OHC I – GWD Minden 2 40:39 (13:9)
nach Siebenmeterwerfen
DHB-POKAL Runde 1
Pokal-Drama beim OHC
Tolle Stimmung
in der MBS-Arena
Handball-Drittligist Oranienburger HC hat die zweite Runde im DHB-Pokal
erreicht – nach dramatischem Spielverlauf. Beim 40:39-Sieg gegen GWD Minden
II fiel die Entscheidung erst vom Siebenmeterpunkt.
Ausgelassener Jubel als Lohn für zweieinhalb Stunden Schwerstarbeit: Der
OHC steht in der zweiten Runde.

Foto: Oranienburger Generalanzeiger
Nach der regulären Spielzeit hatte es 25:25 (13:9) gestanden. Mit dem
Schlusspfiff erzielten die Mindener noch ein Tor und feierten bereits
ausgelassen den Sieg. Doch die Unparteiischen hatten zuvor abgepfiffen. Weil
anschließend weder nach der ersten zehnminütigen Verlängerung (28:28) noch
nach der zweiten (35:35) ein Sieger ermittelt werden konnte, musste das
Siebenmeterwerfen über das Weiterkommen in die nächste Runde entscheiden.
Inzwischen waren zweieinhalb Stunden gespielt. Auch nach jeweils sechs
Schützen stand der Sieger nicht fest (39:39). Erst als Robert Stelzig zum
40:39 traf und Gunnar Tredup den anschließenden Mindener Wurf hielt, war das
Drama zu Gunsten des OHC beendet.
Für einen Eklat hatte während der
Partie das Kampfgericht aus Potsdam gesorgt. Weil der Zeitnehmer mit der
Bedienung der Anzeigetafel nicht zurecht kam und immer wieder Fehler bei der
Zeitnahme machte, setzte ihn der Unparteiische zwei Minuten vor Ende der
regulären Spielzeit ab. Minden schloss deshalb einen Protest gegen die
Spielwertung nicht aus.
In der zweiten Pokalrunde kann der OHC auf
ein Traumlos hoffen. Bei der Auslosung am Montag in Dortmund sind auch alle
Bundesligisten im Lostopf.
Spielstatistik: Oranienburger HC - GWD Minden II
40:39
(13:9; 25:25; 28:28; 35:35)
Spielverlauf: 4:0, 10:6, 13:9,
16:11, 18:12, 20:16, 21:21, 25:25, 26:26, 28:28, 31:32, 32:34, 35:35
Siebenmeterwerfen: 35:36, 36:36, 36:37, 37:37, Tredup (OHC) hält, Madert
(Minden) hält, Büchner (OHC) hält, 38:37, 38:38, Madert (Minden) hält,
39:38, 39:39, 40:39, Tredup hält
Rot: Christian Riedel (OHC/64.)
Rot
nach dritter Zeitstrafe: Alexander Gleß (OHC/72.)
Besondere Vorkommnisse:
Zeitnehmer wird von seiner Aufgabe entbunden (57.)
OHC: Tredup, Büchner -
M. Bachmann (7), Fuchs (2), Throl (2), Riedel (3), Starke (8/1), Fröhlich
(2), Gleß (4), Klimczak (5/1), Tourmo (4/2), Pommerening, P. Bachmann (1/1),
Stelzig (2/2)
Minden II: Madert, Ernst - Hahne (1), Bartsch (6/1), König,
Camen (3), Skusa (1), Fuchs (9), Freitag (8/4), Altvater (4), Bagats (5/2),
Krause (2), Sülberg-Tewes
Presseartikel Oranienburger Generalanzeiger/ Die-Mark-Online,
23.08.2010, Thomas Gutke
Protest zurückgezogen
Rainer Hösl: Experten haben uns abgeraten
Handball-Drittligist GWD Minden II hat seinen
angekündigten Einspruch gegen die Wertung des DHB-Pokalspiels gegen den
Oranienburger HV (39:40) gestern zurückgezogen.
"Wir haben uns bei
Experten kundig gemacht. Diese haben uns von einem Einspruch abgeraten",
erklärte GWD II-Teamkoordinator Rainer Hösl gestern auf MT-Nachfrage.
