OHC I – HSV Insel Usedom 25:33 (14:19)
Durststrecke des OHC noch nicht zu Ende
Usedomer fahren sicheren Sieg ein
Der OHC vollzieht weiter den Tanz auf der Rasierklinge. Die Mannschaft
wandelt zwischen dem Abgrund Richtung Ostsee-Spree- Liga und 3. Liga.
Trotz der dritten Niederlage in Folge verharrt der OHC auf dem
ligarettenden 10. Tabellenplatz – aber nur, weil der gegenwärtige
Hauptkonkurrent um den Klassenerhalt, der punktgleiche TSV Ellerbeck (beide
16:24), in Neubrandenburg verlor (22:23).
Die Oranienburger hatten
sich gegen die Usedomer etwas ausgerechnet. Vor allem, weil die beiden
Spiele gegen die Ostseestädter in dieser Saison erfolgreich verliefen
(33:33, 25:24-Pokalsieg). „Diese Statistik gegen den OHC hat mich gewurmt“,
gibt Usedom-Coach Jens-Peter Teetzen zu. Sein Team revanchierte sich am
Sonnabend ohne drei Stammkräfte mit einer abgeklärten Vorstellung. Diese
Souveränität fehlte den Oranienburgern 40 Minuten lang. Wie so oft hatte der
OHC gut angefangen und erzielte vor allem mit Durchbrüchen am Kreis seine
Tore (Mike Schröder, Tim Fröhlich), Christian Riedel traf aus dem Rückraum.
3:2, 5:2, 7:4 und 9:7 lauteten die Zwischenstände für die Oranienburger. Das
Offensivspiel lief fast fehlerlos. Erst als sich die ersten Patzer im
Angriff einschlichen, nutzten das die Gäste eiskalt zu Gegenstößen. Beim
10:10 glich der Tabellenzweite aus. Dem OHC ging augenscheinlich der Mut
verloren. Unmotivierte Würfe, überhastete Aktionen brachten den
konzentrierten Gast immer wieder ins Spiel. Der profitierte zudem vom
schlechten Tag der Oranienburger Torhüter. Fast alle Bälle gingen ins Tor –
im Gegensatz zu den Usedomer Torleuten, die allerding oft nur halbherzige
Bälle parieren mussten. Im Nu stand es 11:12, 12:16 und 14:19.
Da das
Unheil nach der Pause seinen Lauf nahm, stand die Niederlage bereits nach 38
Minuten fest. 15:24 stand auf der Anzeigetafel. Im „Gefühl der sicheren
Niederlage“ und der Abwehrumstellung (4:2) ging doch noch was für die
Einheimischen. 17:24, 20:25 und 23:26 (49.) – der OHC und die Fans rochen
wieder Lunte. Aber unnötige Zeitstrafen, insgesamt fünf verworfene
Siebenmeter, sieben Pfostentreffer und weitere ausgelassene
„Hundertprozentige“ konnten nicht zu einem Happyend führen. Im Gegenteil,
die Insulaner warteten geduldig auf ihre Chancen und nutzten sie resolut und
siegten 33:25. Symptomatisch für das Spiel der Oranienburger: Der letzte
Treffer des Tages fiel nach einem Heber der Gäste, und der anschließende
Siebenmeter von Sascha Klimczak wurde gehalten. Das Zittern geht weiter.
OHC: Büchner, Tredup – Harnge (4), Stelzig,
Throl (3), Hinz (2/2), Gleß, Tourmo, Schröder (2), Groth, Fröhlich (5),
Riedel (5/1), Klimczak (2), Starke (2)
STIMMEN
Thomas Spieckermann, Trainer OHC: Wir haben 20 Minuten ganz gut gespielt
– und dann ging es mit dem Versieben der Chancen wieder los. Das ist langsam
beängstigend. Im Training werfen wir die Torhüter kaputt, im Spiel flattern
die Nerven, als ob einige wie benebelt im Kopf sind. Vor allem aus dem
Rückraum kommt zu wenig Druck. Wir haben dem Usedomer Torwart die Beine dick
geworfen. Aber die Moral hat gestimmt.
