbrechen. Auf nichts anderes sind die Männer des Oranienburger Handball-Clubs am Samstagabend aus. Der MTV Braunschweig soll dafür herhalten. Oranienburgs Rückraumspieler David Sauß formuliert es so: „Wir wollen uns für das 20:20 im Hinspiel revanchieren.“ Im Hinspiel im Dezember vergangenen Jahres waren die OHCer an sich selbst gescheitert. „Wer auswärts nur 20 Tore kassiert, muss gewinnen“, ist die Auffassung von Trainer Christian Pahl. „Den Punkt haben wir den Braunschweigern geschenkt. Das ist für uns Motivation genug, das letzte Saisonspiel zu gewinnen. Es hat sowieso etwas Gutes, wenn man mit einem Erfolgserlebnis in die Sommerpause geht“, so der Coach vor dem heute um 19 Uhr (!) in der MBS-Arena beginnenden Spiel der 3. Liga Nord.

Geschäftsführer Michael Freund: „Siege sind kein Selbstverständnis“

Vereinsgeschäftsführer Michael Freund würde sich auch sehr über einen positiven Saisonabschluss freuen, zumal er davon ausgeht, dass die Halle einmal mehr bis auf den letzten Platz gefüllt sein wird. Allerdings möchte er auch davor warnen, „dass Siege in eigener Halle nicht unbedingt ein Selbstverständnis sind“. Den 4. Platz, den die erste Männermannschaft belegt, habe niemand im Fokus gehabt. „Aber ich freue mich riesig darüber, dass die Saison so gut gelaufen ist. Auch ein 6. oder 7. Platz wäre völlig in Ordnung gewesen“, so Michael Freund. Er sieht in der Liga so manche Mannschaft mit einem weitaus höheren Budget, die in der Tabelle aber hinter den Oranienburgern einkommen. Deshalb stellt sich für ihn auch die Frage, wie man das toppen wolle. „Wir arbeiten hier semiprofessionell, der Verein hat einen starken Familienanstrich.“ Dazu zählt er auch das immer größer werdende Netzwerk, das der OHC aufgebaut habe. Viele Unternehmen, „die uns als Partner auf Augenhöhe sehen“, seien im Spiel gegen Braunschweig auch in der Halle.

Eine große Verabschiedungszeremonie werde es in diesem Jahr nicht geben. Nur ein Spieler verlässt die Mannschaft: Josip Perkovic. Der junge Kreisläufer, der im vergangenen Sommer von der A-Jugend des VfL Potsdam nach Oranienburg kam, spielte nur wenige Minuten und saß wegen einer Handverletzung in den vergangenen Monaten nicht einmal auf der Bank. Er wird augenscheinlich zum MTV Altlandsberg wechseln. „Er ist noch jung und hat die Zukunft vor sich“, so Michael Freund.

Braunschweiger Trainer mit Klasse

David Sauß trifft heute auf ehemalige Weggefährten. Als Jugendlicher spielte er drei Jahre beim MTV. „Ich freue mich auf das eine oder andere bekannte Gesicht.“ Den Handballern ein Begriff sein dürfte Volker Mudrow. Der Trainer der Braunschweiger war einst selbst Profi und führte den TBV Lemgo 2010 als Trainer zum Sieg im EHF-Pokal. „Er hat eine sehr große Aktie daran, dass die Braunschweiger als Aufsteiger die Klasse halten konnten“, sagt Christian Pahl. Vor der Abwehr der Niedersachsen hat er höchsten Respekt. „Die wird uns das Leben schwer machen. Trotzdem wollen wir nach dem Spiel feiern ...“

Märkische Allgemeine Zeitung, Stefan Blumberg, 21.04.2017

[top]
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten