OHC I – SV Beckdorf 29:23 (12:13)
22.01.2011
OHC mit Feuer in den Augen zum Sieg
29:23-Sieg gegen Beckdorf / 735 Zuschauer kamen
Die Oranienburger hatten die Punkte eingeplant und haben sie geholt. Im
Aufgebot: ein Neuer von den Füchsen Berlin.
Es war Feuer drin,
es war Tempo drin, es war Stimmung drin, es war mit Bengt Bornhorn (22) ein
von den Füchsen Berlin II kurzerhand verpflichteter neuer Kreisspieler drin.
Dieser Mix entschädigte allemal für die fehlenden spielerischen
Glanzlichter. Um die geht es in dieser Phase der Saison auch nicht. Es
zählten am Ende nur die zwei „lebenswichtigen Punkte“, wie es OHC-Trainer
Peter Frank formulierte. Die blieben am Sonnabend verdientermaßen in
Oranienburg – nicht zuletzt dank eines Sascha Klimczak, der in den
Schlussminuten quasi explodierte und mit vier Toren am Stück den Sack
zumachte.
Das Beckdorfer Mini-Team (nur drei Wechselspieler, davon
ein Torwart) begann forsch, führte 2:0, sah sich aber angriffsfreudigen
Oranienburgern gegenüber. Die übernahmen beim 3:2 (Sascha Starke) das erste
Mal die Führung, beim 5:4 (Heiner Throl) das zweite Mal – und gaben sie
fortan nie mehr ab. Das hatte vor allem mit der Abwehrarbeit zu tun. Stephan
Fuchs, Heiner Throl, Max Bachmann rückten ihren Gegenspielern auf die Pelle
und in den entscheidenden Momenten immer heraus. Tim Fröhlich nahm den
Shooter der Beckdorfer, Ex-Profi Mario Allendörfer, an die kurze Leine. „Die
richtige taktische Variante“, befand Tim Fröhlich. Der wurfgewaltige
Allendörfer nutzte dafür seine Chance bei Freiwürfen gnadenlos zu Toren
(insgesamt elf). Die Beckdorfer Außenspieler waren so gut wie ganz
abgemeldet. Als dann Torwart Gunnar Tredup für den glücklosen Enrico Hein
(„Der Allendörfer hat eine ungewöhnliche Wurftechnik, da kann man kaum was
machen.“) ins Spiel kam, gab das der OHC-Defensive zusätzlichen Halt. Er
parierte diverse Bälle und gleich den ersten Gäste-Siebenmeter. Nur im
Angriff haperte es noch. 6:5, 10:7, 10:10 lauteten die Zwischenstände, auch
deshalb, weil SV-Keeper Stefan Stielert viele Bälle hielt. Zur Pause lag der
OHC sogar 12:13 hinten.
Das Blatt wendete sich schnell (15:14,
18:15). In der vorentscheidenden Phase enteilte der OHC vom 19:18 auf 23:18
(46.) und profitierte von der tollen Stimmung in der Halle, die 735 Fans
standen hinter ihrem Team. Dazu hexte Gunnar Tredup gerade bei
Tempogegenstößen mehrere 100-prozentige Bälle weg, kassierte allerdings auch
ein Tor vom Beckdorfer Keeper, weil er zu weit vor seinem Gehäuse stand.
Noch war zu lange zu spielen: Beckdorf verkürzte (24:22), der OHC verlor
Sascha Starke mit einer roten Karte (er trat nach, Sperre wird folgen). Dann
sprang Sascha Klimczak in die Bresche. In der bis zum Schluss vom OHC
temporeich geführten Partie erzielte er mit Alleingängen vier spektakuläre
Tore. Ein Mario Allendörfer allein reicht nicht, um zu punkten.
