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 OHC I – Bad Doberaner SV 25:21 (13:9)
12.03.2011

Im Kampfspiel die Nerven behalten

512 Zuschauer sehen Oranienburger Heimsieg über den Bad Doberaner

Die Doberaner besiegten den Tabellenzweiten, die Doberaner besiegten den Tabellenfünften. Doch vom OHC wurden sie punktlos nach Hause geschickt.


Mit hochrotem Kopf und sichtbar angespannt zeigte sich OHC-Trainer Peter Frank am Spielfeldrand. Kein Wunder, war vor der Partie doch von einem „Überlebens-“ oder einem „Vier-Punkte-Spiel“ die Rede. Dementsprechend präsentierte sich die Frank-Truppe. Feuer loderte in den Augen der Spieler, jeder war bereit, an seine Grenzen zu gehen – mit Erfolg. Nach einer nervösen Anfangsphase (2:2, 2:3, 3:3, 4:4) übernahmen die Hausherren ab der 11. Minute die Kontrolle im Spiel. Christian Riedel, Alexander Gleß, Max Bachmann – sie alle trugen sich in die Torschützenliste ein und verhalfen dem OHC zu einem stetig wachsenden Vorsprung (6:5, 7:5, 8:5, 10:6). Wenn es läuft, dann läuft es richtig.

Die zunehmende Verunsicherung der Gäste nutzten die Oranienburger eiskalt. Zwei „Blitzkonter“ über Benjamin Hinz fanden ihren Weg ins Doberaner Tor. Zudem entschärfte Gunnar Tredup mehrere Bälle, darunter auch zwei Siebenmeter. „Wir konnten in den ersten 30 Minuten unsere Taktik gut umsetzen und hatten auch ein wenig Glück“, resümierte Tredup die erste Halbzeit. Auch nach dem Seitenwechsel (13:9) schienen die Hausherren das Ruder nicht aus der Hand zu geben. Doch dann der Bruch: erst ein verworfener Strafwurf durch Christian Riedel, dann ein sein Ziel verfehlendes „Bachmann-Geschoss“ – die Führung schmolz zusammen (15:10, 15:13, 15:14). Nach 43 Spielminuten glichen die Bad Doberaner zum Entsetzen der Zuschauer aus (16:16). „Wir haben oft eine kleine Schwächephase. Wichtig ist aber, wie wir diesmal damit umgegangen sind. Die Mannschaft hat das gut verkraftet und nicht den Kopf in den Sand gesteckt. Jeder hat gekämpft, und das hat sich ausgezahlt“, fasste Max Bachmann die kritischen Minuten zusammen. Anstatt in Angststarre zu verfallen, suchten und fanden die OHC-Spieler wieder den Weg nach vorne (17:16, 18:16).

In den umkämpften Schlussminuten legten die Oranienburger stetig vor. Spätestens als Christian Riedel drei Minuten vor dem Schluss ein Tor der Marke „nicht möglich“ erzielte (23:19), war alles klar. Auch eine Zeitstrafe gegen Max Bachmann und ein verworfener Angriff durch Tim Fröhlich stellten den Spielverlauf nicht mehr auf den Kopf. Fröhlich selbst war es, der sich für sein Scheitern rehabilitierte. Im Flug fing er einen Ball von Christian Riedel und hämmerte diesen zum 25:21-Endstand in die Maschen. Ob es ein Überlebensspiel war, wird sich später erst zeigen, auch wenn der OHC mit diesem Sieg die Abstiegsränge verlassen konnte.

OHC: Tredup, Hein – Gleß (4), M. Bachmann (6), Fröhlich (4), Tourmo, Hinz (2), Throl (2), Kählke (2), Bornhorn, Klimczak, Riedel (5)

Presseartikel, Märkische Allgemeine Zeitung, Torsten Weigel, 14.03.2011

Fassungslos schaute der Gäste-Torwart, Robert French, in Richtung seiner Mannschaftskollegen. Abermals hatte er keine Chance. Insgesamt 25-mal mussten die Bad Doberaner Torhüter hinter sich greifen. Die Hausherren behielten in einem hart umkämpften Spiel die Nerven und gewannen am Ende mit 25:21 Toren. FOTO: ENRICO KUGLER

     