"Die Schiedsrichter können sich in solchen Fällen auf eine
Tatsachenentscheidung berufen. Ein Videobeweis wird nicht anerkannt",
berichtete Hösl weiter. Kurz vor der gestrigen Pokalauslosung in Dortmund
zog GWD II in Absprache mit HBL-Spielwart Uwe Stemberg seinen Einspruch
deshalb zurück.
Abschreckend, so Hösl, hätten dabei auch die
Gebühren, die bei einem Einspruch zu entrichten seien, gewirkt. "Bei einer
möglichen Niederlage beim Einspruchsverfahren hätten wir nicht nur die vorab
zu entrichtenden Gebühren sondern auch die kompletten Kosten des Verfahrens
zahlen müssen", so Hösl. Schiedsrichter und Zeitnehmer kamen aus Potsdam,
die Schiedsrichter aus Berlin. Alle vier hätten beim Einspruchs-Verfahren,
das am heutigen Dienstag um 18.00 Uhr stattgefunden hätte, nach Dortmund
anreisen müssen.
Doch auch ohne Einspruchsverfahren sorgte das "Drama
von Oranienburg" in der Handball-Szene für Aufsehen. "Die ganze Geschichte
ist von A bis Z grausam. Das müssen die Verantwortlichen erkennen. Man
stelle sich nur vor, die Partie hätte in Dankersen stattgefunden und das
Kampfgericht wäre aus Meißen und die Schiedsrichter aus Stemmer gekommen",
zog Hösl einen griffigen Vergleich heran. GWD II-Bezwinger Oranienburg zog
bei der Pokalauslosung den HSV Hamburg als Gegner.
Presseartikel Mindener Tageblatt, 23.08.2010,
GWD II kündigt Einspruch an
Zeitnehmer von Schiedsrichtern suspendiert
Zweimalige Verlängerung, zweimaliges Siebenmeterwerfen
und als Krönung nun auch noch ein angekündigter Protest gegen die Wertung.
Das DHB-Pokalspiel zwischen den beiden Drittligisten Oranienburger HC und
GWD Minden II endete mit einem Eklat.
Oranienburger HC - GWD Minden
II 40:39 (35:35, 28:28, 25:25, 9:13) nach zweim. Verlängerung und zweim.
Siebenmeterwerfen: Eine unglaubliche Partie, die noch Folgen haben könnte.
"Wir haben nach der Begegnung Einspruch gegen die Wertung auf dem
Spielbereichtsbogen eintragen lassen. Derzeit sind wir dabei, den Protest
schriftlich zu fixieren, um ihn fristgerecht am Dienstag in Dortmund
eingehen zu lassen", teilte GWD Mindens 2. Vorsitzender Rainer Hösl dem MT
mit.
Nach Meining der Dankerser hat es bei der hart umkämpften Partie
Regelverstöße von Seiten des Kampfgerichtes bzw. der Schiedsrichter gegeben.
Auslöser des Dramas in der MBS-Arena in Oranienburg war offenbar ein
überfordertes Kampfgericht, das aus den Herren Peter Senft (Zeitnehmer) und
Jürgen Brandt (Sekretär) bestand, wobei der Zeitnehmer mit der Uhr im Zwist
stand. "Bereits während der regulären Spielzeit ist der Zeitnehmer nach 57
Minuten von den Schiedsrichtern wegen Unfähigkeit abgesetzt worden",
berichtete GWD-Trainer Aaron Ziercke. Daraufhin hätten die Schiedsrichter
die Zeitnahme vorgenommen, die elektronische Zeitnahme an der Hallenuhr
wurde abgeschaltet, lediglich der Sekretär habe am Kampfrichtertisch sitzen
bleiben dürfen.
Zwei Szenen brachten das Blut der Dankerser
schließlich zum Kochen. Ein Treffer von Rückraumspieler Markus Fuchs nach
einer Freiwurfabgabe am Ende der regulären , der für Minden der Siegtreffer
gewesen wäre, wurde von den Schiedsrichtern nicht anerkannt. "Nach unserer
Meining waren noch drei Sekunden zu spielen, die Schiris erklärten jedoch,
die Zeit sei abgelaufen gewesen", so Aaron Ziercke. "Man kann unmöglich
gleichzeit die Uhr im Auge behalten, die Aktion und den Flug des Balles
beobachten", schüttelte GWD-Vorstandsvertreter Rainer Hösl den Kopf.
