17 Apr 2017

OHC wC Saisonfazit

OHC wC Saisonfazit Privat

Abenteuer Oberliga – Entenfamilie auf großer Reise

,,Was haben wir denn davon, wenn wir alle Spiele 30:3 oder so gewinnen? Da entwickeln wir uns nicht weiter.“ Mit dieser Aussage einer Spielerin (damals noch D-Jugend und kurz vor Meisterschaftsgewinn) begann vor knapp einem Jahr das große Abenteuer.

Die 2003er Mädchen des OHCs wollten neue Herausforderungen in Angriff nehmen und so wurde die C-Jugend erstmals in der Oberliga gemeldet. Unterstützt wurden wir von Theresa Weidenberg, die als 2004er Jahrgang sofort in die C-Jugend hochgezogen wurde und Lara Raasch (2002), die extra von der TSG Liebenwalde zum OHC wechselte, um sich dem höheren Niveau zu stellen. Punktuell unterstützten uns Gina Heinze, Maya Tolg und Sophie Rüdiger (2002er), die bereits in der B-Jugend spielten, sowie Olivia Seefeld, Anna Eberlein und Marieke Michelmann (2004er) aus unserer D-Jugend.

Ohne eine große Ahnung davon zu haben, was uns in der Oberliga erwarten würde, starteten wir also in das Abenteuer. Es gab keine großen Vorgaben. Wir wollten uns sportlich weiterentwickeln, in jedem Spiel unser bestes geben und niemals aufgeben. Unser einziges ,,richtiges“ Ziel war es, am Ende der Saison einen Punkt auf unserem Konto zu haben.

Im ersten Heimspiel trafen wir auf Teltow – Ruhlsdorf. Die hatten ihrerseits in der D-Jugend den Landesmeistertitel errungen und uns in dieser Altersklasse schon gezeigt, wo der Handballhammer hängt, wenn man größeres vor hat.

Wir mussten uns erst an die Luft in der höheren Spielklasse gewöhnen, zeigten aber dennoch ein Spiel, mit dem wir für den Anfang zufrieden waren und unterlagen 14:22.

Im zweiten Spiel kam dann sofort der absolute WorstCase – mit vielen angeschlagenen Spielerinnen reisten wir nach Doberlug, wo uns schon in der Anfangsphase nicht viel gelang und nach der roten Karte für TheThe in der 17. Minute hätten wir eigentlich auch heim fahren können .. Endergebnis 21:38, völlig unter die Räder gekommen war unser einstimmiges Fazit.

Es folgte das Heimspiel gegen Falkensee – wir legten los wie die Feuerwehr, führten schnell mit 7:1 und zeigten eine gute erste Halbzeit, aber dann kam auch hier der Einbruch – es schien wie Angst vor dem eigenen Können und wieder mussten wir uns mit 20:25 geschlagen geben.

Dass gegen den Staffelfavoriten aus Frankfurt nichts zu holen sein würde, war uns vorher klar, dennoch reisten wir, mit gerademal 9 Spielerinnen, an die Oder und zeigten ein erstaunlich gutes Spiel. 14:28 hieß es zwar am Ende gegen uns, doch endlich boten wir mal eine durchgehend kostante Leistung und sahen, dass wir uns allmählich an das gehobene Niveau heranarbeiteten.

Gegen Wildau dann der Befreiungsschlag – nach einer soliden ersten Hälfte und einer überragenden Schlussviertelstunde fuhren wir mit 27:19 unsere ersten Punkte ein.

Eine Woche später ging es sogar sofort weiter mit dem Punktesammeln – in Bad Freienwalde dominierten wir von Beginn an die Partie, agierten sehr konzentriert in der Abwehr und erzielten einfache Tore. 20:14 zeigte die Anzeigetafel beim Abpfiff für uns.

