HSV Insel Usedom –
OHC I 33:30 (17:16)
02.10.2010
Zu viel misslungen
Oranienburger lassen die Punkte an der Ostsee
Die Fahrt an die Ostsee blieb für die Oranienburger nicht
von Erfolg gekrönt. Die Punkte holte vor nahezu 800 Zuschauern der
Gastgeber.
Schlusspfiff. Sie waren geschafft, sie ließen die Köpfe
hängen und gingen zu ihrem Ritual über – bildeten alle, Schulter an Schulter
stehend, ihren Kreis, um wenige Worte zum Spiel zu sagen. Danach musste
jeder das Match auf der Insel erst einmal sacken lassen. Einige gingen in
sich, einige werteten die entscheidenden Szenen, auf der Bank sitzend,
miteinander aus. Auch Trainer Peter Frank nahm sich ein paar Momente, um
durchzuatmen. Allerorten Kopfschütteln über die unnötige Niederlage.
Das 30:33 war der Beweis, dass in dieser Liga 60 Minuten lang alles stimmen
muss, wenn man gewinnen will. Beim OHC fielen am Sonnabend gleich mehrere
Negativ-Faktoren zusammen. Punkt 1: Es war in der ersten Halbzeit –
allerdings auf beiden Seiten – fast ein Spiel ohne Torwarte. Jeder Wurf war
drin. Nach zehn Minuten stand es 6:6, der OHC hatte bis dahin einen 1:3- und
2:5-Rückstand aufgeholt; vor allem dank eines wieder starken Max Bachmann,
der bis dahin allein vier Treffer markierte (insgesamt neun). Es war nicht
erkennbar, dass der traditionsmäßig starke Gastgeber eine Klasse besser war.
Aber er hatte – Negativaspekt Nummer 2 – einen Kevin Wendlandt in den
eigenen Reihen, offenbar Scharfschütze von Beruf. Wenn er aus dem Rückraum
Anlauf nahm, saßen die Bälle. „Wir hatten eine Abwehr, die war zeitweise
offen wie ein Scheunentor“, fand Rückraumspieler Tim Fröhlich. Die führte
dann auch dazu, dass die Oranienburger die einzige Führung im Spiel (12:11)
nicht halten konnten. Binnen Minuten zog der kampfeslustige Hausherr an und
lag 14:12, 17:14 und zur Pause 17:16 vorn. Dritter Nachteil für den OHC an
dem Tag. Die Schiedsrichter waren ihm nicht hold. Bereits nach 20 Minuten
schickten sie Rechtsaußen Christian Riedel nach einem vermeintlichen Foul in
der Abwehr (an Wendlandt) mit der roten Karte auf die Zuschauertribüne. „Das
war nie und nimmer Rot“, sagte Riedel. Kurz vor Schluss folgte ihm Stephan
Fuchs nach einer weiteren fragwürdigen Entscheidung.
Dennoch
zerfleischte sich das OHC-Team, blieb lange dran (18:19, 20:22). Auch das
21:26 war noch nicht vorentscheidend (48.). Doch irgendwann lief dem OHC die
Zeit weg, und der eingewechselte Usedomer Torhüter Lars Müller fischte drei,
vier Bälle mehr weg als sein Gegenüber Gunnar Tredup (trotz einiger
gehaltener Bälle). Eine vierte Tatsache fiel den Gästen auch noch auf die
Füße: Von den Außenpositionen strahlte das Team keine Gefahr aus (ein Tor).
Zu viele Negativ-Aspekte, um ein Spiel gewinnen zu können.