OHC: Hein, Tredup – M.Bachmann(6), Fuchs (2), Hinz,
Pommerening, Tourmo (3), Bornhorn, Fröhlich (3), Riedel (6/2), Klimczak (4),
Starke (3/2)
Presseartikel, Märkische Allgemeine Zeitung,
23.01.2011, Stefan
Blumberg
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Uwe Inderthal, Trainer Beckdorf: Oranienburg hat verdient gewonnen. Mir haben wichtige Rückraumspieler gefehlt, aber darauf möchte ich nicht herumreiten. Wir wurden am Ende überrannt und sind jetzt wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet.
Riccardo Tourmo, Kapitän OHC: Ich habe mich sehr wohl gefühlt. Bein unseren Spielern war das Feuer in den Augen zu sehen. Der Allendörfer hätte von mir aus auch 20 Tore machen können – wichtig ist, dass wir gewonnen haben.
Patrick Ranzenberger, Spieler Beckdorf: Wir hatten viele Verletzte zu beklagen. In der Abwehr standen wir nicht gut, haben über die rechte Seite zu viele Tore gefangen. Eine Kraftfrage war es nicht, wir sind alle fit. Die Stimmung in der Halle war sehr gut.
Tim Fröhlich, Spieler OHC: Die Beckdorfer haben Rentner-Handball gespielt, so langsam. Gut, dass wir uns dem Spiel nicht angepasst haben.
Ein Sieg mit Nachspiel: Der OHC-Torschützenkönig Sascha Starke muss nach der Roten Karte im Heimspiel der 3. Handball-Liga Nord gegen den SV Beckdorf (29:23) drei Partien aussetzen.
Riccardo Tourmo traf gegen Beckdorf dreimal für den Oranienburger HC.
Dies bestätigte Spielleiter Michael Kulus aus Hohen Neuendorf, der am vergangenen Sonnabend Augenzeuge in der Halle war. Somit müssen die Oranienburger nun in den Begegnungen beim Tabellenvierten VfL Fredenbeck (29. Januar), gegen HSV Insel Usedom (Fünfter/6. Februar) und beim Tabellen-Zehnten Stralsunder HV (12. Februar) auf ihren Torjäger (96 Treffer) verzichten. Starke hatte sich gegen Beckdorf nach 41 Spielminuten zu einem Revanchefoul hinreißen lassen und wurde dafür des Feldes verwiesen. Seine Mannschaft ließ sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen und landete den erhofften Heimsieg. Die rote Karte kurz vor Schluss gegen Rückraumspieler Heiner Throl nach seiner dritten Zwei-Minuten-Strafe hat dagegen keine Folgen für den OHC.
Trotz der Feldverweise war aber am Sonnabend in der Oranienburger MBS-Arena Erleichterung zu spüren. „Wir haben uns in Hälfte zwei gesteigert und dem Publikum den erhofften Sieg geboten“, war das Fazit von OHC-Trainer Peter Frank. Einer, der besonders in der Schlussphase noch zum Sieg beitrug, war Sascha Klimczak: „Vier Tore in Folge macht man auch nicht alle Tage. Schön, dass das geklappt hat“, meinte der Rückraum-Akteur.
Nun müssen die Oranienburger am kommenden Sonnabend um 19.30 Uhr beim VfL Fredenbeck wieder auswärts ran.
Presseartikel, Oranienburger Generalanzeiger, Dirk Nierhaus und Jürgen Zinke
„Die Jungs wissen, was Sache ist“
Oranienburger HC spielt heute gegen Beckdorf
„Die Jungs können die Tabelle lesen. Und das haben sie getan, haben wir gemeinsam getan“, sagt Peter Frank, Trainer der Männer des Oranienburger HC, vor dem heutigen Spiel der 3.Liga gegen den SV Beckdorf. Und dieser Blick müsse ausreichend sein für die Motivation, um diesen Gegner zu bezwingen. Peter Frank ist sich sicher: „Die Jungs wissen, was Sache ist!“ Fakt ist, dass der OHC die Punkte gegen „solche“ Gegner, die nicht zur unmittelbaren Spitze gehören, holen muss. Und gegen Beckdorf hat die Mannschaft etwas gutzumachen (29:32-Niederlage). „Das war ein ’Grottenspiel’!“
Die Oranienburger haben wieder Lunte gerochen nach dem 37:19-Sieg gegen den BFC Preussen. „Und im Testspiel gegen die A-Jugend der Füchse Berlin am Dienstag haben wir dort angeknüpft. Das war eine gute Vorbereitung, auch wenn die Beckdorfer eher ruhig und behäbig spielen“, so die Einschätzung von Peter Frank.