Jens-Peter Teetzen, Trainer
Usedom: Es spielt sich natürlich leichter, wenn man so viele Punkte hat wie
wir. Mit der Einwechslung von Torwart Hintze gewannen wir an Stabilität. Das
war entscheidend. Der OHC wirkt in seiner Spielweise „fest“. Ich wünsche den
Oranienburgern, dass sie in der Liga bleiben. Das Zeug haben sie.“
Erik
Pommerening, Spieler OHC: „Uns fehlte in einigen Phasen die
Durchschlagskraft. Wir hatten oft die Möglichkeit zu werfen, haben diese
Chancen aber zu wenig genutzt. Ich hatte mich im Vorfeld an der Wade
verletzt und versuchte zu spielen, aber es ging dann doch nicht.
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 01.03.2010,
Stefan Blumberg
Vorbericht
Mit Wut im Bauch
Handball-Regionalliga: Der OHC hofft heute gegen Usedom auf die
Zuschauer
Sie taumeln gehörig, aber gefallen sind sie noch nicht – die angeschlagenen
Regionalliga-Handballer vom Oranienburger HC. Nach zuletzt sechs sieglosen
Spielen in Folge hat sich die Truppe heute ab 18 Uhr gegen den
Tabellenzweiten Insel Usedom viel vorgenommen.
Ein Sieg soll, muss her.
„Es hilft ja nichts. Wir dürfen den Kopf jetzt nicht in den Sand stecken“,
hofft Thomas Spieckermann vom OHC-Trainerduo darauf, dass seine Schützlinge
den Bock endlich umstoßen. Nur noch magere 26 Törchen trennen die
Kreisstädter von einem Abstiegsplatz. Denn nach der bitteren OHC-Niederlage
bei der Reserve der SG Flensburg-Handewitt vor Wochenfrist (22:32) hat der
Tabellenelfte TSV Ellerbek nach Punkten mit den Oranienburgern gleichgezogen
(16:22).
„Wir haben nicht alles schlecht geredet“, so Spieckermann
über die interne Auswertung des Flensburg-Spiels – von dem sich Vorstand und
Trainergespann eigentlich eine Trotzreaktion auf die Heim-Niederlage gegen
Kropp (30:32) erwartet hatten. „Die erste Halbzeit war absolut in Ordnung.
Aber was danach passiert ist, konnten wir uns alle nicht erklären. Plötzlich
haben wir einfach unsere Chancen nicht mehr genutzt.“ Mit entsprechend viel
Wut im Bauch gehe man deshalb in die Partie gegen den Favoriten.
Was
heute Hoffnung macht: Zweimal spielte der OHC in dieser Saison bereits gegen
Usedom – zweimal blieb den robusten, wurfstarken Insulanern ein Sieg
verwehrt. Im Hinspiel auf Usedom holte Oranienburg beim 33:33 einen Punkt,
in der NOHV-Pokalrunde am 2. Januar gewann der OHC gar mit 25:24 und
qualifizierte sich damit für den DHB-Pokal. „Die werden auch mit ordentlich
Wut im Bauch nach Oranienburg kommen“, vermutet der Coach, der heute
krankheitsbedingt auf Martin Siegler verzichten muss. „Aber wenn wir unsere
Chancen diesmal besser nutzen, geht sicher etwas.“
Etwas
Bauchschmerzen bereitet Spieckermann und der Mannschaft, dass man mit den
zuletzt gezeigten Leistungen den ein oder anderen Zuschauer verprellt haben
könnte. „Unsere Fans sollen einfach vergessen, was war und ordentlich Feuer
machen. Wir sind auf sie angewiesen.“
Pressebericht, Oranienburger Generalanzeiger, Thomas Gutke
Spielbericht
Deutlicher Makel
Die Abstiegssorgen bei Handball-Regionalligist Oranienburger HC werden
nicht kleiner. Gegen den Tabellenzweiten HSV Insel Usedom gab es am
Sonnabend für den Zehnten eine deftige 25:33 (14:19)-Pleite.
Die
gute Nachricht verkündete Hallensprecher Clemens Ambrosius ganz zum
Schluss: Neubrandenburg schlägt den Tabellenelften TSV Ellerbek und
leistet damit Schützenhilfe für den OHC – noch also hält das hauchdünne
Tore-Polster auf den ersten Abstiegsplatz.