Gut – 4 Punkte nach der Hinrunde, das ist doch passabel, sagten wir uns alle, denn mit dem HSV Oberhavel stand uns ein alt bekannter Gegner in heimischer Halle gegenüber, der bereits ein Jahr Oberligaerfahrung gesammelt hatte. Nach einem, über 50 Minuten umkämpften, Spiel stand da doch tatsächlich ein 15:15 – der kollektive Wahnsinn in der MBS – Arena. Nun waren es also 5 Punkte nach der Hinrunde – vier Punkte über dem Saisonziel ☺

Mit diesem Wissen im Hinterkopf starteten wir in die Rückrunde – wir wollten gucken, was nun noch drin ist und wie sehr wir uns tatsächlich entwickelt hatten. Das zeigten wir auch gleich in Teltow. Der Abstand aus dem Hinspiel wurde halbiert (18:22) und wir hätten sogar punkten können, wenn wir in der Defensive nicht so unkonzentriert gearbeitet hätten.

Gegen Doberlug (mittlerweile Tabellenzweiter) hatten wir noch eine Rechnung offen , zu sehr schmerzte die Klatsche aus der Hinrunde. Wir arbeiteten in der Abwehr stark zusammen, doch leider fehlte uns diesmal im Angriff die nötige Durchschlagskraft. Trotzdem zeigte uns das 20:22, dass wir keineswegs mehr die Kreisligatruppe waren, die sich Hals über Kopf in etwas hineinstürzt, sondern, dass wir auch den Teams im oberen Tabellendrittel Parolie bieten können.

In Falkensee erfuhren wir dann wieder einen mentalen Niederschlag – es war auf beiden Seiten ein sehr zerfahrenes Spiel, in dem wir trotzdem noch das bessere Team waren, doch wir ließen zu viele Chancen ungenutzt und so mussten wir uns mit 18:24 aus der Halle verabschieden.

Gegen Frankfurt gab es dann wieder glückliche Gesichter in heimischer Halle. Zwar unterlagen wir 14:21, doch wir konnten frei durchwechseln, zeigten gute und abwechslungsreiche Aktionen in Angriff und Abwehr und waren mit unserer eigenen Leistung zufrieden.

Davon gestärkt fuhren wir nun nach Wildau, um uns einen 50 minütigen Kampf hinzugeben. Handball auf beiden Seiten war es nicht wirklich – eher ein Spiel geprägt von Einzelaktionen und sehr fragwürdigen Schiedsrichterleistungen, die beide Seiten verkrampfen ließen. Hier zeigte sich allerdings, was sich durch unsere komplette Saison zog – in Situationen, in denen wir deutlich benachteiligt werden, fehlt uns noch die Abgezocktheit, einfach weiterzumachen … die Chancen waren da, wurden aber von uns viel zu überhastet weggeworfen, sodass man den 25:24 Sieg für Wildau nicht als verdient, aber als routenierter würdigen muss.

Mit deutlich Wut im Bauch empfingen wir nun Bad Freienwalde und die Mädchen aus dem Tabellenkeller bekamen die volle Angriffspower, die wir uns bis dato anscheinend aufgespart hatten, an – mit 32:11 schickten wir das team aus der Halle.

Nun stand noch das letzte Saisonspiel gegen den HSV Oberhavel an – es ging praktisch um nichts weiter als die goldene Ananas, denn weder Oberhavel (4.) noch wir (7.) konnten in der Abschlusstabelle noch von unseren Plätzen gestoßen werden. Wie aus den Vorjahren schon fast gewohnt, entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, wir führten in der ersten Hälfte fast ständig mit ein, zwei Toren, Oberhavel kam wieder heran. 12:11 Führung zur Pause… Wir wussten alle, dass sich Oberhavel damit nicht begnügen würde und so kam es auch. Schnell glichen die Gastgeber aus und legten dann vor, doch zweimal kamen wir nach einem 6 Tore Rückstand nochmal zurück, dann war allerdings das berühmte Glas leer – nach (zu) einfachen Kontersituationen zog Oberhavel kurz vor Abpfiff davon und siegte am Ende mit 29:23. Wir waren dennoch zufrieden und ließen den Nachmittag bei kühlen Getränken und Kuchen vor der Halle ausklingen.

