OHC I – HSG Tarp/Wanderup 30:29 (16:15)
19.02.2011
OHC stürzt Tarp vom Thron
Handball-Sensation in der Oranienburger MBS-Arena: Mit einem 30:29
(16:15)-Sieg brachte der OHC am Sonnabend den Gast von HSG Tarp-Wanderup um
seine Tabellenführung in der 3. Liga Nord. Viel wichtiger noch: Die
Kreisstädter erkämpften sich zwei enorm wichtige Punkte im Abstiegskampf.
Riesenjubel nach dem Schlusspfiff: Der OHC gewinnt mit 30:29
gegen Tarp-Wanderup.
„Tarp hat geschwächelt, wir haben das ausgenutzt“,
freute sich OHC-Trainer Peter Frank auf der Pressekonferenz über den
glücklichen Sieg. „Heute war der Handball-Gott mal auf unserer Seite – ein
schöner Tag.“ Tarp-Coach Kai Nielsen hingegen war bedient: „Die Mannschaft
hat zu keiner Zeit das gezeigt, was sie kann. Die geistige Frische hat
gefehlt. Ich bin sehr enttäuscht.“ Tarp-Wanderup rutschte nach der
Niederlage auf den zweiten Rang ab. Neuer Spitzenreiter sind die
Handballfreunde Springe. Für Kai Nielsen kein Beinbruch. „Wir haben nie die
Meisterschaft ausgerufen. Springe ist in der Pflicht.“ Der Oranienburger HC
machte einen Platz gut und ist jetzt Zehnter.
Vor 581 Zuschauern
lieferte die Kreisstädter im Angriff eine glänzende Vorstellung ab. Bereits
in der ersten Halbzeit lag der OHC phasenweise mit drei Toren vorn (11:8,
16:13). Im zweiten Abschnitt brachten selbst zwei Rote Karten gegen Heiner
Throl (31.) und Alexander Gleß (41.) den Gastgeber nicht vom Weg ab. Eiskalt
nutzten die Kreisstädter die Schwachstellen des Spitzenreiters. Insbesondere
die Tarper Torhüter hatten einen schwarzen Tag erwischt, wurden jedoch auch
oft von ihren Vorderleuten in der Abwehr im Stich gelassen.
Nach dem
21:16 (36.) kämpfte sich die HSG noch einmal heran und glich acht Minuten
vor Schluss zum 27:27 aus. In der spannenden Schlussphase hatte Oranienburg
dann die besseren Nerven. Beim Stand von 29:29 vertändelte Tarp im Angriff
den Ball. Sascha Klimczak schnappte sich das Spielgerät und vollendete den
Konter eiskalt zum verdienten 30:29-Endstand.
Bester Torschütze bei
den Oranienburger war Max Bachmann mit elf Treffern.
Presseartikel, Oranienburger Generalanzeiger,
20.02.2011, Thomas Gutke
Sturz des Titanen
Oranienburger HC kippt
Spitzenreiter aus der Halle
Die HSG Tarp- Wanderup kann man
eigentlich nicht bezwingen. Der OHC machte am Sonnabend gegen den bisherigen
Spitzenreiter aber das Unmögliche möglich und stürzte ihn vom Thron.
Es sind nicht einmal mehr 15 Sekunden zu spielen. Der OHC führt 30:29.
Spitzenreiter Tarp unternimmt unmittelbar nach der eigenen Auszeit den
letzten Versuch, den Ausgleich zu erzielen. Rechtsaußen Arne Zschiesche
sucht den Abschluss mit einem Heber. Der Ball prallt vom Innenpfosten zu
Torwart Enrico Hein. Die Sensation ist perfekt! Die Spieler tanzen, die
Zuschauer kreischen, springen, hüpfen und applaudieren.
