OHC I – SG Kropp 30:32 (14:15)
Jetzt wird es brenzlig
Oranienburger HC lässt zwei „eingeplante“ Punkte liegen
Der OHC muss sich Gedanken machen, wie die Männer Regionalligist bleiben
wollen. Mit der Leistung im Sonnabendspiel scheint das schwer möglich zu
sein.
„Müssen wir jetzt wirklich was sagen?“, fragte ein noch immer aufgebrachter
OHC-Trainer Thomas Spieckermann fünf Minuten nach dem Spielende, als er mit
„Co“ Riccardo Tourmo allein auf dem Spielfeld stand; verärgert über die
Niederlage gegen den Tabellennachbarn. Und vor allem über das schlechte
Spiel seines Teams. Beide sagten natürlich etwas: „Es war ein ganz
schlechtes Spiel von uns!“
Es war wieder eines jener Partien, in
denen den Oranienburgern das Feuer fehlte, das nötig ist, um solche
Begegnungen zu gewinnen. Von Anfang an zogen die Gäste ein unspektakuläres,
aber geradliniges Spiel auf, das durchweg von Erfolg gekrönt war. Sie
verstanden es, das Spiel und die Abwehr der Kreisstädter auseinanderzuziehen
und fanden immer wieder Lücken in der OHC-Deckung. Fast jeder Angriff wurde
mit einem Tor abgeschlossen. Sie trafen vom Siebenmeterpunkt, vom Kreis, von
den Außenpositionen – fast nach Belieben. So profitierte Kropp lange von der
anfänglichen 2:0-Führung. Die hielt das Team bis weit in die erste Halbzeit
hinein (4:2, 7:5, 10:8, 13:11). Benjamin Hinz war es vorbehalten, erst kurz
vorm Wechsel zweimal den Ausgleich zu erzielen (13:13, 14:14).
Nach
diesem Ausgleich legte der OHC aber den Schalter nicht um. Die geduldig
spielenden Gäste setzten sich wieder ab: 16:14, 18:16, 20:16. Sie lauerten
auf Fehler des OHC – und der machte sie sowohl in der Abwehr als auch durch
leichtfertige Ballverluste im Angriff mit Fehlabspielen, überhasteten Würfen
und drei vergebenen Siebenmetern. Erst mit der Einwechslung von Torwart
Gunnar Tredup ging ein Ruck durchs Team. Er entschärfte nicht nur einen
Siebenmeter, sondern hielt auch spektakuläre Bälle. „Diese Geilheit von
Gunnar habe ich bei vielen anderen Spielern vermisst“, beklagt Teammanager
Michael Freund.
Dem Gastgeber wäre dennoch fast die Wende gelungen,
als er beim Stand von 24:28 binnen zwei Minuten durch Tore von Harnge, Throl
(2) und Klimczak ausglich (28:28). Aber drei weitere Gegentore in Folge
ließen jede Hoffnung auf einen Sieg zerplatzen. Zwar kam das Team noch
einmal heran (30:31), doch in der Schlussekunde ließ der OHC einen weiteren
leichten Treffer zu. Ein Zuschauer formulierte den OHC-Auftritt drastisch:
„So steigen wir ab!“
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 08.02.2010,
Stefan Blumberg
STIMMEN
Thomas Spieckermann, Trainer des OHC: Es war ein so immens wichtiges Spiel.
Wenn ich sehe, dass die Einstellung ganz und gar fehlt und dass vier
Siebenmeter und fünf hundertprozentige Chancen leichtfertig vergeben werden,
wird mir nicht besser. Kropp hat den Kampf angenommen, wir nicht. Und jetzt
kommen mit Flensburg II, Usedom und Füchse Berlin II die dicken Brocken.
Einige haben den Ernst der Lage nicht erkannt.
Riccardo Tourmo,
Co-Trainer OHC: Es ist zum Verzweifeln. Da denken wir uns 1000 Sachen aus,
die wir in dem Spiel machen wollen. Und nichts von dem wird umgesetzt.
Besonders in der ersten Halbzeit habe ich in der Abwehr kein Engagement
gesehen. Dann kommt dazu, dass wir uns selbst doppelt bestraft haben oder
doppelt bestraft wurden; vorn den Ball verloren, im Konter das Gegentor
geschluckt und obendrein noch zwei Minuten kassiert. Das ist ärgerlich.
Jens Häussler, Trainer SG Kropp/Tetenhusen: Der Jubel bei uns ist
besonders groß, weil wir heute einen Big Point gemacht haben. Ich sage
immer, dass diese Spiele gegen die direkten Konkurrenten entscheidend sein
werden für den Ligaverbleib. Ich gehe davon aus, dass erst der 7. Platz
endgültig Sicherheit bringt. Wir wussten, dass es beim OHC sehr schwer
werden wird. Aber unsere Taktik ging sehr gut auf. Wir haben die Angriffe
etwas weiter vor der Abwehr gespielt und damit das schnelle Heraustreten der
Oranienburger provoziert. So ergaben sich immer Lücken. Letztlich hätten wir
hier auch noch verlieren können, ein bisschen Glück gehört eben auch immer
dazu. Thies Schrum hat mit seinen zwölf Toren natürlich geglänzt.
