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OHC I – SG Kropp/T./D. 33:29 (14:15)
09.04.2011

„Dieses Spiel hat voll Bock gemacht“
Oranienburger HC Sieger im „Abstiegsduell“ / Tolle Fans

Nach diesem Sieg hat der OHC beste Karten, die 3. Liga zu halten. Es war erwartungsgemäß ein Kraftakt.

 „Das habe ich noch nicht erlebt in meiner Laufbahn. So wie heute, standen die Zuschauer noch nie hinter uns. Unglaublich“, brach es aus dem Mann des Tages, Max Bachmann, heraus. „Fantastisch!“ Den Fans ist es mitzuverdanken, dass der OHC am Sonnabend (spät) die Kurve kriegte. Sie peitschten ihr Team unermüdlich nach vorn. Sie wussten, dass es für beide Teams um sehr viel ging: die Vorentscheidung um Abstieg oder Nichtabstieg.

Die Gäste imitierten ein Abschleppfahrzeug. Der OHC am Seil hinten dran – ein Vorbeikommen unmöglich! 0:1, 0:2, 0:3 – das ließ nichts Gutes erahnen. Der erste OHC-Treffer von Christian Riedel fiel nach fünf Minuten. Torwart Gunnar Tredup bekam derweil nicht einen Ball, wurde nach acht Minuten ausgewechselt. Kropp spielte diszipliniert, ruhig, souverän, variabel und wartete auf den Abschluss. 5:2, 8:5, 10:7. Nach 17Minuten hielt der eingewechselte Enrico Hein den ersten Ball beim OHC! „Dadurch, dass wir relativ einfache Tore erzielten, blieben wir aber dran“, meinte OHC-Trainer Peter Frank. Das war zum Beispiel Alexander Gleß zu verdanken, der vom Kreis traf wie noch nie und zudem auch vom Siebenmeterpunkt erfolgreich war. So hieß es nach dem 11:14 nur noch 14:15 zur Pause. Zu dem Zeitpunkt war Routinier Heiner Throl schon gar nicht mehr dabei, weil er drei Zwei-Minuten-Strafen erhalten hatte.

Max Bachmann glich unmittelbar nach dem Wechsel das erste Mal aus (15:15). Aber es blieb dabei: vorbeikommen unmöglich. Wieder ging es rückwärts: 15:17, 17:19. „Kapitano“ Riccardo Tourmo riss die Zuschauer mit dem ersten Führungstor schließlich von den Bänken (41.). Das hieß aber noch gar nichts, zumal wenig später Alex Gleß, Abwehrchef und bis dato bester Torschütze, mit Rot vom Feld musste (46.). „Da ist mir nicht schwummerig geworden, da muss ich als Trainer reagieren“, so Peter Frank, der nach Throl das zweite Abwehrbollwerk verloren hatte. Er stellte das Team leicht um. Die Fans wussten, dass ihr Team jetzt – Kropp führte in der Phase 23:21 – mehr Unterstützung denn je braucht. Und die bekam es. Die Mannschaft ließ sich beflügeln. „Das hat voll Bock gemacht“, so Max Bachmann, der 60 Minuten auf höchstem Niveau durchspielte, in der Abwehr ein Störfaktor für den Kropp-Angriff wurde und insgesamt elf Treffer erzielte. Und dann lief der wieder im Tor stehende Tredup zur Höchstform auf. „Es war nur eine Frage der Zeit, dass wir das Spiel biegen“, sagte Peter Frank. Schließlich brannte das Team in der hektischen Endphase ein Feuerwerk ab. Vier Tore in Folge zum 25:23 waren das Signal dafür, dass der OHC das Abschleppseil lösen konnte und an Kropp vorbeibrauste (28:25, 31:26).

OHC: Tredup, Hein – M. Bachmann (11), Stelzig, Kählke (1), Throl, Hinz, Gleß (7/3), Tourmo (4), Bornhorn (2), Fröhlich (1), Riedel (5), Klimczak (2/1)

STIMMEN

Peter Frank, Trainer OHC: Wir haben einige Sachen ganz gut gemacht: Den Torwartwechsel zur rechten Zeit, Rechtsaußen Christian Riedel hat als Rückraumspieler gute Anspiele an den Kreis inszeniert, Max Bachmann war in der Abwehr ein Traum , und wir haben den Henrich mit Erfolg in Manndeckung genommen. Es war ein Spiel mit vielen Emotionen.

Jens Häusler, Trainer Kropp: Wir haben es nicht verstanden, die Leichtigkeit aus der ersten Hälfte mit rüberzunehmen in die zweiten 30 Minuten und zudem die guten Angriffe des OHC zu unterbinden. Wir haben später versucht, mit Einzelaktionen zum Erfolg zu kommen. Das war falsch. Trotz der drei roten Karten – die gegen mich war überzogen – war es ein faires Spiel.

Jan Carstens, Torwart Kropp: „Wir hatten uns hier mehr erhofft. In der ersten Halbzeit lief es gut, in der zweiten blieben wir absolut unter unseren Erwartungen. Am OHC kommen wir in der Tabelle jetzt nicht mehr vorbei.

Heiner Throl, Spieler OHC (nach 24 Minuten war Schluss, dreimal Zwei-Minuten-Strafe): Das ärgert mich total, dass ich so früh runter musste. Ich fand die Bestrafungen auch nicht gerecht. Bei diesen Schiedsrichtern habe ich noch nie das Ende des Spiels erlebt.

Presseartikel, Märkische Allgemeine Zeitung, Stefan Blumberg, 11.04.2011
 

Vorbericht

Aus eigener Kraft
OHC heute gegen Kropp

„Wir haben uns auf dieses Spiel eingeschworen. Wir wollen es unbedingt gewinnen.“ Das ist die Ansage von OHC-Trainer Peter Frank vor dem heutigen Heimspiel gegen die SG Kropp/Tetenhusen (Hinspiel: 28:28). Beide Teams sind noch abstiegsgefährdet. Der OHC könnte sich mit einem Sieg eine hervorragende Ausgangsposition schaffen. „Allerdings liegt eine schlechte Trainingswoche hinter uns, es fehlten immer einige Spieler“, so der Coach. Max Bachmann und Alexander Gleß kurierten ihre Blessuren aus dem Loitz-Spiel aus, Tim Fröhlich seine Nasennebenhöhlen-Entzündung.

Aber diese Dinge rückt Peter Frank überhaupt nicht in den Fokus: „Diese Geschichten stellen wir hinten an. Jeder weiß, was die Stunde geschlagen hat. Kropp wird uns keinen Sieg servieren. Wir werden um ihn kämpfen.“ So, wie sie sich alle bisherigen 24Punkte geholt haben (Kropp hat 22). „Wir sind in der komfortablen Lage, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht auf andere Mannschaften angewiesen sind. Wir können den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen.“

Den Fans in der MBS-Arena wird neben diesem Duell noch ein Schmankerl geboten. Der Geschäftsführer der Turm-Erlebniscity Oranienburg, Andreas Leuschner, spendiert am Rande 50 Freikarten für das Bundesligaspiel Füchse Berlin gegen Lemgo am 13. April.

Presseartikel, Märkische Allgemeine Zeitung, Stefan Blumberg, 08.04.2011