Doch das blieb nicht die einzige Merkwürdigkeit.
Am Ende der ersten
Halbzeit der ersten Verlängerung hatte GWD II acht Sekunden vor Schluss die
Chance auf ein Gegenstoßtor. "Wir hatten Ballbesitz und zwei Leute
freistehend vorne, da pfiff der Sekretär dazwischen, obwohl er ja schon
abgesetzt war", erzählt Ziercke. Großes Chaos, das Spiel wurde unterbrochen,
der Sekretär zur Rede gestellt. "Anschließend ging es mit Freiwurf für uns
weiter, doch Oranienburg hatte sich in der Deckung formiert, unsere Chance
war dahin", so Ziercke.
Und so rettete sich Oranienburg in zwei
Verlängerungen zum 28:28 und 33:33 über die Zeit. Auch das erste
Siebenmeterwerfen brachte keine Entscheidung. Erst im "Sudden death" des
zweiten Siebenmeterwerfens ereilte GWD II das unglückliche Aus. Zugang
Gerrit Bartsch scheiterte mit seinem Wurf an Oranienburgs Torhüter.
"Doch ihm ist kein Vorwurf zu machen. Spielerisch gab es Licht und auch
Schatten. Es fehlt uns noch an der Abstimmung und der Eingespieltheit",
fasste Aaron Ziercke seine Einrücke zusammen. Lob gab es für für Konstantin
Madert. Der von HSG Barnstorf-Diepholz gekommene Torhüter löste Markus Ernst
nach 37. Minuten ab und hatte großen Anteil daran, dass GWD II einen
Sechs-Tore-Rückstand wettmachte.
Pech hatte Alexander Hahne. Der
Deckungsspezialist zog sich nach einer harten Attacke in der 37. Minute eine
Platzwunde zu, schied aus und musste im örtlichen Klinikum mit fünf Stichen
genäht werden.
Presseartikel Mindener Tageblatt, 23.08.2010
GWD Minden II zieht Einspruch gegen Wertung der Pokalpartie in Oranienburg zurück
Die Erstrundenpartie im DHB-Pokal zwischen dem Oranienburger HC und GWD
Minden II drohte ein Nachspiel nach sich ziehen. In Oranienburg hatten die
Schiedsrichter den Zeitnehmer laut einer Meldung von "Die Mark-Online" zwei
Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit abgesetzt, GWD II behielt sich
zunächst einen Einspruch gegen die Spielwertung vor. Oranienburg hatte die
Partie im Siebenmeterwerfen gewonnen. GWD hatte nach sechzig Minuten das
25:26 erzielt, dieser Treffer fand aber keine Anerkennung mehr. Nach der
ersten Verlängerung stand es 28:28, nach der zweiten 35:35.
„Wir
haben nach der Begegnung Einspruch gegen die Wertung auf dem
Spielberichtsbogen eintragen lassen. Derzeit sind wir dabei, den Protest
schriftlich zu fixieren, um ihn fristgerecht am Dienstag in Dortmund
eingehen zu lassen", teilte GWD Mindens 2. Vorsitzender Rainer Hösl
gegenüber dem Mindener Tageblatt (MT) mit. Im Zuge der heutigen Auslosung
zur zweiten Runde des DHB-Pokals hatte dann GWD II allerdings nach Auskunft
von HBL-Pressesprecher Oliver Lücke den Einspruch zurückgezogen.
Hintergrund des Ärgers bei GWD II war der Vorwurf der Mindener, die
Unparteiischen hätten das Spiel zu früh beendet. Nach der Absetzung des
Zeitnehmers wurde die offizielle Spieluhr abgeschaltet, die Schiedsrichter
nahmen die Zeit. Als dann Markus Fuchs den vermeintlichen Siegtreffer zum
25:26 erzielte, war nach Ansicht der Mindener die Zeit noch nicht
abgelaufen, die Schiedsrichter sahen dies anders und verweigerten dem Tor
die Anerkennung.
