OHC I – HSV Peenetal Loitz 21:22 (10:7)
20.11.2010
Krise in der Kreisstadt
Der Druck vor dem Spiel war groß. Der Frust nach dem Abpfiff
ebenso. Mit 21:22 (10:7) verlor Handball-Drittligist OHC am Sonnabend gegen
Peenetal Loitz sein letztes Heimspiel in diesem Jahr. Und das völlig
zurecht. Nun steht das Team wieder auf einem Abstiegsplatz.
Die
583 Zuschauer sahen eine ganz schwache Partie, die in Sachen Offensive nicht
viel mit dritter Liga zu tun hatte. Der Oranienburger Rückraum: ein
Totalausfall. Insbesondere Max Bachmann erwischte „einen rabenschwarzen
Tag“, so OHC-Coach Peter Frank. In punkto Treffsicherheit traf diese
Einschätzung auch auf den Rest der Mannschaft zu. Paul Bachmann und mit
Abstrichen auch Christian Riedel (beide sechs Tore) einmal ausgenommen.
Freie Würfe setzten die OHCer teilweise einen Meter und mehr neben oder über
das Tor. Dass die Kreisstädter trotzdem zur Pause mit 10:7 führten, lag zum
einen an der guten Abwehrleistung. Zum anderen aber auch an den eklatanten
Abstimmungsproblemen bei den Gästen. Hinzu kam die etwas überzogene Rote
Karte gegen Linkshand Lars Effenberger in der 23. Minute. Er hatte Hinz bei
einem Wurf von Linksaußen gefoult.
Der zweite Abschnitt begann
vielversprechend. Einen der wenigen funktionieren Positionsangriffe über
Fuchs und Max Bachmann schloss Sascha Starke auf Linksaußen zum 12:8 ab
(36.). Dann brachte eine dreifache Unterzahl des OHC (Zeitstrafen gegen
Throl, Starke und Riedel) die Loitzer zurück. Aus dem Vier-Tore-Vorsprung
wurde ein Zwei-Tore-Rückstand (12:14/44.).
In der Schlussphase
spielte vor allem der polnische Gäste-Keeper Krzysztof Gasiorowski groß auf.
Lediglich Paul Bachmann wusste sich noch zu wehren und hielt – obwohl
angeschlagen – sein Team mit fünf Treffern in Folge im Spiel. Das 19:22
konnte Oranienburg noch einmal auf 21:22 verkürzen. Dann war Schluss – und
Peenetal Loitz gemeinsam mit den etwa 30 mitgereisten Anhängern völlig aus
dem Häuschen.
Oranienburger HC: Tredup, Hein
- P. Bachmann (6), M. Bachmann (1), Fuchs, Stelzig, Throl (2), Hinz, Gleß,
Tourmo, Fröhlich (1), Riedel (6/3), Klimczak (3), Starke (2)
HSV
Peenetal Loitz: Gasiorowski, Borchardt - Dethloff, M. Effenberger,
Sanftleben (1), Romeikat, Müller (2), Präkels (4), Schumacher, Wilk (4),
Schilk (9), Schulz (4), L. Effenberger (1), Wahl (3)
Presseartikel, Oranienburger Generalanzeiger, 21.11.2010,
Thomas Gutke
Alles, nur nicht verlieren
Nach dem Desaster am Deister, sprich bei den Handballfreunden Springe vor einer Woche (26:41/wir berichteten), müssen die Jungs von Trainer Peter Frank unbedingt punkten, um nicht wieder in die Abstiegsränge (Plätze zehn bis 15) zu rutschen. Aktuell bekleiden die Kreisstädter mit 9:11-Punkten Rang neun. Loitz liegt mit 8:10-Punkten nur knapp dahinter auf Platz zwölf. Frank setzt seine Spieler entsprechend unter Druck: „Spiele dieser Art musst du gewinnen. Ein Sieg wäre richtungweisend.“
Gegen Loitz soll die gleiche Mannschaft Wiedergutmachung betreiben, die in Springe vor allem die zweite Halbzeit in den Sand gesetzt hatte. Definitiv mit dabei ist auch Paul Bachmann. Er hatte sich beim Spitzenreiter eine leichte Verletzung im Knie zugezogen, nachdem er auf Höhe der Mittellinie mit einem Springer zusammengestoßen war. Entwarnung gab es Anfang der Woche: Alle Bänder sind heil, er kann spielen.
Nicht mehr im Kader steht dagegen Denny Groth. Der Kreisläufer verlässt den Club für mindestens ein halbes Jahr in Richtung PSV Berlin. Wie der Verein in einer Pressemitteillung erklärte, hatte Groth aus beruflichen Gründen um die Auflösung seines Vertrages gebeten. In der kommenden Saison will Groth aber wieder zum OHC zurückkehren. Einen entsprechenden Vorvertrag haben beide Seiten bereits unterzeichnet. In dieser Saison war Groth bislang noch nicht für Oranienburg zum Einsatz gekommen.
Presseartikel, Oranienburger Generalanzeiger, 19.11.2010, Thomas Gutke
Trotzreaktion gefordert
OHC gegen Loitz / Denny Groth wechselt zum PSV Berlin
Von Bord gegangen ist Denny Groth. Der Kreisläufer, der in dieser Saison nur Einsätze in der Zweiten hatte, wechselt auf eigenen Wunsch zu seinem früheren Verein PSV Berlin (Ostee-Spreeliga). „Er ist seit sechs Monaten beruflich stark eingeschränkt, kann nur bedingt trainieren“, so Teammanager Michael Freund über den 2005 vom HC Neuruppin gekommenen einstigen Stammspieler. Es ist eine Trennung auf Zeit. Der vom Team geschätzte kollegiale und zum Verein loyale Berliner unterschrieb nach seiner vorzeitigen Vertragsauflösung einen Vorvertrag für die neue Saison.
Presseartikel, Märkische Allgemeine Zeitung, 19.11.2010, Stefan Blumberg
