14 Nov 2016

SSV Falkensee - OHC mB 24:25 (11:13)

Herzschlag-Finale in Falkensee

B-Jugend unterstreicht Favoritenrolle mit Auswärtssieg und bleibt die Nr. 1

Es ist Samstag, der 12.11.16, kurz nach 15.00 Uhr. Das Spitzenspiel der B-Jugend-Brandenburgliga zwischen dem Tabellenführer, dem Oranienburger Handballclub, und dem ebenfalls verlustpunktfreien Gastgeber SSV Falkensee erreicht beim Stand von 24:24 seinen Siedepunkt.

Sechs Sekunden vor Schluss ist der OHC im Ballbesitz, Jannis Hupfer spielt auf Lucas Schwanke, der einen Freiwurf erkämpft. Die Sirene ertönt, es bleibt die direkte Ausführung auf der äußersten rechten Rückraumposition - neun Meter vom Tor, nahe der Seitenauslinie. Tom Lüben tritt an und narrt die ganze Halle mit einem ebenso überraschenden wie durchdachten Aufsetzer ins lange Eck. Der grenzenlose Jubel vereint Spieler, Trainer und Eltern, der Gegner fällt enttäuscht zu Boden, erhebt sich aber schnell und gratuliert fair zum Sieg.

Falkensee war mit 13 Spielern angetreten, davon zwölf aus dem älteren Jahrgang, und hatte mit drei deutlichen Siegen zu Saisonbeginn 6:0 Punkte vorzuweisen. Hinzu kommt, dass der Club 2015/16 eine Saison in der Königsklasse der B-Jugend, der Oberliga-Ostsee-Spree, gewagt hat, und auch wenn diese mit einem einzigen Punkt nicht als Erfolg betrachtet werden kann, so sind den Gastgebern doch hohes technisches Vermögen, Lauffreude und funktionierendes Abwehrverhalten nicht abzusprechen. Unablässig wurde vom Anfang bis zum Ende ballsicher ausgelöst und konsequent durch die OHC-Abwehr gestoßen, auch da, wo sich kleine Lücken ergaben. Das Momentum indes war zunächst auf unserer Seite, wir führten 3:1, die ernüchternde Antwort aber war ein 5:0 der Heimmannschaft zum 6:3. Die Oranienburger Abwehr war dem stellenweise nicht gewachsen - das blieb so bis zum Schluss.

In der Offensive konnten wir dank einer Umstellung - auch hier überzeugte Tom Lüben - wieder Anschluss finden, die Zwischenstände von 7:7, 8:8 und 9:9 sind Dokumente der Ausgeglichenheit einer Partie, die wir dann fast vorzeitig an uns gerissen hätten. Denn beim 10:13 hatten wir das Blatt gewendet. Der enorm breit aufgestellte Gegner konnte allerdings immer wieder zurückschlagen. Bis zum 19:19 verlief das Spiel auf gleicher Augenhöhe, bevor Falkensee mit 21:19 auf die Siegerstraße einzubiegen schien.

Der Ausweis unseres Selbstverständnisses ist die Reaktion einer verschworenen Gemeinschaft, die das Heft in die Hand nahm und zum 24:23 konterte. Wie im gesamten Spielverlauf, so übernahm auch in der heißesten Crunch-Time jeder Verantwortung, Verweigerung oder Mutlosigkeit existieren nicht. Dass Falkensee zum 24:24 ausgleichen konnte, spitzte die Partie zu und bot den ultimativen Nerventest an, den die Jungs mit Bravour bestanden.

Lucas Schwanke brillierte mit tollen Zuspielen und fünf Toren, Jannis Hupfer und Lukas Gorecki, beide ja fast noch C-Jugendliche, kamen zusammen auf sieben Treffer, ebenso wie Tom Lüben. Leon Jost (1) und Bennet Simon (1) stachen genauso zu wie Timo Schirmeyer (2), der - wie die meisten - durchspielen musste. Kieron Kisch (2) griff maßgeblich in der Schlussphase der Partie ein, traf zweimal und erschütterte Falkensee letztlich vorentscheidend - unbeeindruckt von seiner angeschlagenen Gesundheit. Jonas Lehmann im Tor war 50 Minuten lang eine feste Burg. Seine Ausstrahlung und Einstellung, sein Verhalten und seine Fähigkeiten sind tadellos. Sein kongenialer Partner Johannes Ruchatz verzichtete einsichtsvoll und vorausschauend.

Die Summe aller Bausteine, jedes noch so kleine Mosaik, die Stimmung im Team, die völlige Akzeptanz auch der Spieler, die an diesem Tag nicht eingesetzt werden konnten, waren letztlich entscheidend dafür, dass wir die Punkte verdient nach Oranienburg holten.

Das Restprogramm der Hinrunde spricht klar für uns. Und: Nie war es für Trainer leichter, aus einem Spiel die richtigen Folgerungen zu ziehen.

Lehmann - Ruchatz - Hupfer - Sander - Kisch - Bräsicke - Jost - Schirmeyer - Gorecki - Schwanke - Simon - Färber - Lüben - Nguyen

Martin Richter

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Medien

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Tom Lüben erzielt den Siegtreffer durch direkten Freiwurf. SSV Falkensee
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