Die schlechten
Nachrichten aus Oranienburger Sicht konnte das allerdings nur teilweise
überdecken. Darunter die erneut katastrophale Chancenverwertung. Nur
zwei von sieben Strafwürfen fanden ihr Ziel, hinzu kamen etliche
Fahrkarten bei Kontern oder Würfen in freier Position. „Das ist im
Moment das ganze Problem“, schimpfte OHC-Trainer Thomas Spieckermann.
Die Torausbeute – sie machte den Unterschied zwischen den
verunsicherten, vom Abstieg bedrohten Hausherren und den mit breiter
Brust angereisten Gästen. Usedom-Coach Jens-Peter Teetzen sah das
ähnlich: „Wenn man oben steht, dann spielt es sich immer leichter. Was
uns derzeit von den Oranienburgern unterscheidet, ist die Lockerheit.
Wir gehen in jedes Spiel mit ganz viel Spaß, weil wir mit der
Qualifikation für die Dritte Liga schon durch sind.“ Natürlich lief auch
bei den Usedomern nicht alles rund. In der Anfangsphase bestimmte sogar
der OHC das Spiel, ging mit 5:2 und 9:7 (17.) in Führung. Spätestens ab
der 20. Minute machte die Tormaschine von der Urlaubsinsel dann aber
ordentlich Dampf und legte eine Fünf-Tore-Führung zur Pause vor. Bei den
Gastgebern lief in dieser Phase im Angriff gar nichts mehr zusammen.
In Halbzeit zwei ging es zunächst so weiter. Beim Stand von 15:24
(36.) drohte ein Debakel. Das aber wollten die Kreisstädter den mehr als
600 Zuschauern nicht antun. Sie begannen noch einmal zu kämpfen. Über
die Stationen 18:24, 21:25 verkürzte Oranienburg auf 23:26 (49.). Zuvor
hatten Tomasz Gala bei den Gästen und Robert Stelzig vom OHC die Rote
Karte gesehen. Dass die Oranienburger Aufholjagd ein jähes Ende fand,
lag zum einen am wieder einsetzenden Fehlwurffestival und zum anderen an
Gordon Wicht und Kevin Wendlandt von den Gästen. Beide erzielten je
sieben Treffer und waren kaum zu bändigen.
Spieckermanns Fazit:
„Meine Spieler haben gekämpft und gegen eine bärenstarke Truppe
verloren. Wir lassen uns nicht entmutigen, noch haben wir zehn Spieltage
Zeit, die nötigen Punkte zu sammeln.“
OHC: Tredup, Büchner -
Harnge (4), Stelzig, Throl (3), Hinz (2), Gleß, Tourmo, Schröder (2),
Groth, Fröhlich (4), Riedel (5), Klimczak (2), Starke (3)
Pressebericht, Oranienburger Generalanzeiger,
Thomas Gutke
Auch etwas Licht am Horizont
Handball:
Oranienburger HC muss nüchtern analysieren
Man muss um den OHC fürchten. Das könnte man jedenfalls vermuten, wenn man
die 25:33-Niederlage in der Handball-Regionalliga am Sonnabend gegen den HSV
Insel Usedom (wir berichteten) noch einmal Revue passieren lässt.
Und
auch wenn man schon vorausschaut auf den kommenden Sonnabend. Rein
theoretisch muss den Oranienburgern da angst und bange werden. Denn wenn man
zu Hause gegen den Tabellenzweiten schon mit 25:33 verliert, was soll da
erst auswärts beim Tabellenführer Füchse Berlin II passieren.
Aber
bekanntlich ist alle Theorie grau. Bei allen bereits in unserer
Montag-Ausgabe angesprochenen Schwächen des OHC bleiben durchaus auch ein
paar Hoffnungsschimmer.
Erstens: Auch nach hohen Niederlagen und
schwachen Leistungen ist man bei Funktionären, Trainern und Spielern
durchaus zu einer nüchternen und halbwegs objektiven Analyse fähig. „Was
hilft es über unseren Rückraum zu diskutieren. Das ist bei uns schon
jahrelang eine Krankheit. Wir müssen damit halt leben“, sagte Ricardo Tourmo
vom OHC-Trainer-Duo am Sonnabend unmittelbar nach dem Schlusspfiff.