OHC: Hein, Tredup – P. Bachmann (3), M. Bachmann
(9), Fuchs (2), Throl (2), Gleß (1), Pommerening, Tourmo (2), Fröhlich (4),
Riedel, Klimczak (2), Starke (5/3)
Stimmen
Peter Frank, Trainer OHC: „Die drei
Usedomer „Ws“ haben uns die Niederlage zugefügt: Wicht und die beiden
Wendlandt-Brüder. Wir wollten abgeklärt spielen, haben aber in der ersten
Halbzeit zu viele Fehler gemacht. Gelebt haben wir lediglich von den Toren
von Max Bachmann. Gehandicapt waren wir natürlich durch die rote Karte von
Christian Riedel. Ob es eine war, kann ich nicht sagen, ich habe die Aktion
gar nicht gesehen. Schade, dass in der entscheidenden Phase der Siebenmeter
von Sascha Starke nicht reinging. Trotzdem hat mein Team gut gekämpft. Ich
behaupte dennoch, dass wir auf einem guten Weg sind. Wir müssen uns für die
gute Trainingsarbeit mal belohnen.
Jens-Peter Teetzen,
Trainer Usedom: „Wir wollten an die gute Leistung der Vorwoche
anknüpfen. Das ist uns mit 33Toren gelungen. Und 30Tore von Oranienburg zu
bekommen, ist in Ordnung.“
Gordon Wicht, Spieler Usedom:
„Wir hatten uns sehr viel vorgenommen, weil wir ja das bislang einzige
Heimspiel verloren hatten. Ich glaube, wir haben ein gutes Spiel hingelegt.
Die Paraden unseres Torwartes in der zweiten Halbzeit haben uns zusätzliche
Motivation gegeben.“
Alexander Gleß, Spieler OHC:
„Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht, weil ja doch einige Aktionen
nicht so gelungen sind. Es sind uns viele einfache Fehler unterlaufen, wir
hätten noch kompakter stehen müssen. Aber ich kann sagen, dass wir bis zum
Ende gekämpft haben.“
Presseartikel, Märkische Allgemeine Zeitung, 04.10.2010, Stefan Blumberg
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Wendlandt nicht zu halten
Der OHC hat auch sein zweites Auswärtsspiel in der 3.
Handball-Liga Nord verloren. Das Frank-Team unterlag am Sonnabend mit 30:33
(16:17) beim HSV Blau-Weiß Insel Usedom.
Max Bachmann im Anflug: Er
erzielte beim 30:33 auf Usedom neun Tore für den OHC.
Gegen den
Vorjahres-Zweiten der Regionalliga Nordost zeigte das Team dennoch über
weite Strecken eine gute Leistung.
„Ich kann meiner Mannschaft
keinen Vorwurf machen. Sie hat schön gespielt“, meinte OHC-Coach Peter Frank
im Anschluss. „Letztendlich haben zwei, drei Kleinigkeiten das Spiel
entschieden – und die drei Usedomer W‘s.“
Die drei W‘s der Gastgeber,
damit meinte Frank die beiden Brüder Kevin und Oliver Wendlandt sowie
Spielmacher Gordon Wicht. Rückraum-Shooter Kevin erzielte neun Tore. Oliver
sorgte am Kreis ständig für Gefahr, traf zweimal. Spielmacher Gordon Wicht
netzte fünfmal ein. Selbst mit mannbezogener Deckung gegen Kevin Wendlandt
und Gordon Wicht waren die W‘s von den Kreisstädtern kaum zu halten. Für K.
Wendlandt galt das aber auch in anderer Hinsicht. „Mit seiner theatralischen
Art zu fallen, hat er ganz schön polarisiert“, bescheinigte Frank dem
Usedomer jede Menge schauspielerisches Talent. Die Konsequenz: Bei gleich
zwei Foulspielen an Wendlandt zückten die Lychener Unparteiischen die Rote
Karte. In der 16. Minute für Christian Riedel und in der 57. für Stephan
Fuchs. „Das waren eigentlich nur Allerweltsfouls. Rot war völlig
übertrieben“, befand Frank.
In der ersten Halbzeit bewegten sich
beide Teams absolut auf Augenhöhe. Bei den Gäste boten vor allem Max und
Paul Bachmann eine klasse Leistung. Aber auch Tim Fröhlich wusste diesmal zu
überzeugen. Einen anfänglichen 2:5-Rückstand (6.) holte Oranienburg wieder
auf und ging nach gut 22 Minuten beim Stand von 10:11 das erste (und
einzige) Mal selbst in Führung. In der Schlussphase der ersten Halbzeit zog
Usedom noch einmal auf 17:14 davon. Doch Alexander Gleß, der mit
angebrochener Nase spielte, und Sascha Starke vom Siebenmeterpunkt
verkürzten zur Pause auf 16:17.