Die Oranienburger müssen die Ausfälle der Kreisspieler Alexander Gleß und Robert Stelzig sowie Spielmacher Paul Bachmann kompensieren. „Damit müssen wir fertigwerden. Tim Fröhlich spielte zuletzt auf der Spielmacherposition hervorragend, Heiner Throl hat sich stabilisiert“, konstatiert der Coach. Sascha Klimczak steht wieder im Kader. Spielbeginn ist um 18Uhr in der MBS-Arena. Der Verein hat für die Fans Freibier bereitgestellt.
Die Frauen des Oranienburger HC müssen heute auswärts antreten. Ebenfalls um 18 Uhr gastiert die Mannschaft des Trainergespanns Schulz/Klimczak beim Tabellendritten HSG OSC/Friedenau. Das Hinspiel in Oranienburg hatten die OHC-Damen nach einem Einbruch in der Schlussphase mit 28:30 verloren. Zwölf Minuten vorm Ende hatte das Oberhavel-Team noch mit 26:21 geführt.

Foto: Paul Bachmann und Alexander Gleß (rechts) können ihrer Mannschaft verletzungsbedingt nicht helfen.
Backe, backe, Beckdorf
Oranienburg – Am Sonnabend, um 18 Uhr, wird es für die Oranienburger Drittliga-Handballer ernst. Eine Niederlage kann sich das Team von Peter Frank nicht erlauben. Wie der OHC den SV Beckdorf diesmal gebacken bekommt – hier ein Rezeptvorschlag.
Man nehme: unbedingten Siegeswillen als Grundlage, füge einen großen Schuss Selbstvertrauen hinzu und obendrauf jede Menge Durchschlagskraft im Angriff (nicht zu knapp). Das Ganze mit einer Prise Glück verrühren und anschließend mit einigen guten Ideen und einem klaren Kopf in den entscheidenen Momenten abschmecken. Dann die fertige Mischung bei 120 Prozent etwa 60 Spielminuten in die vorgeheizte MBS-Arena schieben – fertig sind zwei ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.
Wenn es doch so einfach wäre. Schließlich empfangen die Kreisstädter mit dem Tabellensechsten der Liga nicht irgendwen. Der SV Beckdorf hat bereits 17 Punkte gesammelt – zwei davon beim 32:29-Sieg gegen den OHC im Hinspiel – und liegt damit voll im Soll, was das Saisonziel Liga-Verbleib betrifft. „Beckdorf hat sich gut stabilisiert und verfügt vor allem im Rückraum über starke Leute“, weiß Frank. Seine Oranienburger stehen nach dem 37:19-Sieg bei Schlusslicht BFC Preussen zwar wieder auf Rang neun, und damit knapp über dem Strich, der am Ende die sechs Absteiger vom Rest der Liga trennt. Allerdings geht es sehr eng zu. Den Achtplatzierten Stralsund (13:17) und den 13. Kropp/Tetenhusen (11:19) trennen zwei Zähler.
Umso wichtiger wäre ein Sieg gegen Beckdorf. Einen weiteren Ausrutscher vor heimischem Publikum dürfen sich die Oranienburger nicht erlauben. „Wir müssen die Zuschauer mit einer guten Leistung wieder auf unsere Seite ziehen“, fordert Frank. Das letzte Heimspiel des OHC liegt nun schon mehr als zwei Monate zurück. Am 20. November war‘s, als man gegen Loitz mit 21:22 verlor. „Die Leute kennen uns gar nicht mehr“, scherzt Frank.
Presseartikel, Oranienburger Generalanzeiger, Thomas Gutke
