OHC I – HSV Hannover 27:25 (12:11)
30.04.2011
„Dieses Spiel hat voll Bock gemacht“
Oranienburger
HC Sieger im „Abstiegsduell“ / Tolle Fans
Die
Oranienburger haben das Maximale aus dem Spiel gegen Hannover herausgeholt:
zwei Punkte. Sie können nicht mehr von einem einstelligen Tabellenplatz
gedrängt werden. Außerdem hat der HSV Peenetal Loitz am Sonnabend seinen
Rückzug aus der 3. Liga bekannt gegeben. Das heißt Klassenerhalt.
Die Halle
tobte, die Spieler hüpften. Die Männer des Oranienburger HC gehören auch in
der neuen Saison der 3. Liga an. „Jetzt kann ich beruhigt gehen und werde
nicht vom Hof gescheucht“, meinte ein gelöster OHC-Trainer Peter Frank mit
einem Lächeln auf dem Gesicht. Er wird den Verein nach nur einem Jahr aus
gesundheitlichen Gründen wieder verlassen. Sein großes Ziel – der
Klassenerhalt – ist erreicht.
Pierre Limberg bekreuzigte sich auf dem Weg
zu seinem Arbeitsplatz, der Kreisposition. Aber der Hannoveraner Routinier
bekam die große Hilfe von „ganz oben“ nicht. Auch wenn er einer der Besten
auf dem Spielfeld war – er erzielte elf Tore (sechs vom Siebenmeterpunkt) -,
sein Team muss weiter um den Klassenerhalt bangen. Tabellennachbar HSV
machte es den Oranienburgern am Sonnabend nicht so leicht. Die Mannschaft
führte (1:0, 4:3, 5:4, 7:5 und 11:8/25.). Und wenn nicht Torwart Gunnar
Tredup nicht viele „Riesen“ weggefischt hätte, wäre eine deutlichere Führung
denkbar gewesen. Allerdings: Genau wie die Hannoveraner trieben die
Einheimischen mit ihren Chancen Schindluder, scheiterten in besten
Situationen an Torwart Götz Heuer. Es war symptomatisch für das Spiel, dass
der OHC mit einer Energieleistung vor der Pause doch noch eine
12:11-Halbzeitführung erzielte. Symptomatisch deshalb, weil jede Mannschaft
wechselweise nicht ein Tor erzielte, sondern jeweils zwei, drei, vier oder
sogar fünf am Stück. In der Situation nagelten die Oranienburger fünf Bälle
ins HSV-Tor.
Doch der 13:11-Vorsprung hatte nichts zu sagen, auch nicht
das 16:14 (36.). Schwupps, war Hannover viermal zur Stelle (16:18) – der
Nervenkitzel begann von vorn. Jetzt war wieder dreimal der OHC dran (19:18).
Auch deshalb, weil der eingewechselte Keeper Enrico Hein unhaltbare Bälle
hielt. Acht Minuten vorm Ende legte Hannover wieder vor (22:21). Ein
Rückraumtreffer von Rechtsaußen Christian Riedel zum 22:22 läutete die
Endphase ein, in der sich das Pendel Richtung OHC auszuschlagen schien
(24:22, 25:23). Doch drei Minuten vorm Ende hieß es wieder unentschieden
(25:25). Ein wunderschönes Tor durch den eingelaufenen Linksaußen Riccardo
Tourmo brachte den OHC in Vorhand. Als der HSV durch ein geahndetes
Stürmerfoul von Limberg den Ball verlor und Hannover in Manndeckung
überging, machte der freigespielte Max Bachmann den Sack zu. Die OHC-Fans
unter den 728 Zuschauern in der MBS-Arena feierten ihr Team mit stehenden
Ovationen. Hallensprecher Clemens Ambrosius: „Der OHC spielt auch in den
nächsten Saison in der 3. Liiiiigaaaaaa!“
OHC: Tredup, Hein – M. Bachmann (7), Fuchs (1), Kählke, Throl (4), Hinz,
Gleß (1), Tourmo (5), Fröhlich (2), Riedel (5/2), Klimczak (1)
STIMMEN
Stefan Lux, Trainer Hannover: Es war klar, dass es
ein Kampfspiel werden würde, in dem Nuancen entscheiden. Eine dieser Nuancen
waren die Schiedsrichter. Brandenburger Schiedsrichter, die in Brandenburg
pfeifen, das ist nicht in Ordnung. Bei allen 50:50-Entscheidungen ging es
gegen uns. Wir fühlen uns benachteiligt. Aber noch ärgerlicher war, dass wir
es nicht geschafft haben, das zu machen, was wir können. Wir sind in dem
Spiel, was nicht schön anzusehen war, an uns selbst gescheitert. Allein die
Rückraumleistung war sehr schlecht.
