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SV F. Neubrandenburg – OHC I 15:22 (7:7)

OHC kriegt nach zittrigem Beginn noch die Kurve
22:15-Pflichtsieg in Neubrandenburg

Spät in Fahrt gekommen, in der Abwehr super gearbeitet und den Sack zugebunden. Der OHC bleibt im Rennen im Kampf um den Platz in Liga 3.

Es war das erwartet harte Stück Arbeit für den Oranienburger HC, der lange brauchte, um beim designierten Absteiger Fuß zu fassen. „Ein Schweinespiel“, brachte es OHC-Präsident Werner Siegler in der Halbzeit auf den Punkt.

Fassungslos sahen Trainer und die wenigen OHC-Fans zu, wie das angriffsschwächste Team der Liga – wenn auch mühevoll – Tor um Tor warf. Torwart Enrico Büchner hielt zudem noch einige Bälle, darunter einen Siebenmeter. Die Oranienburger taten sich im Angriff gegen die 3:3-Deckung der Fortunen schwer und hatten bei zwei Pfostenwürfen auch noch Pech. Nach 17 Minuten hatte der OHC noch nicht ein einziges Tor geworfen. Da stand es 5:0. „Warm geworden ist mir da noch nicht. Aber die Chancen, die wir bis dahin hatten, müssen einfach reingehen“, sagte Oranienburgs Trainer Thomas Spieckermann, der mit einer Auszeit die Torblockade löste. Robert Stelzig warf das erste OHC-Tor. Ohnehin brachte er viel Schwung und Bewegung ins Oranienburger Spiel. Das kam so langsam in Fahrt. Nach dem 1:6 glich das Oberhavelteam mit fünf Toren in Folge zum 6:6 aus und schaffte bis zur Pause einen 7:7-Halbzeitstand.

Der Oranienburger HC, für den ein Sieg lebenswichtig war in Sachen Klassenerhalt, befand sich in der Spur. Der Turbo war gezündet und das Mittel gefunden, um die unbequeme Neubrandenburger Abwehr zu knacken. Binnen sieben Minuten führte der OHC 14:9. Heiner Throl war die Schaltzentrale im Oranienburger Spiel, wartete geduldig und spielte die tödlichen Pässe, die Robert Stelzig und vor allem Sascha Starke zu Toren nutzten. „Wichtig war, dass wir die Ruhe bewahrt haben. Wir wussten, dass unsere Chancen kommen werden“, sagte Heiner Throl.

Thomas Spieckermann sah das ähnlich: „Nach der schlechten Anfangsphase musste der Knoten irgendwann platzen.“ Beide sind sich einig, dass das Spiel „mit der Superabwehr gewonnen wurde“. Im Gegenzug dazu passt das Statement des Neubrandenburger Trainers Helmut Wilk: „Wir verloren das Spiel im Angriff. In der ersten Halbzeit waren wir schon an unserer Leistungsgrenze.“

OHC: Büchner, Tredup – Harnge (1), Stelzig (3), Throl (2), Hinz (2), Gleß, Tourmo (3), Groth, Riedel (2), Klimczak, Starke (8/3), Pommerening (1)


Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 12.04.2010, Stefan Blumberg


Oranienburg siegt in Neubrandenburg

Die Partie zwischen dem SV Fortuna ’50 Neubrandenburg und dem Oranienburger HC nahm einen ganz eigenartigen Verlauf: Nach einem 22:15 (7:7)-Sieg der Gäste sah es vor allem in der ersten Viertelstunde nicht aus, in der die Hausherren 5:0 und 6:1 führten. Foto: Udo ZanderWährend die ersten beiden Fortuna-Treffer recht schnell fielen, mühten sich die Gäste zunächst recht hilflos gegen die Abwehr der Hausherren. Alles, was dann noch durch die Reihen der Fortunen gelangte, wurde Beute des zunächst bärenstarken Steffen Hönig oder landete an Pfosten, Latte oder sogar neben dem Tor. Als Andre Wilk in der elften Spielminute bei 6:4-Überzahl dann endlich das 3:0 erzielte, hätte das Team von Helmut Wilk längst höher führen können. „Aber wir haben viel zu sehr in die Breite gespielt und die frühe Manndeckung gegen Sven Präkels hat uns zusätzlich behindert“, analysierte Wilk anschließend. Nach dem ersten Gästetreffer (nach 16:15 Minuten!) gelang Präkels per Siebenmeter zwar noch das 6:1, danach aber glichen die Oranienburger auf 6:6 aus und egalisierten Felix Klepps 7:6 bis zum Pausenpfiff.