„Der
Handballgott war heute auf unserer Seite“, meinte ein gelöster und
verschmitzt dreinblickender OHC-Trainer Peter Frank bei der anschließenden
Pressekonferenz. Und er meinte nicht nur die letzte Situation, sondern
einige andere zuvor auch. Dennoch stellte er klar: „Wir haben uns dieses
Glück erkämpft.“
Die Oranienburger machten unbeeindruckt vom Gegner
da weiter, wo sie eine Woche zuvor in Stralsund (34:35-Niederlage) aufgehört
hatten. Sie spielten geradlinig, mutig, über den Kreis. Sie ließen sich in
der Abwehr auf keine Kompromisse ein. Von Anfang an nahm der OHC das Heft in
die Hand. Allen voran Max „Boooom“ Bachmann machte von seinem Waffenarsenal
Gebrauch und feuerte eine Rakete nach der anderen ins Tarper Gehäuse. „Ich
hatte den Mut, nahm den Ball und habe geworfen“, sagte er, als sei es die
einfachste Sache der Welt. Elf „Buden“ machte der Rückraumspieler. Aber auch
sein halbrechtes Pendant Heiner Throl stand ihm in nichts nach, suchte die
Lücke, fand sie und traf. Der OHC legte vor (1:0, 3:2, 7:4, 12:9, 16:13),
und konnte nur Spielmacher Kay Blasczyk (acht Tore in Halbzeit 1) nicht
halten.
Als Heiner Throl sofort nach Wiederanpfiff die rote Karte sah
(blockte Tempogegenstoß ab) und der Gast das 16:16 erzielte (31.), standen
die personellen Vorzeichen ungünstig. Aber die Tore von Alexander Gleß und
viermal Max Bachmann zum 21:16 hinterließen bei den Gästen Wirkung. Ein
neuerlicher Nackenschlag ereilte den OHC mit der dritten Zwei-Minuten-Strafe
gegen Gleß (41.). Mit ihm und Throl fiel der komplette Abwehrinnenblock aus.
„Es spielten Leute in der Abwehr, die das sonst nie machen“, so Peter Frank.
Trotzdem hielt der OHC den Vorsprung (27:23/49.). Doch drei Minuten später
glich Tarp aus (27:27). Die Wende drohte. Der OHC zog aber an (29:27), Tarp
glich aus (29:29). Einen in der Abwehr erkämpften Ball verwandelte Sascha
Klimczak 30 Sekunden vorm Ende zum Siegtreffer. Das Wunder war geschafft.
OHC: Hein, Tredup – M. Bachmann
(11), Kählke (2), Throl (5), Hinz, Gleß (1), Pommerening, Tourmo, Fröhlich
(4), Klimczak (3), Riedel (4/2).
STIMMEN
Peter Frank, Trainer
Oranienburger HC: Ich bin überglücklich, dass wir heute die beiden
Punkte geholt haben. Wir haben so ziemlich alles umgesetzt, was wir uns
vorgeommen hatten. Die Tore sollten über die „Halben“ fallen – das sind sie
auch. Die zweite Halbzeit war geprägt von den beiden roten Karten gegen
Heiner Throl und Alexander Gleß. Beide Abwehrchefs waren weg. Und trotzdem
haben wir die Tarper zu Fehlern gezwungen. Max Bachmann lieferte eine
Topveranstaltung ab, profitierte natürlich von der hervorragenden Arbeit von
Spielmacher Tim Fröhlich.
Kai Nielsen, Trainer Tarp:
Der Sieg geht in Ordnung. Wir haben sicherlich handballerische Qualitäten,
konnten sie aber nicht zeigen. In der Abwehr waren wir nicht präsent, obwohl
wir uns gut auf den OHC vorbereitet hatten. Die Qualitäten von Bachmann
kennen wir, dass Throl und Fröhlich nicht die ganz großen Shooter sind,
wissen wir auch. Trotzdem haben sie getroffen. Meine Mannschaft hat sich
viele technische Fehler geleistet und war bei den Angriffen über die zweite
Welle nicht so gefährlich wie sonst. Der letzte Angriff war Sinnbild des
gesamten Spiels. Es war ein schlechter Tag von uns, ich bin enttäuscht.
