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OHC II – HSG T.-Ruhlsdorf 18:16 (11:10)

25.04.2010

Kroll hält die Klasse fest

Im letzten Spiel des OHCII in der Saison 2009/10 besiegten die Hausherren die bis dato punktgleichen Teltow-Ruhlsdorfer nach einem wahren Nerven-Krimi mit 18:16 und verbleiben ein weiteres Jahr in der Brandenburgliga, die in der nächsten Saison reformiert an der Start gehen wird.

Nachdem in der letzten Saison bis kurz vor Schluß um den Aufstieg mitgespielt wurde, sich letztendlich aber die Spielgemeinschaft Milow-Rathenow den Staffelsieg sichern konnte, wollten die Havelstädter auch dieses Jahr auf den ersten drei Tabellenplätzen einlaufen. Doch trotz einer vielversprechenden Saisonvorbereitung musste dieses Ziel schnell korrigiert werden, denn unter anderem ein starker Aufsteiger aus Werder, mehrere Verletzungen und vor allen Dingen viele Neuzugänge im Oranienburger Team, die es zu integrieren galt,stellten doch erhebliche Hürden da. So wurden teilweise Spiele in letzter Minute verloren und wichtige Punkte liegengelassen.

So kam es, daß die Regionalligareserve im Mittelfeld der Tabelle zu finden war, was angesichts der anstehenden Spielklassenreform kritische Ausmaße annahm, denn die letzten 4 Teams steigen ab, erst der 8. Platz bedeutet den Klassenverbleib.

Die Tabellenkonstellation führte nun Oranienburg und Teltow-Ruhlsdorf, beide mit 17:25 Punkten auf dem 7. (OHC) und 8. Platz liegend zum Showdown in der LHG-Halle Oranienburg zusammen. Finsterwalde, mit 16:26 Punkten auf Rang 9 liegend machte sich ebenfalls noch Hoffnungen auf den Klassenerhalt und hatte mit dem Tabellenschlusslicht aus Brandenburg die wohl leichteste Aufgabe zu lösen.

Das Torverhältnis war deutlich zu gunsten der Oranienburger verteilt, so daß bei einem Unentschieden der OHCII ebenfalls die Klasse halten würde, trotzdem sollte gewonnen werden. Und die Hausherren konnten sich auf eine grandiose Kulisse verlassen, ca. 200 Zuschauer verfolgten ein bis in die letzten Sekunden spannungsgeladenes Spiel mit einem glücklichen Sieger, dem OHCII.

Da es für beide Teams sprichwörtlich um Alles ging, sah man den einzelnen Akteuren die Nervosität förmlich an. Fehlwürfe neben das Tor, ans Gebälk oder den Torwart auf beiden Seiten boten über die volle Distanz Potenzial für graue Harre bei Zuschauern und Mitspielern.

Der Spielstand schleppte sich folgerichtig sehr träge dahin, über 2:2 und 3:3 agierten beide Mannschaften auf Augenhöhe. Mike Schröder schied mit Verdacht auf Mittelhandbruch nach einer Abwehr-Aktion aus und in der Folgezeit konnte sich Teltow aber auf 6:8 absetzen. Die OHC-Bank nahm ihre Auszeit (21.) und brachte nun Michael Zieschang im linken Rückraum. Mit seiner Dynamik und Schnelligkeit brachte der den OHC wieder auf Kurs, beim 8:8 war der Ausgleich geschafft, Teltow zog seinerseits die Auszeit-Notbremse (25.).
Trotztdem konnten die Gastgeber nach dem 2:1 zum 2. Mal in Führung gehen, Pausenstand: 11:10.

In der Kabine ließen alle Spieler aufgrund der extrem schlechten Wurfausbeute, vor allen Dingen von den Flügelpositionen aus, die Köpfe hängen. Einzig die Trainer Stahlberg und Schmiedeke waren fast froh, hatten sie doch mit noch mehr Nervosität ihrer Schützlinge gerechnet. Die Abwehr stand gut und gab Vertrauen für die letzten 30 Spielminuten, zumal Benjamin Kroll dahinter schon so manchen Ball herausgefischt hatte. Und seine Zeit sollte erst noch kommen.