Zweitens: Gerade der 35-jährige Tourmo war es, der sich nicht zu schade war,
in einer kritischen Phase selbst auf das Parkett zu gehen, sich richtig
reinzuhängen und wenig später eine Zwei-Minuten-Strafe abzuholen. Die
Erfahrung und Cleverness der Routiniers wird der Mannschaft auch weiterhin
gut tun.
Drittens: Siebenmeterwerfen kann man üben. Fünf Strafwürfe
konnte der OHC am Sonnabend gegen Usedom nicht verwandeln. Fünf verschiedene
Schützen scheiterten. Vielleicht sollte man es doch lieber bei einem
belassen, auch wenn der beim ersten Mal nicht trifft.
Viertens:
Neuzugang Alexander Gleß gab gegen Usedom sein Debüt im OHC-Dress. Mehr
schlecht als recht. Denn zwei Zeitstrafen ließen ihn kaum in Erscheinung
treten. „Aber an ihm werdet ihr noch eure Freude haben. Er ist einer der
besten Kreisläufer der Liga“, sagte Usedom-Trainer Jens-Peter Teetzen.
Und fünftens: Siebenmal stehen nicht unbedingt in jedem Spiel Pfosten
und Latte im Wege. Das Glück wechselt auch gern mal die Seite.
Und
somit gibt es durchaus Licht am (OHC)-Horizont.
Pressebericht, Oranienburger Generalanzeiger, Jürgen
Zinke
Usedom glückt Revanche
eindrucksvoll
Die Regionalliga-Handballer des HSV
Insel Usedom schwimmen weiter auf einer Erfolgswelle. Das Auswärtsspiel beim
Oranienburger HC gewann der HSV mit 33:25 (19:14). Damit gelang dem Team von
Trainer Jens Teetzen die eindrucksvolle Revanche für die Heimniederlage im
NOHV-Pokal zu Jahresbeginn. Die Usedomer behaupten ihren zweiten Platz in
der Liga und weisen nun bereits 34:6 Zähler auf.
Gegen einen
unbequemen Gegner mussten die Insulaner zunächst einem Rückstand hinterher
laufen. Oranienburg störte die Angriffe der Gäste energisch und forcierte
somit einige Fehler. Doch ein Zwischenspurt zehn Minuten vor dem Ende der
ersten Halbzeit brachte den Usedomern eine 13:11-Führung ein. Bis zur Pause
wurde sogar ein Fünf-Tore-Vorsprung herausgeworfen. Der HSV ging nun
konzentrierter zu Werke. Auch im zweiten Abschnitt spielte Usedom sehr gut
weiter, führte zeitweise mit acht Toren. Oranienburg kam zur Mitte der
zweiten Hälfte wieder etwas heran, doch in der Schlussphase spielte der HSV
seine Stärken wieder aus.
HSV
Insel Usedom: Hintze, Müller – Witt, Heidenreich, Wendt, Gala (4), Babatz,
Bernhardt (3/2), Leow (3), G. Wicht (7), Behrens (5), K. Wendlandt (7), B.
Teetzen (3), Dübener (1)
Handball-Regionalligist OHC patzt auch gegen Usedom
Bitterer Abend für Handball-Regionalligist Oranienburger HC
Handball-Regionalligist Oranienburger HC verpasste am Sonnabend vor mehr als
600 Zuschauern in der MBS-Arena den erhofften Befreiungsschlag. ...
Die Kreisstädter mussten sich gegen den Tabellenzweiten HSV Blau-Weiß Insel
Usedom deutlich mit 25:33 geschlagen geben. In der Tabelle rangiert
Oranienburg aber weiter auf Platz zehn, der am Ende zum Klassenerhalt
reichen würde.
"Unser Problem war wieder einmal die
Chancenverwertung", so Riccardo Tourmo vom OHC-Trainerduo. Dabei hatte das
Spiel zunächst aussichtsreich für seine Mannschaft begonnen (11:11/20.).
Dann aber brach Oranienburg regelrecht ein und nahm einen 14:19-Rückstand
mit in die Pause. Im zweiten Abschnitt überzeugte der OHC zwar kämpferisch
und verkürzte nach dem zwischenzeitlichen 15:24 (38.) noch auf 23:26 (49.).
Eine Reihe vergebener Chancen auf Seiten der Hausherren brachte Usedom
jedoch endgültig auf die Siegerstraße.
Presseartikel Oranienburger Generalanzeiger, 28.02.2010