Bad Doberaner SV – OHC I 25:31 (16:15)
30.10.2010
OHC spielt Bad Doberan an die Wand
Grandiose
Abwehrleistung / Sechs Tore am Stück sorgen für Vorentscheidung
Der Oranienburger HC landete seinen ersten Auswärtssieg in dieser Saison
– und was für einen! Mit jetzt 7:9 Punkten marschiert das Team weiter
Richtung Mittelfeld.
Zum ersten Mal in dieser Saison ließ
Oranienburgs Trainer Peter Frank seiner Freude freien Lauf. Er tanzte mit
der Mannschaft zum „Auswärtssieg-Auswärtssieg-Gesang“ und strahlte bis über
beide Ohren. Nicht nur wegen des ersten Auswärtssieges, sondern auch über
die Art und Weise, wie er zustande gekommen war. „Es gibt nicht viel zu
meckern“, sagte er trocken.
Der OHC trat anders auf als zuletzt;
geschlossener, konzentrierter und effektiver in der Chancenverwertung. Fast
die gesamte erste Halbzeit lagen die Oranienburger in Führung. Das lag vor
allem an der resoluten Abwehrarbeit. Den Bad Doberanern fiel es schwer,
Lücken in der OHC-Beton-Abwehr zu finden. Und wenn sie durchkamen, parierte
gerade in der ersten Viertelstunde Torwart Gunnar Tredup mehrfach prächtig.
Da den Oranienburgern im Angriff relativ wenige Fehler unterliefen, hielten
sie die Gastgeber stets auf Distanz (4:2, 6:4, 8:6, 12:10). Erst in der
Endphase der ersten Hälfte kamen die Bad Doberaner nach technischen Fehlern
des OHC heran und gingen drei Sekunden vor der Halbzeitsirene sogar mit
16:15 in Führung.
Da sich auch nach Wiederanpfiff im Spiel des OHC
Fehler einschlichen, lag der Gastgeber plötzlich mit zwei Toren in Front
(18:16). Das sollte es aber auch schon mit der Schwächephase der
Oranienburger gewesen sein. Im Nu machten sie durch Tore von Sascha Starke,
Christian Riedel und Max Bachmann aus dem Rückstand eine eigene
19:18-Führung. Jetzt hatte der OHC den Tabellennachbarn fest im Griff. Die
Abwehr arbeitete unermüdlich und zermürbte die Offensive der Münsterstädter.
Die Bad Doberaner versuchten alles, der OHC unterband jedoch die
Aktionen. Die Oranienburger waren dem Hausherrn in
Mann-gegen-Mann-Situationen überlegen. Diverse Würfe aus dem Rückraum wurden
bereits von der Abwehr geblockt. Oranienburgs Gunnar Tredup hatte in dieser
Phase sein Tor offenbar vernagelt. Logische Folge: Die Oranienburger
erzielten Tor um Tor, Bad Doberan ging leer aus. DSV-Trainer Lothar
Goldschmidt schüttelte nur seinen Kopf und schlug – die drohende Niederlage
im Blick – ständig mit der Hand an die Wand. Bis zur 50. Minute setzen sich
die Oranienburger vom 22:20 zum 28:20 ab. Das war die Vorentscheidung. Die
demoralisierten Ostseestädter verloren die Geduld. Ihr Mittel: mit dem Kopf
durch die Wand. Ihre überhasteten Aktionen blieben ständig in der
OHC-Deckung hängen. Gunnar Tredup hielt sogar zwei Siebenmeter. Die
Gegentore in der Endphase, die den Vorsprung etwas schrumpfen ließen, taten
dem überzeugenden OHC nicht mehr weh. Der Auswärtssieg-Gesang konnte
angestimmt werden.
OHC: Tredup, Hein, P.
Bachmann (7), M. Bachmann (5), Fuchs (1), Throl (1), Gleß (4), Pommerening
(1), Tourmo (1), Fröhlich (3), Riedel (5), Starke (3)
STIMMEN
Peter Frank, Trainer OHC: „Wir haben die Bad Doberaner in
der 2. Halbzeit fertiggemacht. Die Deckung lieferte ein ganz tolles Spiel.
Das war der Grundstein für den Sieg. Und über weite Strecken haben wir auch
sehr gut angegriffen, die Schwächen des Gegners ausgenutzt. Tim Fröhlich
führte hervorragend Regie. Ich denke, das ist ein Achtungszeichen an unsere
nächsten Gegner.“
Lothar Goldschmidt, Trainer Bad Doberan:
„Wir hatten in der Abwehr kein System, keine Abstimmung. Das Spiel ohne Ball
fand nicht statt. Dann ließen meine Spieler die Köpfe hängen. Auf der
Torwartposition war der OHC klar besser.“
Riccardo Tourmo,
OHC-Kapitän: „In sehr guten zehn Minuten haben wir das Spiel
entschieden. In der Phase lief auch bei den alten Hasen von Bad Doberan
nichts. Unsere kontrollierte Offensive ging bestens auf. So niedergeschlagen
habe ich die noch nie gesehen.“
Märkische
Allgemeine Zeitung, 01.11.2010, Stefan Blumberg
Oranienburger HC heute in Bad Doberan
Noch könnte man es getrost Kellerduell nennen. Der Tabellenvorletzte Bad Doberaner SV (14. Platz) empfängt heute um 19 Uhr den Oranienburger HC (12.). Der Gastgeber befindet sich nach drei Niederlagen in Folge auf Talfahrt, der OHC nach dem 28:27 gegen Flensburg II im Aufwind. „Ich fahre mit einem guten Gefühl nach Bad Doberan“, sagt Oranienburgs Trainer Peter Frank. „Wir sind motiviert und haben uns gut vorbereitet auf den Gegner.“ Das passierte am Donnerstag per Videoanalyse. Spätestens da war klar, dass der Gegner mit Lars Rabenhorst einen Routinier und zweitligaerfahrenen Spieler reaktiviert hat. Er war bis zum Sommer Trainer des HC Empor Rostock, spielte dort jahrelang. Gemeinsam mit OHC-Torwart Gunnar Tredup, Kapitän Riccardo Tourmo und Ex-Spieler Björn Bethe absolvierte er die Sportschule in Rostock. „Wir haben alle gemeinsam in der A-Jugend gespielt und holten für Empor Rostock den einzigen deutschen Meistertitel mit der ’A’“, sagt Gunnar Tredup vorm heutigen Aufeinandertreffen. „Rabenhorst ist ein erfahrener Spieler. Mal sehen, wie fit er ist“, sagt Peter Frank.
Der OHC-Trainer sieht sein Team auf einem guten Weg. Das Spiel werde von Mal zu Mal besser. „Wir arbeiten daran, die Fehler zu minimieren und die Chancen besser zu verwerten. Wir müssen es schaffen, mit unserem gebundenen Spiel den Gegner unter Druck zu setzen.“ Ob Robert Stelzig die Reise an die Ostsee mit antreten kann, stand gestern noch nicht fest.“