Sich der Probleme im Abschluss bewusst wollten die Havelstädter in der 2. Hälfte konzentrierter zu Werke gehen, doch bis zum 38.Minute fiel kein einziger Treffer. Keines der Teams konnte das Nervenflattern ablegen und so wogten die Angriffe zwar hin und her, der Ball kam aber nur sehr selten in die Maschen.
Über 12:11 und 14:13 legte Oraneinburg zwar immer wieder vor, doch das Spiel wirkte keinesfalls sicher und Teltow hätte ebenso in Führung liegen können. Technische Fehler und weiterhin Fehlwürfe zermürbten die Nerven der Zuschauen und der Spieler, der OHC verlor langsam seinen Spielfluß. Nun kam auch noch Pech dazu, denn als Michael Zieschang einen 9m-Freiwurf überragend verwandelte und eine 2-Tore Führung der Lohn dafür sein sollte, legten die Oranienburger ihre Auszeitkarte (53.), was zum Aberkennen des Treffers führte. Nach dem Wiederanpfiff scheiterte der Angriff und Teltow glich aus (15:15). Zusätzlich galt es eine 2-Minutenstrafe abzusitzen welche Teltow spielerisch zu nutzen wusste. Zwei 7m-Starfwürfe und ein 100%iger Konter waren das Resultat, die Keeper und damit Matchwinner Benjamin „Benny“ Kroll allesamt hielt. Die Halle stand nun Kopf und selbst der sonst eher ruhige Keeper ballte die Fäuste in die Höhe. Im Angriff hatte nun Michael Martens die 2.Luft und verwandelte 7m und Feldwürfe clever. Oranienburg ließ sich diese 2-Treffer-Führung nicht mehr nehmen und sicherte mit dem 18:16 den Klassenerhalt.

Teltow-Ruhlsdorf erstarrte im Schock des Abstieges und der vergebenen klaren Möglichkeiten in den letzten Minuten und verlies die LHG-Halle auf leisen Pfoten. Der OHC hingegen feierte den letztendlich glücklichen Klassenerhalt, bedankte sich mit einer LaOla-Welle bei den zahlreichen Fans und hatte aufgrund der bessseren Geschlossenheit im Team den Sieg auch verdient.

Thomas Kühne

Kroll, Fuchs – Martens (5/2), Zieschang (5), Kopiske (3), Schrödter (2), Schröder (1), Strauchmann (1), Fritz (1), Bischoff, Schüring, Th. Kühne, G. Kühne, S. Köhn


Vorbericht

 Abstieg oder Klassenerhalt HANDBALL Entscheidung am letzten Spieltag

Spannender hätten sie es nicht machen können: Erst am letzten Spieltag wird über Wohl und Wehe der Männer des Oranienburger HC II entschieden. Abstieg aus der Brandenburgliga oder Klassenerhalt? „Ich bin davon überzeugt, dass wir die Liga halten“, sprüht Trainer Ronny Schmiedeke vor Sicherheit. Dafür brauchen die Oranienburger in der Louise-Henriette-Halle Oranienburg am Sonnabend, 18.30 Uhr, „nur“ einen Sieg gegen Teltow/Ruhlsdorf.

Der Rechenbeispiele vor dem letzten Spieltag gibt es viele. Aus der Zwölferstaffel steigen vier Teams ab (9. bis 12. Platz), die Oranienburger (17:25 Punkte) sind Siebter, vorm Sonnabendgegner Teltow/Ruhlsdorf (17:25) und Finsterwalde (16:26). Ein OHC-Sieg würde jegliche Diskussion beenden, der OHC bliebe drin. Ein Unentschieden könnte die Konstellation ergeben, dass alle drei genannten Teams auf 18:26 Punkte kommen. „Dann zählt bei uns der direkte Vergleich“, sagt Staffelleiter Hans-Joachim Welzer. Gegenüber Finsterwalde wäre der OHC im Vorteil (28:15-Sieg, 29:29), gegen Teltow/Ruhlsdorf bliebe es spannend, weil sich beide Teams 21:21 trennten. Ein Remis würde den Oranienburgern auch noch reichen. „Aber wir wollen uns nicht darauf verlassen, dass der 8. Platz langt“, sagt Ronny Schmiedeke.

Massenhaft Hilfe aus der ersten Mannschaft gibt es wegen der Regularien nicht. Nur Mike Schröder ist nicht festgespielt. Vermutlich rückt auch Routinier Heiko Fritz wieder ins Aufgebot. Torwart Fabian Fuchs wird den Platz des kranken Marcel Schmidt einnehmen. Schmiedeke: „Es ist ganz einfach: Wir brauchen bloß gewinnen. Freibier gibt es übrigens auch ...“

Presseartikel, Märkische Allgemeine Zeitung, 07.05.2010, Stefan Blumberg