Der zweite Abschnitt begann aus
OHC-Sicht mit zwei leichten Ballverlusten und zwei vermeidbaren
Gegentreffern (19:16). Frank: „Das war ein kleiner Knackpunkt, der
vermutlich den Ausschlag gegeben hat.“ Anschließend blieben die
Oranienburger zwar immer auf Tuchfühlung. Doch näher als bis auf zwei Tore
kamen die Gäste nicht mehr heran.
Mit jetzt 3:5-Punkten aus vier
Spielen rutschten die Oranienburger in der Tabelle auf den elften Platz ab.
Am kommenden Sonnabend empfängt das Team den Stralsunder HV, der am
Wochenende in Fredenbeck deutlich mit 23:36 verlor. Für Frank zählt gegen
Stralsund nur ein Sieg: „Schönspielerei hin oder her. Am kommenden Sonnabend
müssen wir die zwei Punkte holen. Da lege ich mich fest.“
HSV Insel Usedom:
Hintze, Müller - Wendt (5), Glende (1/1), Gala (1), Babatz, Bernhardt (7/1),
Leow (2), Wicht (5/2), Behrens, K. Wendlandt (9), O. Wendlandt (2), Teetzen,
Dübener (1)
Oranienburger HC: Tredup, Hein - P. Bachmann (3), M.
Bachmann (9), Fuchs (2), Throl (2), Gleß (2), Pommerening, Tourmo (2),
Fröhlich (4), Riedel, Klimczak (2), Starke (4/3)
Presseartikel,
Oranienburger Generalanzeiger,
04.10.2010, Thomas Gutke
Der Oranienburger Handball-Club muss am Sonnabend auswärts ran. Gegner in der 3. Liga ist um 19 Uhr der HSV Insel Usedom. Keine leichte Aufgabe für die Frank-Schützlinge.
Alexander Gleß (hier vor einer Woche gegen Fredenbeck/am Ball) ist trotz angebrochener Nase beim OHC mit dabei.
„Wir haben zuletzt beim 25:25 gegen Fredenbeck ordentlich gespielt und bewiesen, dass wir uns steigern können. Wir wollen auch auf Usedom guten Handball zeigen und möglichst Punkte mitnehmen“, sagt OHC-Coach Peter Frank. Zumindest personell sind die Vorzeichen dafür günstig: „Alle Mann an Bord“, heißt es aus dem Oranienburger Lager. Auch Kreisläufer Alexander Gleß, der gegen Fredenbeck einen Bruch des Nasenbeins erlitt, steht zur Verfügung.
Nach zwei Pleiten zum Auftakt hat Insel Usedom am zurückliegenden Spieltag in Beckdorf den ersten Doppelpunktgewinn geschafft: 37:28 setzten sich die Heringsdorfer in Beckdorf durch. „Das hat sicher für zusätzliche Motivation gesorgt“, ist sich Frank sicher. Seine Mannschaft kassierte übrigens in Beckdorf eine 29:32-Niederlage. Auf Quervergleiche gibt der Oranienburger Coach allerdings wenig. Sicher sei nur, dass Usedom eine starke Mannschaft besitze. „Wenn sie sich fängt, spielt sie oben mit“, ist er von des Gegners Klasse überzeugt.
Außer einem starken Gegner müssen sich die Oranienburger in Heringsdorf auch auf einen Hexenkessel einstellen. „Dort herrscht immer tolle Atmosphäre in der Halle, 800 bis 1000 Zuschauer peitschen ihre Mannschaft nach vorn“, weiß Frank.
Fünf Duelle lieferten sich die Oranienburger in den vergangenen zwei Jahren mit Insel Usedom. Die Bilanz ist ausgeglichen (zwei Siege, zwei Pleiten, ein Remis).
Presseartikel, Oranienburger Generalanzeiger, 01.10.2010, Dirk Nierhaus
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