Peter Frank, Trainer
Oranienburg: Wir wollten hier ein Handballfest veranstalten, das
ist uns mit dem Sieg gelungen. Riccardo Tourmo hat entscheidende Tore
gemacht, Christian Riedel habe ich phasenweise im Rückraum spielen lasen,
das hat sehr gut funktioniert. Unsere Torwartleistungen waren ansprechend.
Ich denke, dass dem HSV die Manndeckung gegen John einen Stich versetzt hat.
Paul Bachmann, verletzter Spieler OHC: Es ist nach wie
vor schlimm, draußen zu stehen und zusehen zu müssen, wenn die anderen
spielen. Ich denke, dass es wieder ein recht ordentliches Heimspiel war,
trotz der vergebenen Chancen. Letztlich hat unsere Kampfstärke mit den
Ausschlag gegeben, dass wir die Punkte eingefahren haben.
Robin John, Spieler Hannover: Unsere Chancenverwertung war einfach
schlecht. Was wir aus besten Positionen verworfen haben, geht nicht. Da
haben wir die Oranienburger Torwarte berühmt geworfen. Unsere Torleute waren
heute aber auch gut. Ich denke, wir brauchen jetzt noch drei Punkte für den
Klassenerhalt.
Presseartikel, Märkische Allgemeine Zeitung, Stefan
Blumberg, 02.05.2011
Ein verfrühter OHC-Jubel ?
Oranienburg (zin) – Die Oranienburger Handballer feierten am
Sonnabend gemeinsam mit 728 Fans in der MBS Arena den Klassenerhalt
in der 3. Liga. Mit 27:25 (12:11) hatten sie den Tabellen-Nachbarn
HSV Hannover bezwungen.
Der Oranienburger HC steht nach dem
Sieg über den HSV Hannover kurz vor dem Klassenerhalt in der 3.
Liga.
Ob die Freude vielleicht etwas verfrüht war, lässt sich
nur schwerlich vorhersagen. Denn es gibt noch einige Unwägbarkeiten.
Der OHC, nun Tabellen-Achter, hat am 15. Mai noch das Spiel gegen
den Tabellen-Dritten Henstedt-Ulzburg. Mit einem Punkt sind alle
Zweifel beseitigt. Bei einer Niederlage könnten jedoch die
Hannoveraner bei noch zwei ausstehenden Partien wieder vorbeiziehen.
Und der Tabellen-Zehnte Peenetal Loitz hat auch noch zwei Partien
offen und könnte auf die gleiche Punktzahl wie der OHC kommen. Da
sowohl Loitz als auch der OHC die Spiele gegeneinander mit je einem
Tor Vorsprung auswärts gewonnen hatten, würde es laut Staffelleiter
Michael Kulus zu zwei Entscheidungsspielen zwischen beiden Teams
kommen, falls es um den Relegationsplatz zehn ginge. Loitz hat
allerdings keinen Meldebogen für die kommende Saison in der Dritten
Liga abgegeben.
So chaotisch wie die Situation scheint,
begannen am Sonnabend auch beide Teams das Spiel. Denn fünf Minuten
lang übertraf man sich gegenseitig mit Fehlleistungen. Der erste
Treffer für den OHC gelang Kapitän Riccardo Tourmo nach 5:05
Minuten. Und wenig später traf der Routinier zum 2:1. Hochklassig
wurde die brisante Partie auch danach nicht. Und nach 24 Minuten lag
der Gastgeber dann auch mit 8:10 zurück. Auch weil HSV-Akteur Pierre
Limberg (insgesamt elf Tore) vom Kreis und vom Siebenmeterpunkt
immer wieder wie selbstverständlich traf. Wieder war es dann Tourmo,
der die Oranienburger drei Sekunden vor dem Pausenpfiff noch mit
12:11 in Führung brachte.
Es blieb ein Spiel auf des Messers
Schneide. Auch die Zwei-Tore-Führung beim 24:22 (55. Minute) konnte
der OHC nicht behaupten. Drei Minuten später stand es 25:25.