„Man kann unmöglich gleichzeitig die Uhr im Auge
behalten, die Aktion und den Flug des Balles beobachten", ärgerte sich
GWD-Vorstandsvertreter Rainer Hösl gegenüber dem MT. Auch eine weitere
Aktion des Kampfgerichtes erzürnte die Verantwortlichen der GWD-Reserve.
„Wir hatten Ballbesitz und zwei Leute freistehend vorne, da pfiff der
Sekretär dazwischen, obwohl er ja schon abgesetzt war“, berichtete Trainer
Aron Zierke gegenüber dem Mindener Tageblatt. So sei seinem Team eine klare
Konterchance genommen worden: „Anschließend ging es mit Freiwurf für uns
weiter, doch Oranienburg hatte sich in der Deckung formiert, unsere Chance
war dahin“, so Zierke weiter. Nach dem Rückzug des Einspruchs am heutigen
Montag ist nun allerdings klar, dass Oranienburg in der zweiten Runde auf
den HSV Hamburg treffen wird.
Presseartikel http://www.handball-world.com
Entscheidung im Siebenmeterwerfen
40 Minuten hatten die Hausherren die Partie im Griff. Doch am Ende
sollte es zu zwei Verlängerungen und einem Siebenmeterwerfen kommen.
Weit über zwei Stunden waren gespielt. Sascha Klimczak steuerte auf den
Siebenmeterpunkt zu. Nur kurz zuvor hatte Hein einen Siebener „weggefischt“.
Die Bühne war somit bereitet, für einen späten Sieg der Hausherren. Doch „Klimmes“
Nerven hielten nicht stand, er verwarf – und erneut war alles offen. Erst
nervenzerreißende vier Würfe später, konnten die Hausherren ihren Pokalsieg
feiern. Nach Treffer durch Stelzig hielt Tredup den Ball vom Tor fern. Die
Halle bebte. Es war das i-Tüpfelchen eines Handballabends, der spannender
nicht hätte sein können.
Dabei sah anfänglich nichts nach einem
„Handball-Krimi“ aus. Die Hausherren agierten von der ersten Minute an
hellwach. Max Bachmann, Christian Riedel, Sascha Starke und Tim Fröhlich
trafen, hinten hielt Enrico Hein seinen Kasten sauber. 4:0 nach sechs
Minuten. Die Souveränität der Hausherren hatte Bestand. Einzig die
Chancenverwertung hätte das Prädikat „mangelhaft“ verdient. Zehn gute
Chancen ließen die Oranienburger allein in den ersten 30 Minuten ungenutzt,
und so stand es zur Halbzeit auch „nur“ 13:9.
Nach dem Seitenwechsel
das gleiche Bild: die Hausherren am Drücker. Bis auf sechs Tore (18:12, 38.)
setzten sie sich ab.
Doch dann der Bruch. Die Mindener richteten ihre
Defensive offensiver aus, und setzten die Oranienburger damit mächtig unter
Druck. Immer näher kamen die Mindener, bis sie beim 21:21 sogar den
Gleichstand herstellen konnten. Das nicht mehr für möglich gehaltene trat
ein.
Etwa zehn Minuten vor dem regulären Ende muss dies der Fall
gewesen sein, genau lässt es sich aber nicht sagen. Denn ein weiterer
Umstand verpasste dem Spiel Einmaligkeitswert. Mehrfach stoppte das
Schiedsrichtergespann die Partie, Ungereimtheiten mit der Zeitnahme waren
der Grund. Nach der siebenten Zwangsunterbrechung wurde es den
Unparteiischen zu bunt. Sie entfernten den Zeitnehmer und übernahmen die
Zeitnahme selbst. Die Anzeigetafel blieb ab sofort schwarz. Keiner wusste in
der Folge mehr, wie lange noch zu spielen war. Nur die Schiedsrichter. Und
diese entschieden, beim Stand von 25:25, dass ein von den Gästen in letzter
Sekunde geworfener Treffer zu spät die Torlinie überquerte.
Was dann
folgte, glich einem Krimi. Zweimal fünf Minuten Verlängerung brachten keine
Entscheidung (28:28). Auch nach weiteren zehn Minuten blieb es beim Remis
(35:35). So kam es zum Siebenmeterwerfen, das der OHC im siebenten Wurf für
sich entscheiden konnte.