Offensichtlich hatten die Gäste nun ihren Rhythmus gefunden, denn nach dem Seitenwechsel legte der OHC auf 10:7 und 13:8 vor. Wilks Versuche, über Gregor Levold oder später Maik Schmidt für mehr Druck aus dem Rückraum zu sorgen, scheiterten. Da zudem die Fortuna-Abwehr mehr und mehr in ihre Einzelteile zerfiel und gelungene Aktionen im Angriff nur noch Seltenheitswert besaßen und fast ausschließlich aus Einzelaktionen resultierten, hielten die Gäste die Hausherren mit mindestens vier Toren Unterschied beständig auf Distanz. „Dass es nach dem Auftakt nicht so bleiben würde, war sicherlich allen klar. Aber der Vorsprung hat uns eigentlich zu keinem Zeitpunkt Sicherheit gebracht. Von unserem Angriff ist über das gesamte Spiel zu wenig Gefahr ausgegangen“, wusste Wilk natürlich, dass man mit 15 Treffern heutzutage kaum noch ein Handballspiel gewinnen kann.

Fortuna Neubrandenburg: Prodoehl, Hönig, Hohenegger (n. e.) – Wagner, Wilk (5/1), Bialek, Klepp (3), Heibel, Odebrecht, Packhäuser (2), Stolt, Levold, Schmidt (1), Präkels (4/1), Langschwager (n. e.)

Presseartikel: Nordkurier vom 12.04.2010

 


Vorschau

Zwei Punkte als Ziel
OHC in Neubrandenburg

 „Wir haben es selbst in der Hand, den Klassenerhalt zu sichern“, sagt Thomas Spieckermann zur aktuellen Situation des Oranienburger HC. Noch steht sein Team auf dem 10. Rang, der den Verbleib in der Liga bedeutet. Vor dem heutigen Spiel in Neubrandenburg (Anwurf: 18 Uhr) zeigt sich der OHC-Trainer optimistisch. „Ich denke, dass wir gute Chancen haben, zu gewinnen. Klar wird es ist nicht einfach werden, gegen ihre 3:3-Deckung zu spielen. Aber wir haben uns auf diesen Gegner vorbereitet“, berichtet er von sehr guten Trainingseinheiten in dieser Woche. Dazu kommt, dass Spieckermann personell aus dem Vollen schöpfen kann. Auch der in Tarp verletzt ausgeschiedene Tim Fröhlich ist einsatzbereit. „Es wird entscheidend sein, dass wir uns nicht wieder so viele technische Fehler erlauben. Dann gewinnen wir auch“, ist sich der Coach sicher. Die Abstiegssituation hat sich ein wenig kompliziert, weil nicht klar ist, wie es mit Schwerin II weitergeht. „Wenn die sich zurückziehen, sind natürlich alle die im Vorteil, die gegen die Schweriner verloren haben.“ Doch entschlossen schiebt Spieckermann nach: „Wenn wir unsere Punkte holen, können die anderen machen, was sie wollen.“

Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 10.04.2010



Fortuna ist Gastgeber für den Oranienburger HC

Fünf Spieltage vor dem Ende haben mehrere Umstände dazu geführt, dass die Neubrandenburger Fortunen am SV Post Schwerin II auf den drittletzten Platz vorbeigezogen sind. Diesen Rang würden die Wilk-Schützlinge mit einem Erfolg im heutigen Heimspiel gegen den Oranienburger HC (18 Uhr) in der Halle an der Hochschule in jedem Fall gern festigen wollen.

Daher gilt das gesamte Augenmerk des Wilk-Teams dem OHC. Nach einem ganz schwachen Saisonstart, der die Entlassung von Trainer Holger Winselmann zur Folge hatte, rappelten sich die Brandenburger ein wenig auf und kletterten in der Tabelle nach oben. Doch nachdem in den bisherigen elf Partien des Jahres 2010 bei vier Remis nur ein einziger Sieg gelang, ist die Qualifikation für die neue 3. Liga für den aktuellen Tabellenzehnten noch lange nicht in trockenen Tüchern. „Dementsprechend werden die Oranienburger zwei Punkte mitnehmen wollen", ist sich Fortuna-Coach Helmut Wilk sicher.

Auch, wenn für sein eigenes Team der Abstieg in die neue Ostsee-Spree-Liga inzwischen auch rechnerisch fast schon feststeht, haben sich der Trainer und sein Team darauf geeinigt, die Saison mit Anstand zu Ende spielen zu wollen: „Abgeschenkt wird da nichts“, steht das Wort des fairen Sportlers Wilk. Mit einem dicken Handicap muss der Trainer allerdings leben: Nachdem sich Torhüter Thilo Prodoehl in der Vorwoche in Cottbus verletzt hatte, ist sein Einsatz auch an diesem Wochenende noch längst nicht sicher.

Quelle: Nordkurier vom 10.04.2010, Geschrieben von Christian Bermes für Nordkurier