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 LHC Cottbus – OHC wI 35:32 (17:13)

Brandenburgliga Frauen-28.02.2010

Niederlage im Spitzenspiel
Einen Dämpfer mussten die Frauen des Oranienburger HC am Sonntag in der Brandenburgliga hinnehmen. Sie verloren ihre Tabellenführung nach einer 32:35-Niederlage im Spitzenspiel beim Liga-Dritten LHC Cottbus.


Zu viel Respekt

Spitzenspiel verloren, Tabellenführung futsch: Nach einer 32:35 (13:17)-Niederlage beim Dritten LHC Cottbus sind die Brandenburgliga-Handballerinnen des Oranienburger HC seit gestern nur noch Zweiter. Der avisierte Aufstieg in die Oberliga ist aber weiter möglich.

Es war ein verdienter Sieg für den Gastgeber – daran gab es nach dem Spiel keinen Zweifel. Trotzdem war für Oranienburg an diesem Tag mehr drin. OHC-Spielertrainerin Daniela Filip: „Wir haben uns diese Niederlage selbst zuzuschreiben, sind mit viel zu viel Respekt in dieses Spiel gegangen.“

Beide Teams begannen nervös und schenkten in den Anfangsminuten viele unnötige Bälle her. Binnen eines Angriffs traf Cottbus in der zweiten Minute dann gleich dreimal den Pfosten, ehe der OHC in Ballbesitz kam und mit etwas Glück durch Filip das 3:1 markierte. Diese knappe Führung hatte bis zum 5:3 Bestand.

Anschließend kam der LHC besser in Schwung und stellte die Oranienburger Abwehr zunehmend vor Probleme. Ein typischer Cottbusser Angriff sah so aus: Im Rückraum drückten Marten Matthee und Agnieszka Wilkosz auf den Oranienburger Mittelblock (Susann Hirschfelder und Janina Hinke). Im richtigen Moment steckten sie den Ball dann zur einlaufenden Kreisspielerin durch, die problemlos einnetzen konnte. Für Uwe Rätzer, den Coach des LHC, der Schlüssel zum Erfolg seiner Mannschaft: „Das war unsere Taktik: hinten Druck machen, und dann vom Kreis abschließen. Meine Mädels haben das super umgesetzt und damit den Grundstein für den Sieg gelegt.“

Daniela Filip sah das ähnlich, wenn auch aus einer anderen Perspektive: „Die Absprachen haben da einfach nicht funktioniert, wir hätten in der Abwehr viel mehr investieren müssen.“ Die Unkonzentriertheiten in der Defensive zogen sich wie ein Roter Faden durch das Spiel der Gäste. Nach dem zwischenzeitlichen 10:10 trafen die Lausitzerinnen viermal in Folge (14:10/23.). Dieser Vorsprung hatte bis zur Halbzeitpause Bestand (17:13).

In den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit spielte der OHC dann so, wie man es eigentlich von Beginn an vom Tabellenführer erwartet hatte: aufmerksam in der Abwehr, blitzschnell beim Umschalten auf Angriff nach Ballverlusten des Gegners, kompromisslos in der Chancenverwertung. Bis auf 21:20 (40.) kämpften sich die Gäste heran. Erst eine Trefferserie des LHC zum 25:20 (43.) beendete die Oranienburger Aufholjagd – wieder hatte sich das Team in der Abwehr den Schneid abkaufen lassen. Im weiteren Verlauf versuchten die Kreisstädterinnen viel mit der Brechstange. Doch im Angriff lief nun nicht mehr viel zusammen. Lediglich Daniela Filip hielt die Gäste dank ihrer atemberaubenden Siebenmeterquote (acht von acht Strafwürfen verwandelt) bis kurz vor Schluss im Spiel. Spätestens beim 34:28 (56.) war die Vorentscheidung dann gefallen. Weil die LHC-Frauen in Gedanken schon bei der Siegesfeier waren, gelang Oranienburg bis zum 35:32-Endstand noch etwas Ergebniskosmetik.

OHC w: Schmidt, Jens - Hinke (3), Filip (14/8), Dittmeyer (5), M. Heinz (4), Krüger (1), Meister, S. Hirschfelder (5), C. Heinz, Kiesel, Kirschmann, Fuchs
Pressebericht Oranienburger Generalanzeiger, Thomas Gutke
LHCCottbus LHCCottbus
LHCCottbus LHCCottbus

Vorbericht

Das erste Endspiel

Handball-Brandenburgliga: OHC-Frauen müssen zum LHC Cottbus

Hochspannung pur vor dem ersten von zwei Endspielen für die Handballerinnen vom Oranienburger HC. Der Spitzenreiter der Brandenburgliga (22:2-Punkte) muss am morgigen Sonntag, 13.30 Uhr, beim Tabellendritten LHC Cottbus (20:4) zum Topspiel antreten. Wer das brisante Duell in der Sporthalle Kolkwitz-Center gewinnt, hat gute Karten, im kommenden Jahr viertklassig zu spielen.

Lange habe sie das Hinspiel (41:39) gegen die Lausitzerinnen analysiert, so OHC-Trainerin Daniela Filip, um optimal auf den morgigen Kontrahenten vorbereitet zu sein. Und sie hat ein mögliches Erfolgsrezept gefunden: „Wir müssen die bärenstarke, polnische Rückraumschützin von Cottbus aus dem Spiel nehmen und versuchen, schnell von Abwehr auf Angriff umzuschalten.“ Die bärenstarke polnische Rückraumspielerin, das ist Agnieszka Wilkosz, die bislang 105 Tore in zwölf Spielen erzielt hat. Ein echtes Pfund also, mit dem der LHC da wuchern kann.

Trotzdem gehen die Kreisstädterinnen morgen leicht favorisiert in die Partie. Denn seit Anfang November hat das Team nun nicht mehr verloren und ist inzwischen sogar ins Halbfinale des Landespokals vorgedrungen. Dort hat man Ende März Oberliga-Spitzenreiter Frankfurter HC II zu Gast (wir berichteten).

„Mein Team ist sehr motiviert“, berichtet Filip, die in den vergangenen Wochen extra noch zwei Testspiele gegen die A- und B-Jugend der Reinickendorfer Füchse für ihre Mannschaft organisiert hatte. „Das waren sehr gute Trainingseinheiten, in denen wir intensiv an unserer Schnelligkeit arbeiten konnten“, so die ehemalige rumänische Nationalspielerin.

Nach dem ersten Gipfeltreffen morgen in Cottbus wartet auf das OHC-Team zwei Wochen später schon das nächste „Endspiel“, und zwar beim Liga-Zweiten Doberlug-Kirchhain. Dort dürfte die Meisterschaft dann endgültig entschieden werden.

Pressebericht Oranienburger Generalanzeiger, Thomas Gutke