Nach diesem Sieg in letzter Sekunde zieht
der OHC in die zweite Runde des DHB-Pokals ein. Die Auslosung des Gegners
für Runde zwei findet am 23. August statt.
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 23.08.2010, Torsten Weigel
INTERVIEW
„Das war auch für mich neu“
Max Bachmann war einer der besten Torschützen des OHC. Torsten Weigel unterhielt sich im Anschluss an die Partie mit ihm.
Glückwunsch zum Sieg, haben Sie Vergleichbares schon
einmal erlebt?
Max Bachmann: Nein, ein
Siebenmeterwerfen war auch für mich neu heute.
Sie sind in jedem
Spiel einer der besten Torschützen. Einen Siebener haben Sie heute dennoch
nicht geworfen ...
Bachmann: (lacht) Ja, das
stimmt, und ist auch besser so. Ich muss sagen: Siebener sind nicht so mein
Ding.
Im Spiel hatte der OHC einen Sechs-Tore-Vorsprung. Wie kam
der Einbruch zu Stande?
Bachmann: Wir hatten
Probleme mit der offensiven Deckung der Gäste. Dazu kam die schlechte
Chancenverwertung. Wir hätten das Spiel auf jeden Fall viel früher
entscheiden müssen!
Die letzten Testspiele gingen alle verloren,
hatte die Mannschaft damit zu kämpfen?
Bachmann:
Nein, überhaupt nicht. Wir wussten über die Stärken unserer Gegner, Peter
Frank hat uns gut eingestellt. Jeder von uns war und ist hochmotiviert!
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 23.08.2010, Torsten Weigel
„Es war ein ungewöhnliches Spiel“
Stimmen zum Pokalspiel
Peter Frank, Trainer des OHC: Wir haben
zu viele Bälle verworfen. Sicher war der Mindener Torwart in der 2. Halbzeit
sehr gut, trotzdem darf man so viele Chancen nicht vergeben. Die hätten
eigentlich für zwei Siege gereicht. Diese Inkonsequenz zieht sich schon
durch die ganze Vorbereitung. Probleme hatten wir zweifellos auch mit der
4:2-Abwehr der Gäste. Es war ein ungewöhnliches Spiel. Aber so etwas ist mir
nicht neu, auch nicht ein Siebenmeterwerfen.
Sascha Starke,
Spieler des OHC: Es ist schwierig, nach solch einem Spiel etwas zu
sagen. Wir wussten, dass es ein schweres Ding wird. Aber nach der deutlichen
Führung haben wir uns das Leben unnötig schwer gemacht. Der Torwart der
Gäste war richtig gut, und meine Nerven waren heute bei einigen Siebenmetern
leider nicht die besten.
Jan Camen, Spieler Minden II:
Es war ein Kopf-an- Kopf Rennen heute, mit dem schechteren Ausgang für uns.
Konstantin Madert, Torwart Minden II: Die ersten zehn
Minuten des Spiels haben wir noch im Bus gesessen. Es war eine sehr
spannende Partie. Die Leistung der Zeitnehmer ist undiskutabel schlecht
gewesen, für ein DHB-Pokal-Spiel!
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 23.08.2010, Stefan Blumberg
„Den THW Kiel natürlich“
Der Held des Abends: Im Gespräch mit OHC-Keeper
Gunnar Tredup
Als es ins Siebenmeterwerfen ging, bewahrten er
und sein Teamkollege Enrico Büchner die Nerven und entschärften insgesamt
drei der sieben Mindener Würfe. Gunnar Tredup hielt den alles entscheidenden
zum 40:39-Endstand für den OHC. Nach dem aufregenden Spiel unterhielt sich
unser Redaktionsmitglied Thomas Gutke mit dem Torhüter:
Herr Tredup,
haben Sie so ein Spiel schon einmal erlebt?
Gunnar Tredup:
In den 17 Jahren, in denen ich jetzt hier Handball spiele, kann ich mich an
so ein Spiel nicht erinnern. So viele Höhen und Tiefen, und dann noch
Siebenmeterwerfen, der helle Wahnsinn!