Riccardo Tourmo war es vorbehalten, eine Minute vor Schluss das
26:25 zu werfen. Und nach dem Team-Timeout von OHC-Trainer Peter
Frank sorgte schließlich Max Bachmann für die Entscheidung.
Es passte zu den turbulenten Ereignissen, dass fünf Minuten nach dem
vermeintlichen Schlusspfiff der doch überforderten Schiedsrichter
die Partie auf einmal noch für acht Sekunden wieder angepfiffen
wurde, weil sich die Gäste vehement bei den Schiedsrichtern und
Zeitnehmern wegen falscher Zeitnahme beschwert hatten. Es war eher
eine Farce. Denn zwei Tore sind auch im Handball in acht Sekunden
für ein Team nicht möglich. So konnte der OHC dann nach dem zweiten
Schlusspfiff noch einmal jubeln. Und es sollte doch mit den Teufel
zugehen, wenn auch dieser Jubel verfrüht gewesen sein sollte.
Presseartikel, Oranienburger Generalanzeiger, 01.05.2011
25:27 Auswärtsniederlage in Oranienburg bremst HSV
Für den hannoveraner Handballdrittligisten passte am
drittletzten Spieltag so ziemlich nichts zusammen. Nach einem 11:12
Rückstand zur Halbzeit reichte es nach 60 Minuten gegen den direkten
Konkurrenten aus Oranienburg nur zur 25:27 Auswärtsniederlage. Vor allem
in den Schlussminuten taten sich denkwürdige Ungereimtheiten auf.
Unglücklicher Weise siegten auch der HSV Peenetal Loitz, direkter
Verfolger des HSV Hannover, in seinem Heimspiel gegen den SV
Henstedt-Ulzburg und bremst so den HSV im Kampf um den Klassenerhalt.
Mit einem Punkt Vorsprung geht die 1. Herren des TSV Anderten in die
letzten beiden Spieltage in der 3. Liga Nord und ringt damit weiter um
Saisonpunkte.
"Die Niederlage ist äußerst traurig für uns",
ärgerte sich HSV-Trainer Stephan Lux nach der Partie und deutete auf
fragwürdige Entscheidungen der beiden Unparteiischen hin. Nach rund 59
Spielminuten mit Höhen und Tiefen, in denen vor allem der HSV-Rückraum
unter seinen Möglichkeiten blieb, zeigte die Hallenuhr einen
ungemütlichen Ein-Tore-Rückstand für den HSV. Stieß das plötzlich und
völlig unerwartet gegen den HSV Hannover gepfiffene Stürmerfoul noch auf
Unverständnis, fehlten den Trainern für die kommenden Sekunden
schlichtweg die Worte. Mehrfach lief die Spielzeit während Time-Outs
weiter, mehrfach verstrichen für das Gästeteam wertvolle Sekunden.
"Schiedsrichter sind auch in der 3. Liga zur Neutralität verpflichtet,
bin ich der Meinung", so Lux.
Schlecht sah es für die Gäste vom
HSV Hannover nicht aus. Nach gut 25 Minuten zeichnete sich Torwart Götz
Heuer mit einem gehaltenen Siebenmeterwurf aus und sein Teamkollege
Sascha Muscheiko erhöhte zur 11:8 Führung, die zur Halbzeit jedoch nicht
Bestand haben sollte.
Spielerisch passte beim hannoveraner Team
im Folgenden zwar die Abwehrleistung, doch die Chancenverwertung und
Würfe ließen phasenweise Fragen offen. Trotz guter Einzelaktionen
landeten die anschließenden Würfe auf den Füßen des gegnerischen
Torhüters. "Wir müssen mit unseren Chancen cleverer umgehen", sah auch
das Trainerteam ein sportliches Manko. Das Team dürfe jetzt allerdings
nicht den Kopf in den Sand stecken, so die HSV-Verantwortlichen.
Nächste Woche spielt der HSV in Henstedt-Ulzburg und anschließend im
großen Saisonfinale am 14. Mai zu Hause gegen den SV Beckdorf. Soll der
Klassenerhalt gesichert werden, müssen Punktgewinne folgen.
Die
Torschützen für den HSV mit Heuer und Rosenthal im Tor: Czok (1),
Schepker (1), Richter (2), John (4), Limberg (11/6), Redeker (1),
Brandes (1), Riedel (3), Muscheiko (1)
Presseartikel, HSV Hannover, 01.05.2011