STIMMEN

Stefan Kultermann, Bad Doberaner SV: „Wir sind angereist, um Punkte zu holen, das ist uns nicht gelungen, und wir sind enttäuscht. Davon abgesehen denke ich, dass es lange Zeit ein Spiel auf Augenhöhe war. Insbesondere in der ersten Halbzeit haben wir einige Chancen leichtfertig vergeben.“

Peter Frank, Oranienburger HC: „Es war für uns ein Überlebensspiel, und wir haben heute wichtige Punkte gewonnen. Meine Mannschaft hat eine bravouröse Leistung gezeigt. In der Abwehr haben wir gut gestanden, und die Torsteher haben überzeugt. Mir hat heute die ein oder andere personelle Alternative gefehlt. Ich hatte einen hochroten Kopf – aber auch, weil es mir Spaß gemacht hat.“

Robert French, Torwart Bad Doberan: Wir haben im Angriff nicht zu dem Spiel gefunden wie in den beiden Wochen zuvor. Schlecht für uns war auch die Phase kurz vor der Pause, als der OHC auf 13:9 enteilte. Für mich entscheidend war die Situation beim 16:16: Nach dem 10:15-Rückstand konnten wir ausgleichen und waren im Angriff. Da pssiert ein Fehlpass, den Max Bachmann für einen Tempogegenstoß ausnutzt. Der OHC hat seine Chancen besser genutzt.

Benjamin Hinz, Linksaußen OHC: In der Abwehr haben wir die nötige Aggressivität gezeigt. Wichtig waren die Tore vor der Pause."

Kein Protest von Bad Doberan

Es wäre zu schön, wenn man im beinharten Kampf um den Ligaerhalt nach einem Sieg einfach mal durchatmen könnte. Die zwei Punkte, die der Oranienburger Handball-Club am Sonnabend gegen den Bad Doberaner SV (25:21) einstrich, galten anderthalb Tage lang noch nicht als verbucht. Die Ostseestädter hatten erwogen, einen Einspruch gegen die Spielwertung einzulegen und taten das auf dem Spielprotokoll kund. Deren Trainer Stefan Kultermann hatte gestern auf Nachfrage der MAZ nur gesagt: „Ich gehe davon aus, dass wir die Möglichkeit der Berufung nicht wahrnehmen.“ Wenige Stunden später bestätigte der Verein seine Meinung: „Wir verzichten auf den Einspruch. Das überforderte Kampfgericht (Franke/Vörtmann, d. R.) hatte bei einer Zeitstrafe für die Gastgeber – Spielzeit: 58:27 Minuten – die technischen Möglichkeiten der Anzeigetafel in der MBS-Arena nicht im Griff und überschrieb dabei eine bereits laufende Strafzeit des OHC, ausgesprochen bei der Spielzeit 57:10 Minuten“, heißt es auf der Bad Doberaner Homepage. Der OHC habe sein Team fälschlicherweise sofort mit einem Mann aufgefüllt, unbemerkt von Kampfgericht und Schiedsrichtern. Aus Sicht der Bad Doberaner hätte der DSV für 43 Sekunden in doppelter Überzahl agieren können. Wäre der Fauxpas aufgefallen, hätte es zudem eine weitere Strafzeit für die Bank des OHC gegeben – die Folge wäre eine 6:3-Überzahlsituation für die Mecklenburger gewesen.

Aufgrund der geringen Aussicht auf Erfolg, dem hohen finanziellen Aufwand sowie mit Blick auf die sportliche Situation wird der Doberaner SV den angekündigten Einspruch allerdings nicht weiter verfolgen.

Jetzt kann der OHC den Blick nach vorn werfen, auf das Auswärtsspiel kommenden Sonnabend beim THW Kiel II. OHC-Linksaußen Benjamin Hinz: „Kiel ist zu Hause nicht zu unterschätzen. Aber wir haben in der Rückrunde schon gezeigt, dass wir Handball spielen können. Das wollen wir auch in Kiel zeigen“, so der zweifache Torschütze des Bad-Doberan-Spiels.


Presseartikel, Märkische Allgemeine Zeitung, Stefan Blumberg, 15.03.2011



OHC verabschiedet sich aus der Abstiegszone

Die Handballer des OHC stehen in der 3. Liga Nord wieder auf einem Nichtabstiegsplatz. Gegen den Tabellenvorletzten Bad Doberaner SV gewann die Mannschaft von Trainer Peter Frank am Sonnabend mit 25:21 (13:9).