Haben Sie beim letzten
Siebenmeter instinktiv die richtige Ecke gewählt, oder war das geplant?
Tredup: Ich war eigentlich ganz froh, als ich gesehen
habe, wer da als nächstes wirft. Der hatte mich vorher im Spiel bereits
einmal verladen. Ich wusste, bei ihm muss ich lange stehen bleiben und
abwarten. Und dann bleiben einem auf der Linie ja nur zwei Ecken zur
Auswahl. Zum Glück habe ich auf die richtige spekuliert.
Träumt man
als Torhüter von so einer Situation?
Tredup: Aber
klar. Als es in die Verlängerung ging, habe ich mir insgeheim schon ein
Siebenmeterwerfen gewünscht, denn das hatte ich noch nie.
Hat das
Chaos am Kampfrichtertisch Ihre Mannschaft zwischenzeitlich aus dem Konzept
gebracht?
Tredup: Das war sehr ärgerlich. Die hatten
einfach keine Ahnung, wie man die Anzeigetafel bedient, weil sie das vorher
noch nie gemacht haben. Das hat beide Teams aus dem Rhythmus gebracht.
Welchen Gegner wünschen Sie sich nun für die zweite Runde?
Tredup: Den THW Kiel natürlich. Deswegen haben wir uns
heute auch voll reingekniet, in der Hoffnung, jetzt das große Los zu ziehen.
Presseartikel Oranienburger Generalanzeiger/ Die-Mark-Online, 23.08.2010, Thomas Gutke
Eine erste Reifeprüfung
Morgen trifft der OHC in der ersten Runde des
DHB-Pokals auf Minden II
Ab 18 Uhr haben die Männer des OHC die Chance, sich in der eige- nen Halle für die nächs- te Runde zu qualifizie- ren. Mit tatkräftiger Unterstützung der Oranienburger Hand- ballfans dürfte dies möglich sein.
Vorerst vorbei ist die Zeit der Testspiele. Gut drei Wochen vor dem
Ligaauftakt wartet eine erste Reifeprüfung auf die Männer des Oranieburger
HC. In der ersten Runde des DHB-Pokals treffen diese morgen auf den GWD
Minden II. Anpfiff ist um 18 Uhr in der MBS- Arena am Turm.
Gegen den
Gast aus Nordrhein Westfalen werden die Frank-Schützlinge an ihre Grenzen
gehen müssen. Zwar spielt Minden II in derselben Liga wie der OHC
(allerdings in einer anderen Staffel), doch es stehen dem Gast
bundesligaerfahrene Spieler zur Verfügung. Denn die erste Mannschaft der
Mindener spielte jahrelang in der ersten Liga. Erst in der letzten Saison
gelang ihnen der erneute Klassenerhalt nicht. Es bleibt abzuwarten, in
welcher Besetzung der Gegner die weite Anreise antreten wird.
Der
Trainer der Oranienburger, Peter Frank, blickt dem Spiel mit Spannung
entgegen: „Wir haben das Glück, die erste Runde im DHB-Pokal in der eigenen
Halle spielen zu dürfen. Wir wollen den Zuschauern attraktiven Handball
bieten und ganz klar, natürlich auch gewinnen! Es ist eine gute Chance, auf
einen hochkarätigen Gegner in der nächsten Runde zu treffen.“
Das
letzte Spiel im DHB- Pokal bestritt der OHC im Jahr 2008. Damals verlor man
in der zweiten Runde knapp (24:27) gegen den Zweitligisten TSV Altenholz.
Doch in den vergangenen zwei Jahren gab es viele Bewegungen beim
Oranienburger HC. Es bleibt also mit Spannung abzuwarten, zu welchen
Überraschungen die Truppe um Kapitän Ricardo Tourmo in der Lage ist. Nach
nunmehr sechs Testspielniederlagen in Folge (ausschließlich gegen
höherklassige Mannschaften), werden mit Sicherheit alle Spieler im Kader
erfolgshungrig sein. Mit dieser Einstellung und dem heimischen Publikum im
Rücken ist ein Handballabend der Extraklasse vorprogrammiert.
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 21.08.2010, Torsten Weigel