Gunnar Tredup, Torwart OHC: Wir hätten den Kampf annehmen müssen. 32
Gegentore von der Mannschaft – das sind zu viele. Im Kreis nach dem Spiel
haben wir natürlich nicht viel gesagt. Heute wird es die Auswertung geben.
Ich hoffe, viele Spieler sind dabei.
Michael Freund, Teammanager OHC:
Das Ziel sollte für jeden der Verbleib in der Liga sein. Dafür arbeiten wir
alle im Verein. Deshalb kann man das auch von der Mannschaft erwarten. Am
Dienstag wird unser Präsident eine Ansprache vorm Team halten.
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 08.02.2010,
Stefan Blumberg
Oranienburg: Rückschlag für OHC
Handball-Regionalligist verliert Heimspiel gegen SG Kropp
Bitterer Abend für Handball-Regionalligist Oranienburger HC.
Am
Sonnabend kassierte das Team vor eigenem Publikum eine verdiente 30:32
(14:15)-Niederlage gegen die SG Kropp/Tetenhusen/Dithmarschen. Mit einem
Sieg hätte sich der Tabellenzehnte etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen
können. Stattdessen beginnt jetzt das große Zittern.
"Das war ein so
immens wichtiges Spiel. Trotzdem haben wir von der ersten bis zur 60. Minute
nicht das gespielt, was wir uns vorgenommen hatten. Das ist schlicht
enttäuschend", sagte Thomas Spieckermann vom OHC-Trainergespann nach dem
Schlusspfiff.
Über die gesamte Spielzeit lief seine Mannschaft einem
Rückstand hinterher. Lediglich dreimal gelang der zwischenzeitliche
Ausgleich. Nachlässiges Abwehrverhalten und eine unterdurchschnittliche
Verwertung der Chancen führten in den entscheidenden Phasen immer wieder zu
einfachen Gegentreffern. Nur dank einiger sehenswerter Paraden von Torsteher
Gunnar Tredup blieb die Begegnung überhaupt bis in die Schlussphase hinein
spannend (28:28/57.). In dieser hielten die Gäste der nervlichen Belastung
besser stand und zogen vorentscheidend auf 31:28 davon.
Bester
Torschütze für Oranienburg war Sascha Klimczak mit sieben Treffern, bei den
Gästen ragte Thies Schrum mit elf Toren heraus.
Presseartikel Oranienburger Generalanzeiger, 08.02.2010
VORSCHAU
„Wir
hatten vorher eine Riesenserie“
Für Thomas Spieckermann ist die Marschroute klar: „Zielstellung
kann nur ein Sieg sein!“ Und dabei würden die Oranienburger nicht nur
das Pech der letzten Partien abschütteln und die Negativserie von vier
Spielen ohne Sieg (aber nur eine Niederlage!) beenden. Nein, man könnte
den heutigen Gegner, die SG Kropp/Tetenhusen/Dithmarschen, auch gleich
wieder in der Tabelle überholen. Die Gäste aus Schleswig-Holstein haben
in der Vorwoche ebenso wie der OHC nicht gespielt. „Ich hoffe doch, dass
die Straßen nicht vereist sind und der Gegner anreisen kann“, meint
Thomas Spieckermann.
Der erwartet in der heimischen MBS-Arena
heute ab 17 Uhr auch wieder einen ordentlichen Schub durch das Publikum:
„Diese Unterstützung ist wichtig für uns!“ Die personellen
Voraussetzungen, um wieder als Sieger vom Parkett zu gehen, sind laut
Spieckermann gegeben. Denny Groth hat zwar schon trainiert, ist nach
Ansicht des Trainers aber noch nicht 100-prozentig einsatzfähig. Auf
Stephan Fuchs müssen die Oranienburger gleich mehrere Wochen verzichten.
„Er ist derzeit in Australien“, erklärt sein Trainer.
„Wir hatten
vorher eine Riesenserie“, will sich Thomas Spieckermann die letzten vier
Spiele nicht schlechtreden lassen. „Positiv war, dass wir uns viele
Chancen erarbeitet haben. Negativ war, dass wir sie nicht richtig
genutzt haben.“ Wenn seine Mannschaft entschlossener auftrete, als bei
der 27:30-Hinspielniederlage, dann, so Spieckermann, „sind wir auch
wieder mindestens ein Tor besser als der Gegner“!
Presseartikel Märkische Allgemeine Zeitung, 05.02.2010,
Jörn Gundel