Alexander Gleß, Spieler OHC: Dass wir gegen diese
Mannschaft die Führung überhaupt so lange halten konnten, war schon toll.
Mich hat umgehauen, wie gut die Mannschaft auch nach den beiden roten Karten
weitergespielt hat. Das ist echt stark.
Max Bachmann, Spieler OHC: Wir
haben die gute Leistung vom Stralsund-Spiel fortgesetzt. Ich selber habe
mich sehr wohl gefühlt. Ich denke, wir haben unser Konzept trotz der roten
Karten weitergespielt, so zum Beispiel deren Außenspieler nicht ins Spiel
kommen lassen. Der Sieg ist einfach nur geil!
Riccardo Tourmo,
Kapitän OHC: Die waren ziemlich fertig. Das war schon im Spiel zu
merken. Wenn man die Spieler mal richtig anfasst, begann bei denen das große
Flattern.
Presseartikel, Märkische Allgemeine Zeitung, 21.02.2011, Stefan Blumberg
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VORBERICHT
Robert Kählke hat sich dem Oranienburger HC angeschlossen und ist ab sofort
für den Drittligisten spielberechtigt. Zuletzt spielte der 24jährige
Linkshänder beim HC Neuruppin auf der Rechtsaußenbahn in der Ostsee-Spree
Oberliga. Sein Engagement in Oranienburg ist zunächst bis zum Saisonende
befristet. Über eine mögliche Weiterverpflichtung werden sich beide Seiten
zu gegebener Zeit verständigen. Robert wird morgen mit der Trikotnummer 6
auflaufen. Wir heißen ihn beim OHC herzlich willkommen und denken, dass er
die Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt verstärken wird.
Presseartikel, Märkische Allgemeine Zeitung, 18.02.2011,
Stefan Blumberg
Kählke zum OHC
Handball-Drittligist Oranienburger HC hat sich
kurzfristig die Dienste von Robert Kählke gesichert. Der 24-jährige
Rechtsaußen spielte zuvor beim finanziell schwer angeschlagenen
Ostsee-Spree-Ligisten HC Neuruppin.

Robert Kählke (im Wurf), hier noch im Trikot des HCN, spielt nun in der
dritten Liga.
Kählke besitzt zunächst einen Vertrag bis Saisonende und
ist ab sofort für die Kreisstädter spielberechtigt. „Kählke besitzt eine
grundsolide Ausbildung und wir denken, dass er die Mannschaft im Kampf um
den Klassenerhalt verstärken wird“, erklärte OHC-Präsident Thomas Stahlberg.
Kählke spielte in der Jugend für den SV Senftenberg, bevor er auf die
Sportschule nach Cottbus wechselte. Als 17-Jähriger debütierte er beim
damaligen Regionalligisten LHC Cottbus. Mit der Junioren-Nationalmannschaft
wurde er 2003 und 2005 Europameister. Seine weiteren Stationen als Spieler
waren der HC Empor Rostock, Concordia Delitzsch (beides 2. Liga) sowie seit
August 2009 der HC Neuruppin.
Am 9. Februar war bekannt geworden,
dass der HCN seit Monaten nicht mehr dazu in der Lage ist, vertraglich
vereinbarte Aufwandsentschädigungen zu zahlen. Der Club stellte seinen
Spielern daraufhin frei, sich einen neuen Verein zu suchen, oder aber sich
auf deutlich niedrige Konditionen einzulassen. Kählke löste seinen Vertrag
auf und entschied sich für den Wechsel zum OHC. Auch über einen Wechsel zu
Konkurrent Henstedt-Ulzburg war spekuliert worden.
Presseartikel, Oranienburger Generalanzeiger,
19.02.2011





