10 Okt 2016

SV 63 Brandenburg West - OHC mB 8:33 (2:14)

B-Jugend erobert souverän Tabellenspitze

Nach den überzeugenden Auftaktsiegen gegen Eberswalde und Ludwigsfelde war das Selbstbewusstsein unserer Jungs spürbar gestärkt. Ein Blick auf die ersten Ergebnisse Brandenburgs dagegen (14:24 und 14:29) führte ans Tabellenende, und so fuhren wir pünktlich und bestens gelaunt mit elterlicher Begleitung im geräumigen Bus Richtung Süden.

Die vom Team gewählte musikalische "Untermalung" war allerdings nicht nur eine geschmacklich schwer zu schluckende Kröte, einige Spieler sangen auch bereits die gesamte Hinfahrt derart fröhlich mit, als hätten wir schon zwei Auswärtspunkte sicher.

Mir schwante Übles, obwohl ich natürlich die ganze Woche vor Übermut gewarnt und diesen auszutreiben versucht hatte. Als nach Betreten der Halle eine groß gewachsene und voll besetzte Heimmannschaft auftauchte, die bei der Erwärmung alles andere als den Eindruck der Unterklassigkeit vermittelte, wuchsen die Zweifel, ob denn hier alles seinen von uns gewünschten Ausgang nähme.

Es dauerte ungefähr fünf Minuten (1:1), bis wir das Spiel dominierten, dann aber äußerst klar mit einem 11:0-Lauf (1:12), die erste Halbzeit endete kurz darauf mit 2:14. Das Ergebnis spiegelt auch die erneut starke Leistung von Torwart Johannes Ruchatz wider, der nun der dritten Partie nacheinander seinen Stempel aufdrücken konnte. Im Angriff ließen wir gerade von den Außenpositionen dagegen zahlreiche Chancen ungenutzt, und die Abwehrleistung war und ist ausbaufähig. Eine Umstellung der Defensive war es auch gewesen, die nach dem nervösen Beginn für große Sicherheit gesorgt hatte.

In Halbzeit 2 wechselten wir dann komplett, konnten Führungsspieler sogar die gesamten 25 Minuten schonen. Es gelang, was in den letzten drei B-Jugend-Jahren noch nie geschafft wurde: Halbzeit 2 wurde mit 19:6 noch deutlicher gewonnen als Halbzeit 1. Die Pausen-Vorgabe wurde genau umgesetzt und mit einem Vorsprung von 25 Toren der höchste Sieg seit Jahren gefeiert.
Die bis zum Schluss kämpfenden Brandenburger wurden immer häufiger zu Fehlpässen gezwungen und mussten zahlreiche Gegenstoßtore zulassen. Da sie auch im Positionsangriff bei der Abwehrarbeit oft zu spät kamen, wurden sie darüber hinaus zusehends progressiv bestraft und spielten in Unterzahl.

Rufus Bräsicke und Bennet Simon konnten zum ersten Mal gemeinsam auf der rechten Seite defensiv und offensiv überzeugen, Timo Schirmeyer bestätigte, dass in jeder Situation Verlass auf ihn ist. Tom Lüben gelang ein großer Schritt zurück in die Mannschaft, Kieron Kisch war defensiv enorm verbessert und wird offensiv noch von beträchtlicher Durchschlagskraft sein. Leon Jost blieb zwar unter seinen Möglichkeiten, ihn zeichnet aber aus, was auch Theo Junge und Lucas Schwanke - beide ebenfalls mit wechselhaften Leistungen - derzeit demonstrieren: totale Mannschaftsdienlichkeit. Es besteht kein Zweifel daran, dass sie sich individuell steigern. Lukas Gorecki spielte auf allen Positionen überzeugend und nähert sich endlich der ihm gegebenen Dominanz. Jannis Hupfer agierte, obwohl gesundheitlich angeschlagen, schlicht überlegen.
Dass wir anders aufgestellt und eingestellt sind, liegt auch am Torhüter-Duo. Jonas Lehmann hielt in Halbzeit 2 stark, trotz mehrwöchiger Pause konnte er bei seinem ersten wichtigen Einsatz im OHC-Trikot sofort überzeugen.

Ein Dank geht auch an sympathische Gastgeber und konsequent pfeifende Schiedsrichter sowie die mitgereisten Eltern.

Auf der Rückfahrt wurde dann Helene Fischer gegen Metallica getauscht, die gesanglichen Leistungen sind allerdings ausbaufähig. Solange die Mannschaft derart Kurs hält, sportlich fokussiert und persönlich diszipliniert ist und jeden noch so hohen Aufwand souverän zu rechtfertigen weiß, ertrage ich auch im Gegenzug sinnfreie Texte über Männer, die Schürzen tragen und Würste umdrehen.

Martin Richter

[top]
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten
Fehler
  • JUser: :_load: Fehler beim Laden des Benutzers mit der ID: 761