Nun zum Fazit aus Trainersicht:

Ich persönlich bin mit der Saison zufrieden. Wir haben uns einen Punkt als Minimalziel vorgenommen und am Ende waren es sogar 7 Zähler. Vor allem in der Rückrunde haben wir gezeigt, dass wir uns, vor allem im Vergleich mit den anderen Mannschaften, wohl mit am meisten etnwickelt haben, denn unsere Ergebnisse lesen sich besser als in der Hinrunde und auch im spielerischen Aspekt konnte ich Verbesserungen bei den Mädels feststellen – so nach und nach werden die Dinge verinnerlicht, die wir Woche um Woche trainieren. In der aus der Hinrunde sind wir mit einer Tordifferenz von –30 (131:161) gegangen, in der Rückrunde waren es nur noch –5 (149:154). Was mich besonders freut, ist die Tatsache, dass vor allem die Abwehr immer mehr zu einer Einheit wird und wir fähig sind, viele verschiedene Abwehrsysteme zu spielen, was es für usnerer Gegner schwerer macht, sich auf uns einzustellen. Im Angriff sehe ich noch Entwicklungspotenzial, damit wir mehr aus Auftakhandlungen heraus handeln können und ein breitetes Band von Spielern die Verantwortung übernehmen, damit wir auch in diesem Punkt variabler werden.

Schade ist es, dass uns in der Saison Mareen, Emy und Maja aus persönlichen Gründen verlassen haben (Wir wünschen auf diesem Weg alles Gute für die Zukunft), aber gefreut habe ich mich über die Entscheidung von Lea Thomas (2002er), für die letzten drei Spiele noch zu uns zu stoßen und die Etnscheidung zwei weiterer Spielerinnen aus anderen Vereinen, uns in der kommenden Saison verstärken zu wollen. Was uns die Oberligasaison 2017 / 2018 dann bringen wird, werden wir sehen. Die Staffel wird sich verändern, einige Teams melden nicht mehr, andere kommen gegebenfalls dazu und auch die Kader vieler anderer Teams werden anders aussehen, da der 2002er Jahrgang in die B-Jugend wechselt. Ich hoffe, dass wir uns weiterhin so entwickeln wie bisher und die Neuzugänge gut in unser Gefüge finden. Vor allem aber wünsche ich mir, dass wir mit mehr Routine und weniger Unterschiede unserer eigenen Leistung aufspielen, denn diese ,,Erprobungssaison“, wie ich sie gerne nenne, war doch wie eine Berg- und Talfahrt. Dennoch bin ich froh, dass wir den Schritt in die Oberliga gegangen sind, denn wir sehen anhand der Tabelle und den Ergebnissen, dass wir hier genau richtig sind. Die Mädels sind einzigartig (ich meine mal, wer nimmt schon zur Begrüßung eine XXL - Quietscheente mit ☺) und obwohl sie selber merken, dass die Ansprüche an sie gestiegen sind, behalten sie ihre durchgeknallte und lustige Art bei, ohne das Training zu vernachlässigen. So macht der Trainerjob Spaß.

Ein großes Dankeschön geht auch an unsere Elternschaft, die uns bei allen Spielen unterstützt haben, uns auch nach den Niederlagen die Treue gehalten und uns nach den Pluspunkten umso doller gefeiert haben.

Der Kader:

Sophie Rüdiger, Vivian Strauch, Bettina Woike – Lara Raasch, Gina Heinze, Maya Tolg, Lea Thomas, Julia Glorius, Monique Fritsch, Noell Kemper, Laura Ullrich, Pauline Feldhoff, Marie Nickel, Olivia Seefeld, Anna Eberlein, Marieke Michelmann, Mareen Spitzenberg, Emy Giese, Maja Pocher, Theresa Weidenberg

Anne Rückforth

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