Bad Doberan ist nach dieser Niederlage so gut abgestiegen. Der OHC hat nun 20:24-Punkte auf dem Konto und kletterte auf Rang neun. Direkt hinter den Kreisstädtern beginnt die sechs Teams umfassende Abstiegszone.

521 Zuschauer in der Oranienburger MBS-Arena sahen eine umkämpfte Partie. Dabei merkte man den Gäste von der Ostsee den Rückenwind nach zuletzt zwei Siegen in Folge anfangs deutlich an. 3:4 lag der OHC nach zehn Minuten zurück. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit stellten sich die Hausherren dann immer besser auf die Angriffsbewegungen der Bad Doberaner ein. Zudem wehrte Gunnar Tredup etliche Würfe der Gäste ab. Mit einer 13:9-Führung für den OHC ging es in die Pause.

Die Anfangsphase der zweiten Halbzeit gehörte zunächst Bad Doberan. Der Tabellenvorletzte kämpfte um seine letzte Chance – und traf in der 42. Minute per Kempatrick von links zum 16:16-Ausgleich. OHC-Coach Peter Frank reagierte und stellte Enrico Hein für den nun glücklosen Tredup ins Tor – mit Erfolg. Ein 3:0-Lauf binnen vier Minuten brachte den OHC wieder auf Kurs (20:17). In der Schlussphase ließ Oranienburg nichts mehr anbrennen. Krönender Abschluss: Das Kempa-Tor von Tim Fröhlich zum 25:21-Endstand.

„Das war heute ein Arbeitssieg“, gestand Peter Frank nach dem Spiel ein. „Aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Wir haben schließlich gewonnen.“ Sein Gegenüber, Doberans Trainer Stefan Kultermann, sah „ein Spiel auf Augenhöhe“. Allerdings sei man mit den sich bietenden Chancen zu fahrlässig umgegangen.

Bester Torschütze für den OHC war Max Bachmann mit sechs Treffern. Auf Gäste-Seite war Michael Höft am erfolgreichsten. Er erzielte ebenfalls sechs Tore.

Presseartikel, Oranienburger Generalanzeiger, Thomas Gutke, 13.03.2011


Vorbericht

Vorsicht vor den „Verrückten“

„Die Liga spielt verrückt“ hatten wir zum Abstiegskampf in der 3. Handball-Liga Nord getitelt. Und einer der „Verrückten“ aus dieser Spielklasse ist am Sonnabend in Oranienburg zu Gast. Von Jürgen Zinke

Mit 30:29 wurde der damalige Spitzenreiter bezwungen, Bachmann warf allein elf Treffer. So soll es am Sonnabend gegen Bad Doberan möglichst weitergehen.
Oranienburger HC gegen Bad Doberaner SV heißt es nämlich dann ab 18 Uhr in der MBS Arena. Ein Duell im Abstiegskampf, denn der gastgebende Tabellen-Zehnte (18:24 Punkte) trifft auf den Vorletzten (11:31 Zähler).

Klare Sache, könnte man meinen. Heimvorteil und Punktausbeute sprechen deutlich für die Oranienburger. Aber Vorsicht ist geboten. Denn die Gäste von der Ostsee haben in ihren beiden zurückliegenden Spielen regelrecht „verrückt“ gespielt. Dem überraschenden 27:21-Sieg beim Tabellenfünften HSV Insel Usedom folgte nämlich eine Woche später der schon sensationelle 28:25-Heimerfolg gegen den Tabellen-Zweiten HSG Tarp-Wanderup aus Schleswig-Holstein.

Und wie Augenzeugen berichteten, zeigten die Bad Doberaner dabei eine ganz starke Leistung. „Natürlich sind wir durch diese Ergebnisse gewarnt. Und wir wissen auch, dass beim Gegner mit dem Trainerwechsel noch einmal ein Ruck durch die Reihen gegangen ist“, sagt OHC-Coach Peter Frank. Klar ist für die Oranienburger trotzdem, dass morgen nur zwei Pluspunkte zählen. Darauf hat Frank sein Team beim gestrigen Abschlusstraining noch einmal eingestimmt. „Natürlich stehen wir unter Druck. Aber den erzeugen wir selbst und der soll sich positiv auswirken“.

Presseartikel, Oranienburger Generalanzeiger, 11.03.2011